Steigen die Chancen für Konzertsaal? – Kunstminister Heubisch: 150. Geburtstag von Strauss wäre Anlass für "besonderen Einsatz"

In Strömen kamen Besucher und geladene Gäste nach dem Festivalauftakt zum Eröffnungskonzert ins Kongresshaus und sorgten für einen voll besetzten Konzertsaal. Fotos: Goebel

Der Auftakt zum Richard-Strauss-Festival hätte nicht besser sein können: Sommerliche Temperaturen bescherten den Veranstaltern viele Besucher, die im Michael-Ende-Kurpark die Sonne genossen und passend zum Motto „Strauss – Natürlich!“ die Festivaleröffnung im Freien verfolgten. Viel wichtiger aber war, was Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) an diesem Abend beim Staatsempfang im Kongresshaus in Aussicht stellte: Das Jahr 2014, in dem der 150. Geburtstag von Richard Strauss gefeiert wird, sei ein Anlass, um darüber nachzudenken, wie eine operntaugliche Konzertstätte in Garmisch-Partenkirchen umgesetzt werden könne.

Dem Kunstminister gelang beim Staatsempfang ein echter Überraschungscoup: „In zwei Jahren wird ganz Bayern von Strauss’ Musik erfüllt sein“, kündigte Heubisch an. Für dieses Jubiläumsjahr seien die Planungen in seinem Hause bereits im Gang. Und natürlich sei auch das Thema eines geeigneten Konzertsaales Gegenstand der Überlegungen. „Dieses Vorhaben kann ich von Herz und Seele her unterstützen“, bekannte der Klassikfan, „denn es ist wirklich ganz grandios, welche Klasse hier in Garmisch-Partenkirchen geboten wird. Dieses Format ist wunderbar und das soll auch so bleiben.“ Dafür, so versprach er, werde er im Kabinett eintreten. Um die nötige Unterstützung zu bekommen, ließ er durchblicken, dass er 2013 möglicherweise Ministerpräsident Horst Seehofer und Finanzminister Markus Söder zum Staatsempfang mitbringen werde. Sozusagen als „Bavarian wind“, auf das Bläserensemble German Winds Bezug nehmend, die das erste Konzert gestaltet hatten, um der Sache den nötigen Auftrieb zu geben. Heubisch ist auch überzeugt, dass ganz Bayern stolz auf die Festspiele in Garmisch-Partenkirchen sein könne und dass das Strauss-Jahr 2014 diese Wirkung noch verstärken werde. Über die überraschende Ankündigung, sich im Rahmen dieses Jubiläums auch im Kabinett für operntaugliche Konzerträumlichkeiten in der Marktgemeinde stark zu machen, freuten sich vor allem die künstlerische Leiterin Ks. Brigitte Fassbaender und Bürgermeister Thomas Schmid. Fassbaender hatte bereits in ihrer Eröffnungsrede betont, dass Strauss ein „musikalisches Markenzeichen Bayerns“ sei. Richard Wagner hätte „als kleiner Sachse mit großem Werk“ von König Ludwig II. ein ganzes Theater in Bayreuth bekommen. Strauss, „der große Bayer mit großem Werk“, müsse aber immer noch warten auf eine Kultstätte. Neben Wagner sei Strauss der größte deutsche Opernkomponist, die Aufführung seiner Werke verlange einfach größere Räumlichkeiten. Auch Schmid ist sich dessen bewusst. „Wir wissen, dass wir angemessene Möglichkeiten brauchen, denn wir bewegen uns auf hohem Niveau“, sagte er und fügte vielversprechend hinzu: „Es ist ein großes Projekt, aber wir haben es auf dem Schirm.“ Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit des Festivals auch, um seinen besonderen Dank der Familie Strauss auszusprechen und deren großen Einsatz für das Festival. „Sie leisten unglaublich viel für uns.“ Daher überreichte er dem Strauss-Enkel Dr. Christian Schmid die Goldene Bürgerplakette des Marktes und gratulierte ihm noch nachträglich zum 80. Geburtstag. So war dieser Abend eine mehr als gelungene Auftaktveranstaltung. Mit Sonnenhut oder im luftigen Kleid konnten sich die Besucher im vollbesetzten Kurpark auf das Motto des Festivals „Strauss – Natürlich!“ denkbar bestens einstimmen. Es sei gerade dieser besondere Reiz des Ortes und dieser herrlichen Natur, so Fassbaender, die Strauss so geliebt habe und von der er sich für viele seiner Werke inspirieren ließ. „So verbindet man Augenschmaus mit Ohrenschmaus“, sagte sie. Die Vieldeutigkeit des Themas liege auch in der Natürlichkeit seiner Musik. „Strauss ist so natürlich fließend und kraftvoll, er tut mir einfach wohl, beim Singen und beim Hören.“ So wolle sie Strauss immer wieder unter neuen Aspekten beleuchten, um den Festivalbesuchern neue Anreize zu geben. Dass ihr das vollauf gelungen ist, beweisen die vielen Besucher, die mit Begeisterung die Konzerte besuchen.

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