Entwürfe zum Neubau der Echelsbacher-Brücke sind im Rathaus Rottenbuch ausgestellt

Eine Herzensangelegenheit

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Stellten die Entwürfe zur neuen Echelsbacher-Brücke vor, von links: Markus Bader (Bürgermeister Rottenbuch), Michael Kordon (Staatliches Bauamt Weilheim), Gisela Kieweg (Bürgermeisterin Bad Bayersoien) sowie die Ingenieure Thomas Kolb und Gerhard Pahl, die mit ihren Ideen beim Wettbewerb den ersten Platz belegten.

Bad Bayersoien/Rottenbuch – Die Echelsbacher-Brücke ist marode geworden. Den 90. Geburtstag im Jahr 2019 wird das imposante Bauwerk über der Ammerschlucht wohl nicht mehr erleben; zumindest in der heutigen Form nicht. Es wird einen Neubau an gleicher Stelle geben, der die beiden denkmalgeschützten Bögen zwar optisch und als Fledermaus-Behausung mit einbezieht, ihnen aber keine tragende Funktion mehr zugesteht. Nach einem Wettbewerb im vergangenen Jahr liegen jetzt Entwürfe zur Neugestaltung der Brücke vor, die im Rathaus von Rottenbuch eingesehen werden können.

Gegner einer forschen Moderne brauchen sich keine großen Gedanken machen. Die neue Brücke wird der alten nämlich sehr ähnlich sehen. Zwar steht noch nicht fest, welcher der beiden erstplatzierten Entwürfe verwirklicht wird, aber die Idee beispielsweise einer phantasiereichen Hingucker-Hängebrücke wurde von der Jury als „nicht umsetzbar“ verworfen. Sieben Ingenieur-Büros hatten sich zum Wettbewerb gemeldet, selbst aus London, Duisburg und Rostock waren welche dabei.

Michael Kordon vom Staatlichen Bauamt Weilheim: „Der Anspruch an die neue Brücke ist sehr hoch, nicht nur weil sie etwa 76 Meter über dem Talgrund liegen wird, sondern weil Belange des Naturschutzes, des Artenschutzes und des Denkmalschutzes mit berücksichtigt werden müssen.“ Zudem sind der finanzielle Rahmen – der nach ersten Schätzungen bei rund zehn Millionen Euro liegt – und die knappe Bauzeit von 30 Monaten im Auge zu behalten. Thomas Kolb von der Bürogemeinschaft „Dr. Schütz, Kolb, Ripke, Narr, Risk und Türk“, die beim Wettbewerb den ersten Platz belegte: „Wir mussten die Unterlagen mehrmals durcharbeiten, um die Anforderungen vollständig zu erfassen.“

Markus Bader (Rottenbuch) und Gisela Kieweg (Bad Bayersoien) freuen sich als neu gewählte Bürgermeister ihrer Gemeinden bei dem gewaltigen „Multimillionen Projekt“ dabei sein zu dürfen; Kieweg: „Die Echelsbacher-Brücke ist die Verbindung zwischen den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau. Sie ist die Lebensader von unserer Region in Richtung Augsburg und ins Allgäu. Für mich ist die Neugestaltung eine Herzensangelegenheit.“

Wie geht es weiter? Michael Kordon (Staatliches Bauamt Weilheim) skizziert: „Jetzt beginnen die Detailplanungen, bei denen wir sehen werden, welchen Entwurf wir umsetzen können. Diese Pläne gehen zum Bundesverkehrsministerium nach Berlin. Kommt von dort das okay, läuft das Planfeststellungsverfahren an. Wenn alles reibungslos von statten geht, beginnt der Brückenbau im Jahr 2018 – und ist nach drei Sommern und zwei Wintern beendet.“

Ein wichtiger Faktor bei den anstehenden Arbeiten ist der laufende Verkehr, schließlich wird die Brücke täglich von rund 10.000 Autos überquert. Bevor es also an die eigentliche Echelsbacher-Brücke geht, wird eine Behelfsbrücke notwendig; die womöglich zwischen drei und vier Millionen Euro kostet. Weil sie nach Ende der Bauarbeiten wieder abgetragen wird, ist auch sie eine Meisterleistung der Ingenieure. Sie muss ebenfalls ihren Platz im Naturschutzgebiet Ammerschlucht finden, etwa 30 Meter südlich der jetzigen Anlage in der Nähe von wertvollen Tuffsteinquellen, und darf nach ihrem Abbau keine Schäden in der Natur hinterlassen. Bürgermeister Markus Bader: „Diese Behelfsbrücke wird noch die eine oder andere Besprechung erfordern.“

Die Ausstellung mit den Entwürfen zur neuen Echelsbacher-Brücke ist bis Ende der Woche – einschließlich diesen Samstag und Sonntag – im Rathaus von Rottenbuch zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Von Günter Bitala

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