Starke Leistung – Neureuther und Dopfer preschen nach vorn

Zagreb und Adelboden war für die beiden Fahrer aus Garmisch-Partenkirchen, Felix Neureuther und Fritz Dopfer, eine Reise wert. Die beiden belegten bei den beiden Rennen in Kroatien beziehungsweise in der Schweiz die Ränge zwei und sechs.

Zunächst schaffte es Neureuther in Zagreb auf den zweiten Platz hinter dem Österreicher Marcel Hirscher. Vor dem Rennen hatte der Partenkirchner noch betont, nach seinem Knorpelschaden im Knie noch nicht wieder bei 100 Prozent zu sein. Beim Torlauf auf dem Bärenberg zeigte er sich aber angriffslustig und selbstbewusst. Sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang meisterte er selbst schwierigste Bedingungen und katapultierte sich verdient auf den zweiten Platz. Für Neureuther war es der zweite Podestplatz in dieser Saison. „Es ist natürlich auch das Resultat harter Arbeit", sagte der 27Jährige nach dem Rennen. Im Sommer hatte der Partenkirchner das Material ge- wechselt, seitdem läuft es wesentlich runder als in den Vorjahren. „Er kann deutlich mehr ans Limit gehen und sich auch mal einen Fehler erlauben“, sagte Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel. In der Tat: Bei Neureuthers wilden Ritten durch den Stangenwald stockte ein ums andere Mal der Atem – ein Abflug schien vorprogrammiert. Doch der Neureuther der laufenden Saison schlängelt sich deutlich sicherer über die Piste. Der Österreicher Marcel Hirscher kam mit einer Gesamtzeit von 1:51,84 Minuten 0,29 Sekunden vor Neureuther ins Ziel und feierte seinen vierten Saisonsieg. Dritter wurde der Lokalmatador Ivica Kostelic. Fritz Dopfer zeigte vor allem im ersten Durchgang eine vielversprechende Leistung. Bei nachlassender Piste fuhr er mit der Startnummer 24 bis auf Platz elf vor. Auch im zweiten Lauf attackierte er, hatte dann aber bei einem Skifehler nicht das nötige Glück und schied aus. Zwei Tage später schrammte der Fahrer des SC Garmisch nur knapp an einer Überraschung vorbei. Beim Riesenslalom in Adelboden ging er im ersten Lauf ohne jeden Respekt auf die Strecke. Dopfer umkurvte die Tore fast schon lässig. Der vorübergehende Lohn: Bestzeit bei allen Zwischenzeiten. Eine leichte Unkonzentriertheit im Zielhang verdarb Dopfer dann aber den Tag: Der Garmischer drehte zu spät, touchierte die Stangen und rutschte ins Ziel – allerdings am letzten Tor vorbei. Immerhin: Seine gute Laune ließ sich Dopfer nach der bisher hervorragenden Saison nicht verderben. „Die ersten Rennen sind definitiv gut gelungen“, so Dopfer. Auch in Adelboden habe er probiert, „richtig Gas zu geben“. Sein Ausscheiden sei deshalb „bitter, aber es war ein Fahrfehler“, analysierte der Garmischer. Lob gab's vom ARD-Alpinexperten Markus Wasmeier: „Er ist oben angekommen“, sagte er über Dopfer. Der Sieg im Riesenslalomklassiker am Chuenisbärgli ging an den Österreicher Marcel Hirscher - auch, weil der US-Amerikaner Ted Ligety im zweiten Durchgang patzte. Die Franzosen Steve Missilier und Richard Cyprien verpatzten ihre Läufe, Massimiliano Blardone aus Italien kam knapp hinter Raich ins Ziel. Und Ligety? Der Weltmeister lag auf Siegkurs, reihte im unteren Streckendrittel dann aber Fahrfehler an Fahrfehler und rutschte als Vierter sogar vom Podest. Einzig Hirscher präsentiert sich solide: Der Österreicher rettete acht Hundertstel seines Vorsprungs aus dem ersten Durchgang ins Ziel und gewann vor Landsmann Raich und Blardone. Auch beim zweiten Rennen in Adelboden, einem Slalom, war Hirscher nicht zu schlagen. Er fuhr allen davon und profitierte dabei auch von seiner Risikobereitschaft. Der Kroate Ivica Kostelic kam bei ruppigen Pistenbedingungen und schlechter Sicht als Zweiter ins Ziel, der Italiener Stefano Gross fuhr als Dritter überraschend einen Podestplatz ein. Für eine freudige Überraschung aus deutscher Sicht sorgte Fritz Dopfer, der mit Startnummer 26 bis auf Platz sechs vorpreschte und sich über seine vierte Top-Ten-Platzierung in dieser Saison freuen durfte. „Super“, meinte Dopfer zu seiner Leistung. Felix Neureuther wurde noch während des ersten Durchgangs aus der Wertung genommen. Der 27-Jährige hatte am dritten Tor eingefädelt, trotz des Fehlers den Lauf aber zu Ende gebracht und war mit einer Spitzenzeit im Ziel angekommen. Nur vier Hundertstelsekunden trennten ihn im ersten Durchgang von Platz eins. Sogar die Bestzeit wäre für ihn möglich gewesen, wenn er nicht im steilen Zielhang knapp an einem Sturz vorbeigeschrammt wäre. „Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich da eingefädelt habe“, sagte Neureuther. Am Sonntag steht ein weiterer Klassiker auf dem Programm: Dann geht es ab 10.15 Uhr im Slalom von Wengen um den Sieg. Der zweite Durchgang beginnt um 13.15 Uhr.

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