Sonderzug war ein voller Erfolg – Toller Sieg gegen Kaufbeuren zum Ende der Schulferien

Sechsmal durften die Riesserseer hier mit Greg Collins im Derby gegen Kaufbeuren jubeln. Foto: Thomas Sehr

Weihnachtszeit ist Eishockeyzeit. Während die Schüler und viele Erwachsene frei haben, müssen die Eishockeyspieler kräftig ran. 13 Spiele hatten die Riesserseer in 36 Tagen zu absolvieren. Das letzte Spiel war das Derby gegen Kaufbeuren, das mit 6:3 gewonnen wurde. „Wir haben sieben Auswärtsspiele gehabt, mit teilweise riesen Strapazen, auch von den Auswärtsfahrten her. Wir waren eine Mannschaft, die es enorm schwer hatte. Kaufbeuren beispielsweise hatte am Dienstag ein Heimspiel, am Freitag ein Heimspiel kam ausgeruht hierher. Wir haben stattdessen am Dienstag in Bietigheim und am Freitag in Hannover gespielt“, sagte Geschäftsführer Ralph Bader. „Ich ziehen den Hut vor der Mannschaft, wie sie körperlich, konditionell und auch mit einer Einstellung agiert hat. Riesen Respekt dem Team und dem Trainer!“

