So überleben auch kleine Schulen

Vorn (v.li.): Schulleiterin Gisela Ehrl (Garmisch am Gröben), Daniela Bittner (Zweite Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen), Anneliese Willfahrt (Schulamtsdirektorin), Rektorin Josefine Schneider (Bad Kohlgrub), Guido Kamp (Landratsamt). Mitte (v.li.): die Rektoren Markus Hirthammer (Partenkirchen) und Werner Sappa (Oberammergau), Bürgermeister Peter Imminger (Oberau), Landrat Harald Kühn, Rektor Thomas Metschies (Murnau), Bürgermeister Adolf Hornsteiner (Mittenwald). Ganz Hinten (v.li.) Personalrats-Vorsitzender Winfried Strunz, die Bürgermeister Michael Rapp (Murnau) und Arno Nunn (Oberammergau) sowie die Rektoren Herbert Stocker (Oberau) und Wolfram Schumm (Mittenwald). Foto: Wäspi

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ELISABETH WÄSPI, Landkreis – Was lange währt, wird endlich gut. Vier Jahre intensiver Dialoge, Informationsarbeit und Beratungen mussten geleistet werden, bis Anneliese Willfahrt, Leiterin des Staatlichen Schulamtes Garmisch-Partenkirchen, das Ergebnis dieser Mühen präsentieren konnte: Im Landkreis wurden zwei Mittelschulverbünde gegründet – Garmisch-Partenkirchen / Mittenwald und der Verbund von Murnau, Bad Kohlgrub, Oberammergau und Oberau. Ein möglichst zukunftsfähiges Schulkonzept zu schaffen war die Prämisse, als vor vier Jahren beschlossen wurde, die Hauptschulen umzustrukturieren und sich in Mittelschulverbünden zusammen zu schließen. Und zur Freude aller ist dies auch gelungen. „Alle Beteiligten waren sehr offen für das Thema und für Gespräche“, freute sich vor allem Anneliese Willfahrt, Leiterin des Staatlichen Schulamtes Garmisch-Partenkirchen, als sie kürzlich zu den Verbundschlüssen, die am 1. August in Kraft treten, informierte. „Mit Hilfe dieser Verbünde sind wir vor allem auch in der Lage, die Auflösung kleiner Schulen vorzubeugen“, hob Willfahrt auch die Zweckmäßigkeit hervor, denn aufgrund der demografischen Entwicklung sei es nur eine Frage der Zeit, bis kleine Schulen das Handtuch werfen müssten. Im Schulverbund hingegen muss erst aufgelöst werden, wenn eine Schule überhaupt keine Klassen mehr führen kann. So sei vor allem die Zukunft der kleineren Schulen im Ammertal gesichert, betonte die Amtsleiterin. Eine Umstrukturierung fand aber auch im Qualitäts- und Bildungsangebot statt. Das Augenmerk galt dabei verstärkt dem Betreuungsangebot und der praxisnahen Berufsorientierung. So gibt es an sämtlichen Mittelschulen drei Zweige – Technik, Wirtschaft und Soziales –, die den Schülern je nach Neigung zur Verfügung stehen. Sollte ein Zweig aufgrund zu geringer Schülerzahlen nicht zustande kommen, bietet der Verbund den betroffenen Schülern die flexible Möglichkeit, den sogenannten Praxistag an der wohnortnächsten Mittelschule im Verbund wahrzunehmen. Dabei werden sie Betriebe erkunden, Bewerbungstraining erhalten, konkrete Tipps von Experten aus der Wirtschaft an die Hand bekommen und mehr. Einen weiteren Vorteil bieten die Verbünde bei der individuellen Förderung der Schüler. Gemäß dem individuellen Leistungsstand können Schüler bei den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch in Kleingruppen unterteilt und so gezielter gefördert werden. So könnten leistungsstarke Schüler leichter auch an Realschulen wechseln und umgekehrt. Dazu werden die Schüler betreut in gebundenen Ganzstagsklassen, in offenen Ganztagsangeboten mit Ferienbetreuung oder auch in der verlängerten Mittagsbetreuung. Eine entscheidende Verbesserung ist die Option den mittleren Bildungsabschluss zu erreichen, der mit dem Abschluss einer Realschule oder Wirtschaftsschule zu vergleichen ist. Eine Sonderstellung nimmt hierbei die Mittelschule in Mittenwald ein. Dort läuft derzeit ein Schulversuch, den das Staatsministerium für Unterricht und Kultus genehmigt hat. Bisher werden in den Jahrgangsstufen sieben bis neun sogenannte M-Kurse angeboten. Hierbei werden die Schüler in je zwei zusätzlichen Stunden in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik auf erhöhtem Niveau der M-Klassen unterrichtet.

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