Täglich vier Sprengungen: Langsam entsteht längster Straßentunnel Bayerns in Oberau – Ende im Jahr 2021

24 Stunden, sieben Tage die Woche harte Arbeit

+
Vor der Sprengung: Oberaus Bürgermeister Peter Imminger, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, MdL Harald Kühn, Landrat Anton Speer und Projektleiter Karsten Läufer. Das Video der Sprengung ist auf unserer Facebook-Seite zu sehen.

Oberau – 1200 Meter - so lang sind schon die beiden Röhren, wenn man ihre Längen zusammenzählt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt war am Montag in Oberau und schaute sich die Baustelle genauer an. Dabei ließ er es in er West-Röhre ziemlich krachen. Er feierte aber keine Party, sondern zündete eine Sprengung, bei der 300 Tonnen Gestein abgetragen wurden.

„Es ist schön, dass die Bevölkerung hinter dem Projekt steht. Es ist ein positiver Einschnitt gegen die Verkehrsmaßnahmen“, sagte Dobrindt. Zusammen mit MdL Harald Kühn, Landrat Anton Speer und Oberaus Bürgermeister Peter Imminger ging es in die West-Röhre, um zu sich ein Bild von der aktuellen Situation und dem Fortschritt der Baustelle zu machen.

„Am Tag kommen wir so zehn bis zwölf Meter vorwärts. Seit Samstag dürfen wir auch vier Mal statt drei Mal am Tag sprengen“, erklärte Projektleiter Karsten Läufer von Marti GmbH Deutschland. Jeden Tag sind um die 90 Mann auf der Baustelle. Sie kommen aus Kroatien oder aus der Slowakei. „Das sind alle Facharbeiter, die sich im Bergbau auskennen. Sie arbeiten im Schichtbetrieb und rotieren dann. In der dritten Woche fahren sie dann nach Hause“, erklärte Läufer. Genügen Pausen sind bei einer zehn Stunden Schicht eingeplant.

Eine kritische Stelle wird das Gießenbachtal werden. Da darf nämlich nicht gesprengt werden. „Da sind Wohn- und Industriegebiete, die sensible auf Erschütterungen reagieren. Da wird der Kies abgegraben. Das dauert länger. Aber zeitlich sind wir sehr gut im Rennen. Wir beginnen im Herbst diesen Jahres“, so Läufer. Laut Dr.- Ing. Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Südbayern, wird bis 2018 der Tunnel ausgebrochen und ausgebaut werden. Ab 2019 beginnt der Straßenbau und ein Jahr wird noch zur Ausstattung gebraucht. Dann wird es verschiedene Tests geben, unter anderem steht der Brandschutz auf der Liste.

24 Stunden, sieben Tage die Woche harte Arbeit

Nach dem Gespräch ging es dann in die Röhre. Dann hieß es rein in die gelben Gummistiefel, den weißen Sicherheitshelmen auf und die auffallende orangefarbene Jacken an - und los. Es war dunkel, matschig, ein seltsamer Gestank lag in der Luft und wenn die Maschinen arbeiteten, verstand man sein eigenes Wort kaum. Am Ende des Tunnels arbeitete Sprengmeister Stefan und sein Kollege schon daran, die Kabel für die Sprengung fertig zu machen. Auch Alexander Dobrindt informierte sich genau über das Vorgehen. Dann liefen alle ein paar Meter zurück. Dann hieß es: „Bei der Sprengung bitte den Mund geöffnet halten.“ Stefan brachte die zwei Kabel an den Kurbelinduktor und der Bundesverkehrsminister drehte an der Zündkurbel. „3,2,1 und Sprengung“, sagte Dobrindt. Boom, boom, boom, boom - die Druckwelle war spürbar und nach ein paar Sekunden war alles vorbei. Dann rollten die Lastwägen an, um das gesprengte Gestein wegzufahren.

Wenn alles so weitergeht, sollte der Tunnel im Jahr 2021 fertig sein. „Nach dem heutigen Stand ist das hier eine Musterbaustelle. Der Tunnel wird eine logische Verlängerung der Autobahn“, erklärte Dobrindt am Ende seines Besuches.

Von Alma Jazbec

Meistgelesene Artikel

Zwei Siege gegen zwei Topteams

GAP – Überstunden mussten der kleine Spielerkader des SC Riessersee am vergangenen Wochenende gleich doppelt machen. Zunächst in der Begegnung im …
Zwei Siege gegen zwei Topteams

Fuchs ausgewichen

Mittenwald - Gestern Nacht, gegen 22 Uhr, fuhr ein 22-Jähriger eine Böschung hinunter, weil er auf der Staatsstraße 2542, von Klais kommend in …
Fuchs ausgewichen

"Einwanderer ja, aber wir suchen aus"

GAP – „Auf Werte, die uns wichtig und unumgänglich sind, Werte wie Menschlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe, wollen wir aufmerksam machen“, erklärt …
"Einwanderer ja, aber wir suchen aus"

Kommentare