Tierisches Spektakel – Tausende Schaulustige feierten in Krün beim Almabtrieb die "Rückkehrer"

Mit wunderschön aufgekranzten Jungkühen am Strick zogen Burschen udn Landwirte durch die Straße. Fotos (5): Kornelia Wehmeier

Der Almabtrieb am vergangenen Samstag lockte fast 4000 Besucher aus nah und fern nach Krün. Bereits um neun Uhr trafen die ersten Gäste ein, um sich einen guten Platz am Straßenrand zu sichern. Und als gegen 11.30 Uhr die erste Gruppe mit ca. 80 Jungvieh – angeführt von Gemeindehirt Max Kriner – auftauchte, standen die Schaulustigen wie „festgemauert“ auf den Bürgersteigen und an jedem freien Platz, der noch nicht besetzt war.

Der Wettergott war gnädig und schickte Spätsommerwetter und viel Sonnenschein, was die ganze Veranstaltung zum Vergnügen machte. Ein rundum gelungener und ausgefüllter Festtag für Groß und Klein. Und viele angereiste Touristen haben bereits jetzt schon für den Almabtrieb im nächsten Jahr gebucht. Die Vorbereitungen zum viertägigen Krüner Festwochenende mit Bieranstich, Wunschkonzert, zur Party mit „Hot Stuff“ und dem Almabtrieb mit Bauernmarkt als Höhepunkt haben sich gelohnt. Noch bevor die große Kür der 155 Rinder über Krüns Hauptstraße begann, wurden die Kühe auf der Heimwiese an der Isar „aufgeputzt“ und geschmückt. Blumen, Blätter, Beeren und Tannenzweige wurden zu Kronen und Kopfschmuck gesteckt und zwischen den Hörnern befestigt. Wobei es auch bei den „Rindviechern“ um den schönsten Schmuck geht. Auf der Tribüne vor dem Krüner Maibaum gab Bürgermeister Thomas Schwarzenberger in lockerem Ton Informationen zu den einzelnen Gruppen und plauderte über die Almwirtschaft, den Viehbestand, die Weideflächen mit Sommerweiden und deren Nutzung in hochalpinen Lagen. Damit auch jeder seine Worte verstehen konnte, hatte Michael Albrecht für eine entsprechende Beschallung gesorgt. Weiter trotteten 15 bis 20 geschmücktes Jungvieh und Milchkühe recht gesittet mit Hirte Franz Simon vorbei und Klement Neuner führte die seltene Rasse der „Murnau-Werdenfelser“. Als letzte zeigten sich 35 Kälber, die gerade erst ihre Sommerfrische auf der „Brandle-Alm“ bei Mittenwald beendet hatten. Sie gehören den Krüner Landwirten und bleiben noch bis Herbstende auf den Viehweiden am Dorf. „Es hat glücklicherweise keine tödlichen Verletzungen auf den Almen gegeben“, informierte Schwarzenberger: „Hornbrüche und Schürfwunden machen keine Schwierigkeiten.“ In den Zwischenpausen erfreuten die „Goaßnschnoitzer“ das Publikum mit ihren Peitschenkünsten, wobei sich mancher Besucher lieber in Sicherheit brachte. Nach dem imposanten Kuhdefilee zogen die vielen Besucher zum Bauernmarkt und Festzelt am Sportplatz. Hier herrschte Oktoberfeststimmung, denn nur mit Mühe und Geduld konnte man sich einen Sitzplatz erobern oder zu den Ständen vordringen. Viel gab es zu sehen und zu erwerben. Heimische Produkte wie Körbe, Filz- und Schafwolle für kalte Tage, Gartendekoration, Lederwaren, Honig, Mar- melade und hübsche Kleinigkeiten als Mitbringsel. Dazu noch die leckeren Bratwürste, Suppen, Schmalzgebackenes, Süssigkeiten. Es fiel offensichtlich vielen schwer, sich zu entscheiden. Und beim Getränkestand musste man sogar warten, weil zwischendurch die Flaschen mit Bier, Spezi, Schorle und Wasser ausgingen, denn mit diesem sommerlichen Ansturm hatte man nicht gerechnet. Im großen voll besetzten Bierzelt ging es zünftig zu. Es spielten die Achtaler Musikanten und die Krüner Alphornbläser, dazu eine kühle Maß und bayerische Schmankerl – das war eine würdige Fortsetzung des Almabtriebs.

Meistgelesene Artikel

Unfall auf B2: 40000 Euro Schaden

Oberau - Die Autofahrer dachten heute Morgen, dass bestimmt die vielen Skifahrer den über zwei Kilometer langen Stau ausgelöst hätten. Dem war aber …
Unfall auf B2: 40000 Euro Schaden

Mit gestohlenem Auto davon

Wallgau - Ein 23-jähriger gebürtiger Rumäne mietete sich am Montag, 16. Januar, in einer Wallgauer Pension in der  Risser Straße ein. Er war in …
Mit gestohlenem Auto davon

Die kommenden Entwicklungen abwarten

GAP – Der gemeinsame Neujahrsempfang der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und des Marshall Centers hat Tradition und so traf man sich am Mittwoch …
Die kommenden Entwicklungen abwarten

Kommentare