Der Sieg gehört "OlympiJa" – 58 Prozent der Garmisch-Partenkirchner stehen hinter der Bewerbung für Olympia 2018 – NOlympia will Zuschlag weiterhi ...

Peter Fischer, Initiator des Pro-Begehrens, wurde von Journalisten belagert, nachdem auch der letzte Stimmbezirk ausgezählt war. Fotos: Wäspi

Die Würfel sind gefallen: Am Sonntag zeigten die Garmisch-Partenkirchner beim Bürgerentscheid, dass sie hinter der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 stehen. Zwar wurde das Wunschergebnis von „60 Prozent plus X“ nicht erreicht. Für OlympiJa ist dieses Ergebnis dennoch ein untrügliches Zeichen, dass die Bürger die Spiele wollen. Ob die erreichten 58 Prozent auch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Eindruck schinden können, wird sich aber wohl erst am 6. Juli zeigen, dem Stichtag für die Bewerberstädte.

Dicht aneinander gedrängt warteten Heerscharen von Journalisten und Bürgern im Foyer des Rathauses am Sonntagabend auf das Ergebnis der beiden Bürgerentscheide, den Blick stets auf die Monitore gerichtet, die über zweieinhalb Stunden hinweg tröpfchenweise die Auszählungen der einzelnen Stimmbezirke bekannt gaben. Um 20.36 Uhr hatte das Warten dann ein Ende, als das Ergebnis feststand: 58 Prozent der Garmisch-Partenkirchner haben für Olympia gestimmt. Für die Anhänger von OlympiJa, die sich um Peter Fischer, den Kopf der Pro-Bewegung, versammelt hatten, gab es dann kein Halten mehr und brachen in schallenden Jubel aus. Im Lager der NOlympianer um Axel Doe­ring, Spitze der Contra-Bewegung, hingegen hielt sich die Freude über diesen Ausgang in Grenzen. Mit zerknirschter Mine nahm man zur Kenntnis, dass lediglich 41,93 Prozent der Garmisch-Partenkirchner gegen die Spiele stimmten. Grabesstimmung herrschte dennoch nicht, denn Doering sieht in diesem knappen Sieg für OlympiJa kein unschlagbares politisches Signal: „Die Riesenmehrheit ist hier nicht erreicht. So ist das kein Erfolg für die Olympiabewerbung.“ Erleichterung stand in den Gesichtern der Olympia-Fans, als sie um 20.36 Uhr erfuhren, dass die OlympiJaner im Bürgerentscheid die Oberhand behielten. Damit liegt eine offizielle und demokratisch herbeigeführte Abstimmung vor, die , so ist Bürgermeister Thomas Schmid zuversichtlich, die Grabenkämpfe unter den Bürgern um dieses polarisierende Thema beseitigt. In 14 Bezirken haben von insgesamt 20918 Stimmberechtigten 12476 den Gang zur Wahlurne angetreten. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von knapp 60 Prozent. Eine Marge, wie man sie in Bürgerentscheiden noch nie erlangt habe, bemerkte Bürgermeister Thomas Schmid. Allein dieser beträchtlichen Beteiligung wegen erachtet Axel Doering die Bemühungen von NOlympia für nicht vergebens. „Diese hohe Beteiligung zeigt eindeutig, dass das Interesse bei den Leuten da war sich mitzuteilen“, resümierte Doering. Am Wahlergebnis ist dennoch nichts mehr zu rütteln. Die Garmisch-Partenkirchner haben im ersten Bürgerentscheid mit 58,07 Prozent für die Olympischen Spiele gestimmt. In nur einem der 14 Bezirke stellten sich die Bürger mit 52,49 Prozent auf die Seite der Olympia-Gegner. Im zweiten Entscheid, bei dem es vorranging um die Überprüfung der Verträge ging, überwog zwar auch die pro-olympische Seite, jedoch mit einer äußerst knappen Mehrheit von 50,59 Prozent. Auch die Stichfrage, die im Falle von Mehrheiten auf jeder Seite gegriffen hätte mit der einfachen Fragestellung „Ja“ oder „Nein“ zu Olympia, fiel mit 54,91 Prozent zugunsten der Spiele aus. „Leider haben wir unser Ziel verfehlt“, gab Doering unumwunden zu und man werde das Ergebnis akzeptieren. E zweifelt aber die positive Wirkung dieses Ergebnisses an. „Die Riesenmehrheiten von weit über 60 Prozent, wie sie sich die Befürworter ausgemalt haben, sind hier nicht erreicht. Das ist kein politisches Signal für Olympia“, warf der Kopf der Olympia-Gegner in den Raum. Vor allem die Zahlen des zweiten Entscheides zeigten, dass selbst Olympiabefürworter die Verträge noch einmal gerne geprüft sehen möchten. Ganz anders hingegen sieht das vor allem der Mann der Stunde, Peter Fischer, Wortführer der Olympia-Befürworter. „Von knapp kann man hier nicht reden. Die Bürger zeigen uns eindeutig, dass sie die Spiele haben möchten. Das ist ein äußerst wichtiges Signal für Garmisch-Partenkirchen und somit auch für Deutschland“, ließ er mit zufriedener Mine keinen Zweifel über die positive Wirkung des Bürgerentscheides offen. Dem schlossen sich auch Bürgermeister Thomas Schmid und Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft, an. „Das ist ein klares Votum. Es ist auch ein guter Zeitpunkt, denn die Details sind nun auf dem Tisch und der Bürger weiß jetzt, was kommt. Mit dieser Mehrheit braucht sich Garmisch-Partenkirchen auch nicht zu verstecken, wenn es nach Lausanne geht“, zog Schmid ein positives Fazit. In diese Richtung blickte auch Schwank. „Diesen Rückenwind können wir für die internationale Präsentation am Entscheidungstag vom 6. Juli in Durban mitnehmen“, war er sich sicher. In seinen Erläuterungen betonte er auch, dass die Bewerbung insgesamt gut dastünde. „Es gibt wohl keine deutsche Bewerbung, die so hoch aus dem privaten Bereich gesponsert ist. Damit sind wir sehr gut aufgestellt.“ 80 Prozent des Budgets seien gedeckt, so Schwank, für die restliche Lücke würden noch Gespräche geführt. So geht es weiter Dass die Bewerbung jetzt nicht mehr aufzuhalten ist, dessen ist sich Doering bewusst. „Wir werden die Bewerbung aber weiterhin kritisch begleiten“, eröffnete Doering noch in der Pressekonferenz. Man werde sich demnächst Treffen, das weitere Vorgehen erörtern und versuchen zu verhindern, dass München den Zuschlag bekommt. Für Garmisch-Partenkirchen, so Schmid, bedeute das Ergebnis, dass man mit den Planungen ungehindert weitermachen könne. In dieser Woche veröffentlich das IOC seinen Evaluierungsbericht über die drei Kanditatenstädte München Pyeongchang (Südkorea) und Annecy (Frankreich). Die nächste große Etappe im Bewerbungsprozess gilt es am 18. und 19. Mai in Lausanne beim technischen IOC-Briefing zu nehmen. Diese gilt bei den Kandidatenstädten als entscheidende Präsentation. Wie es bis dahin um die Bereitstellung der noch fehlenden Grundstücke bestellt ist, bleibt abzuwarten.

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