Filmemacher Edgar Reitz erhält Ödön-von-Horváth-Preis

Die "kleinen Leute" im Blick

+
V.li.: Henry Arnold (Schauspieler), Edgar Reitz (Horváth-Preisträger 2016) und Bürgermeister Rolf Beuting, gratulieren Gesche Piening zum Ödön-von-Horváth-Förderpreis 2016.

Murnau – In der Aula des Staffelsee-Gymnasiums überreichte Bürgermeister Rolf Beuting dem 84-jährigen Edgar Reitz vor kurzem den undotierten Ödön-von-Horváth-Preis. Für den bekannten Filmemacher wird es wohl einer von vielen Preise sein, die er im Laufe seines Lebens bekommen hat. Was soll er anderes sagen: „Es ist eine große Ehre für mich, mit dem Horváthpreis ausgezeichnet worden zu sein.“ Als Statuette bekam Edgar Reitz eine geheimnisvolle – von dem Künstler Hans Angerer gemachte – Schatulle. Artig bedankte sich der Geehrte; „Man sieht, das ist mit der Hand gemacht.“

Der Murnauer Ödön-von-Horváth-Preis wird alle drei Jahre vergeben, heuer zum zweiten Mal. Preisgeber ist die Ödön-von-Horváth-Stiftung, mit Rolf Beuting und Jürgen Mück (Sparkasse Murnau) an der Spitze. Zum Beginn der von dem Kabarettisten Christoph Süß (BR-Quer) routiniert moderierten Gala, sagte die Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft, Gabriele Rudnicki: „Der Preis wird an Menschen verliehen, die im Sinne Horváths künstlerisch tätig sind.“ Der Schauspieler Henry Arnold ergänzte: „Ödön von Horváth und Edgar Reitz kümmern sich um die kleinen Leute.“ Die Jury hatte die Entscheidung für Reitz damit begründet, dass Reitz ein aufmerksamer Beobachter sei, „der in feinen Strichen und ohne Spektakel erzählt.“ In seinem filmischen Großwerk „Heimat“ sei es ihm gelungen, die große Geschichte in kleinen Geschichten zu verdichten.

Regisseur Georg Büttel hatte die Preisverleihung zweckorientiert in Szene gesetzt– neben Laudatio und Preisübergabe gab es auch musikalische Auflockerungen. Büttel hatte dafür Lieblingslieder von Ödön von Horváth ausgewählt – vorgetragen vom Team einer Büttel‘schen Revue, die in den Tagen danach auch noch im Griesbräu-Saal zu sehen war: „Jetzt geh ich da so hin und her . . .“

Der mit 5000 Euro dotierte Ödön-von-Horváth-Förderpreis ging an die Autorin-Schauspielerin-Regisseurin Gesche Piening (*1978). Die Münchnerin ließ keinen Zweifel daran, dass sie sich sehr über die von Gabi Rudnicki und Jürgen Mück überreichte Auszeichnung freute. Sie gab einen kurzen Einblick in ihrer Arbeit. Auf der Bühne der Horváth-Aula setzte sie sich dann mit der Ökonomisierung aller Lebensbereiche, speziell diejenige der Kreativwirtschaft, auseinander, die ja auch in Murnau ein wirtschaftliches Zukunftsstandbein sein soll: Junge Kreative sollen sich an einem zentralen Ort ansiedeln, Gewerbesteuer zahlen und Jobs schaffen. Dienstleister werden, im Sinne von Wirtschaftsförderern. Die Förderpreisträgerin fand klare Worte: „Kreativwirtschaft ist eine Sche...-Idee!"

Von Günter Bitala

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Offenes Mikrofon für Bürger

GAP – Wieder ist eine AfD-Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen angekündigt. Am Freitag, 2. Dezember, um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr), kommt Beatrix von …
Offenes Mikrofon für Bürger

Was für ein Einstand

GAP – Laura Dahlmeier hat beim Weltcup-Auftakt in Östersund der Konkurrenz keine Chance gelassen und ist auf Platz eins gestürmt. Bei komplizierten …
Was für ein Einstand

ZDF Fernsehgarten im Alpenrausch

GAP – Donnerstagmorgen, es ist viertel vor zehn und eine lange Schlange bildete sich vor dem erbauten „Wintermärchen“ des ZDF Fernsehgartens on Tour …
ZDF Fernsehgarten im Alpenrausch

Kommentare