Das Wochenende begann mit dem Spiel in Hannover. Zum dritten Mal in der jüngsten Geschichte des SC Riessersee charterten die Fans am Dreikönigstag einen Sonderzug. Doch wie beim ersten Spiel der Saison in Niedersachsen verlief die Anreise nicht völlig reibungslos. Damals, Mitte Oktober, mussten die Spieler ein liegengebliebenes Auto aus einer Baustelle schieben, um mit dem Mannschaftsbus weiter voran zu kommen, diesmal war „Andrea“ für die Verzögerung verantwortlich. Das Sturmtief hatte die Bahnlinie zwischen Garmisch-Partenkirchen und Eschenlohe lahm gelegt, so dass die Mannschaft und die Fans, welche direkt in Garmisch-Partenkirchen einsteigen wollten, mit Bussen nach Murnau gebracht werden mussten. Gegen 10 Uhr startete dann der „König-Ludwig Weißbier Express“ nach Hannover. Es war alles top vorbereitet, die Mannschaft hatte einen ganzen Wagen für sich, in jedem Abteil saßen nur drei Spieler, so dass ausreichend Zeit für Ruhephasen da war. Mit den Fans, die aus ganz (Nord-)Deutschland gekommen waren wurden die Weiß-Blauen insgesamt von knapp 400 Anhängern unterstützt. Am Ende gab es jedoch eine 3:5-Niederlage.„Das Entscheidende waren die vier Tore in Unterzahl, die wir kassiert haben“, sagte Trainer Zdenek Travnicek. „Ich muss die Mannschaft aber in Schutz nehmen, sie hat immer weitergekämpft und wollte unbedingt die drei Punkte holen.“ Einen starken Einstand feierte dabei Hannovers Neuzugang Aris Brimanis. Bereits nach knapp zwei Minuten waren die Gastgeber in Überzahl und der amerikanische Verteidiger feuerte einen Handgelenkschuss ab, bei dem Harti Wild im Tor des SCR keine Abwehrchance hatte. Mit dem frühen 1:0 übernahm der ECH vor 3.902 Zuschauern die Initiative und kam zu etlichen guten Chancen. Sven Gerbig, Marius Garten und DJ Jelitto scheiterten jedoch mehrfach am Weiß-Blauen Keeper. In der 18. Spielminute leisteten sich die Indianer in Überzahl an der blauen Linie des SCR einen missglückten Querpass, den Tim Regan abfangen konnte. Der Kapitän brachte den Puck an Edgars Lusins im Tor des ECH vorbei – 1:1. Genau zwei Minuten vor der ersten Sirene erwischte Riessersees Christian Völk Hannovers DJ Jelitto mit dem hohen Stock an der Nase. Der Stürmer der Indians zog sich einen Cut zu, konnte nach kurzer Behandlung aber weiterspielen. Für Christian Völk war die Partie hingegen gelaufen, er wurde mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe zum Duschen geschickt. Im anschließenden Powerplay traf Michael Fröhlich zur 2:1-Pausenführung der Hausherren. Im zweiten Durchgang waren die Großstadtindianer noch immer in Überzahl: Dylan Gyori eine Kombination zum 3:1 ab und nur 23 Sekunden später erhöhte Jan Hemmes mit einem Hammer von der blauen Linie auf 4:1. Im letzten Drittel gelang dem SCR das 2:4, als Alexander Deilert in Überzahl traf. Doch die Gastgeber stellen durch Michael Fröhlich den alten Abstand wieder her. Den Schlusspunkt setzten der SCR, Tim Richter traf vier Sekunden vor dem Ende zum 3:5-Endstand. „Ich bin froh über die drei Punkte, aber wir müssen den Mund abwischen und weiter machen“, sagte Hannovers Trainer Christian Künast. „Wir hatten heute im Powerplay das Glück auf unserer Seite. Was ich nicht haben kann, sind Disziplinlosigkeiten, wie am Ende des zweiten Drittels. Das ist vierte, fünfte oder sechste Liga, aber nicht 2. Bundesliga. Man muss mal lernen, dass man auch mal den Mund halten muss und etwas einstecken und für die Mannschaft spielen.“ Für Zdenek Travnicek war es eine Premiere, noch nie war er, weder als Spieler noch als Trainer zu einer Begegnung per Bahn angereist: „Es war sehr bequem in Zug, es hat alles gepasst, aber mit drei Punkten im Gepäck wäre es natürlich noch viel schöner gewesen”, meinte er. Damit wurde nach Kassel und Dresden auch die dritte Auswärtspartie, zu der die Garmisch-Partenkirchner per Zug angereist waren, verloren. Die Hannoveraner entwickeln sich damit immer mehr zum Angstgegner der Riesserseer. Sie sind das einzige Team, gegen das es in der laufenden Saison drei Niederlagen gab. Ganz anders ist die Situation gegen den ESV Kaufbeuren. Das 6:3 am Sonntag war bereits der dritte Sieg. Gegen kein anderes Team der Liga haben die Weiß-Blauen bislang neun Punkte in der laufenden Saison geholt, auch nicht gegen den absoluten „Lieblingsgegner“ Heilbonner Falken, gegen den acht Punkte bisher eingefahren werden konnten. Ausschlaggebend für den erneuten Derbyerfolg war das tschechische Sturmduo Lubor Dibelka und David Appel. Die beiden trumpften wieder einmal groß auf: Dilbelka war an fünf der sechs Treffern beteiligt, Appel sogar an allen. Als Dank für die Unterstützung zogen die beiden nach dem Spiel ihre Schlittschuhe und ihre Helme vor den Fans in der Ostkurve aus und gingen strumpfsockig in die Kabine. „Entscheidend waren die Spezial Teams. Wir haben sehr gut in Überzahl gespielt und auch doppelte Unterzahlsituationen hervorragend überstanden”, freute sich Travnicek. Bereits nach fünf Minuten eröffnete Topskorer Lubor Dibelka den Torreigen. Im zweiten Drittel wurde der Tabellenfünfte noch früher erwischt: Lediglich 57 Sekunden waren absolviert, als David Appel auf 2:0 stellte. Brock Sheahan, Benjamin Barz und Alexander Deilert jeweils in Überzahl sorgten bereits im Mittelabschnitt für die Vorentscheidung. „Im Powerplay spielen immer die gleichen Leute. Heute war der Unterschied, dass wir mehr geschossen und schneller die Scheibe gespielt haben. Vorher wollten wir die Scheibe immer ins Tor tragen“, sagte Travnicek. „Die Voraussetzung für das letzte Drittel war, dass wir kein Tor kriegen: Ich habe der Mannschaft gesagt: Nach vorne können wir, nach hinten müssen wir. Wichtig ist kein Risiko zu nehmen. Ich wollte nicht nur Punkte und Tore sehen, ich wollte auch, dass Harti Wild einen Shut-out feiert.“ Dass dies nicht gelang, war nur ein klitzekleiner Schönheitsfehler. Der Ex-Riesserseer Andrew McPherson traf für die Gäste zum 1:5, ehe Greg Collins den alten Abstand wieder herstellte. Mit Rob Brwon trug sich ein weiterer Ex-WEiß-Blauer in die Torschützenliste ein, ehe Maximilian Schäffler den 3:6-Endstand für die Allgäuer herstellte. „Im ersten Drittel hatten wir die Chancen, Tore zu machen. Wenn wir die Treffer machen, dann sieht es anders aus. Unsere Mannschaft war zu leichtsinnig im Spiel. Für mich hat sie 54 Minuten geschlafen, egal, welche Spieler das waren, von hinten bis vorne“, ärgerte sich Ken Latta. Das Spiel gegen Kaufbeuren war erst der Beginn der Derbywoche, denn am Freitag ab 19.30 Uhr in Rosenheim und am Sonntag ab 18.30 Uhr gegen die Landshut Cannibals stehen weitere Duelle mit bayerischen Konkurrenten auf dem Programm.

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