Ein Sommerpflaster für den Gletscher

Auch dieses Jahr rückten die Planen-Ausleger auf der Zugspitze wieder an, um den Schneeferner am Zugspitzplatt abzudecken und den Gletscher damit in den Sommerschlaf zu schicken. Am 23. Juni wurde ein Teil des Eismassivs auf Deutschlands höchstem Berg wieder eingepackt und so gegen Sonneneinstrahlung, Regen und Temperaturen in der warmen Jahreszeit geschützt.

In den Monaten Mai und Juni war das Team der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG mit Schneeaufschiebearbeiten beschäftigt. Der Schnee wurde dabei als natürliches Schutzschild in Position gebracht und über der Gletscherfläche verteilt. An Stellen, an denen es technisch machbar ist, kommen zu dieser Schutzabdeckung durch Schnee noch zusätzlich fünf Meter breite und 30 Meter lange LKW-Planen, die wie ein Pflaster für den Gletscher wirken. Einige Tage waren die Arbeiter damit beschäftigt, den Schutz über den Gletscherabschnitt mit den 130 Kilogramm schweren Planen auszulegen, durch Ösen miteinander zu verknüpfen und mit Holzbalken zu beschweren. Die Abdeckung isoliert und leitet das Regenwasser sowie die Sonneneinstrahlung ab. Dadurch bleibt der Schnee auf dem Gletscher liegen und schützt das darunter liegende Eis. „Die Maßnahmen der letzten Jahre haben erreicht, dass der Gletscher in einem natürlichen Maße zurückgeht“, so Martin Hurm, Leiter des Zugspitzgebiets. Dieses Mal konnten sich die Verantwortlichen der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG nun auf eine kleinere Fläche konzentrieren. Günstiges Timing, denn die Schneeverhältnisse des vergangenen Winters lassen ein großflächiges Abdecken nicht zu: Bedingt durch die Wetterlage blieben die Niederschläge in der kalten Jahreszeit nahezu gänzlich aus. Schuld daran war unter anderem eine ungünstige Westströmung. Laut Deutschem Wetterdienst sind in den Monaten Januar bis April nur 65 Prozent des Normalniederschlags auf der Zugspitze gefallen. Auch die Niederschläge in den vergangenen zwei Monaten konnten dieses Defizit in Menge und Qualität nicht mehr ausgleichen. „Sinnvoll abgedeckt werden deshalb dieses Jahr nur rund 500 Quadratmeter Gletscherfläche“, resümiert Martin Hurm.

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