Uffinger Sängerinnen feiern 50-Jähriges

An ihr erstes Lied als Dreigesang können sich Agi Mayr, Marlene Zach und Erika Klar noch gut erinnern: „Zwoa schwarzbraune Rösser.“ Davor waren Zach und Klar schon einige Zeit als Duo öffentlich aufgetreten – heuer feiern die Uffinger Sängerinnen ihr 50. Bühnenjubiläum.

Dass sie einmal zu den bekanntesten Gesangsgruppen der oberbayerischen Volksmusik werden würden, hatten sich die drei Damen damals, am Anfang ihrer Auftritte, nicht vorstellen können. Es begann nämlich alles sehr bescheiden – im Kuhstall, wie Marlene Zach erzählt: „Ich stand jeden Morgen oben auf der Tenne im Heu. Erika unten bei den Kühen. Jede von uns trällerte so vor sich hin.“ Was die beiden Frauen lange Zeit nicht mitbekommen hatten, war, dass Wolfgang Scheck als Abiturient täglich auf dem Weg zum Gymnasium an dem Stall vorbei kam. Er hörte ihnen beim Singen zu, heimlich. Scheck war schon als Bursch sehr von der Musik begeistert und wurde nach seiner Zeit als Hauptschullehrer in Murnau der Nachfolger des legendären Fanderl Wastl als Volksmusikpfleger von Oberbayern. Eines Tages sprach Scheck die Frauen an, zuhause erzählte er von den jungen Sängerinnen. Daraufhin meldete sein Onkel Bertl Scheck die beiden zum Gausingen in Raisting an. 1959 war das – die Geburtsstunde der Uffinger Sängerinnen, damals noch als Duo. Scheck wurde als Zitherbegleitung verpflichtet; eine Aufgabe, die er bis zu seinem frühen Tod nicht mehr abgab. Die Gruppe trat bei zahlreichen Heimatabenden und Musikantentreffen sowie Hochzeiten auf. Beim Adventsingen in Garmisch-Partenkirchen saß der Leiter der Volksmusikabteilung des Bayerischen Rundfunks, Karl List, im Publikum. Dieser lud die Uffingerinnen ins Studio nach München ein. Von diesem Zeitpunkt an waren die Uffinger Sängerinnen regelmäßig im Radio zu hören. Aber irgendwas fehlte, glaubten Zach und Klar: „Bei Musikantentreffen hörten wir den Dreiergruppen zu. Da meinten wir, unser Gesang wäre zu dünn. Wir bräuchten eine dritte Stimme als Verstärkung.“ Scheck wollte davon erst einmal nichts wissen. „Eigentlich war der Wolfgang ein Geselle, der unsere wöchentlichen Proben regelmäßig schwänzte“, erinnert sich Zach. Erst als Agi Mayr aus der Schöffau zur Gruppe kam, änderte sich dies: „Jetzt ließ sich der Wolfgang die Proben nicht mehr entgehen.“ Drei Sängerinnen und ein Zitherspieler gingen von nun an auf Reisen: Starnberg, Ettal, Tegernsee und nach Südtirol zu den Sängerwochen. In der Bayerischen Botschaft von Bonn sangen sie gemeinsam mit dem damaligen Innenminister Friedrich Zimmermann. „Wir waren fast jede Woche unterwegs. Die Familien sind deswegen nicht vernachlässigt worden. Das war schon anstrengend“, berichtet Klar. Nachdem Wolfgang Scheck gestorben war, wollten Mayr, Klar und Zach eigentlich nicht mehr öffentlich auftreten. Schließlich suchten sie sich eine neue Zitherbegleitung. Keine leichte Aufgabe, schließlich muss der Musiker auf die Sängerinnen eingehen können. Mittlerweile übernehmen diese Rolle hauptsächlich Hubert Zach und Monika Flöß. Für ihre Verdienste um die Volksmusik haben die Uffinger Sängerinnen die Kiem-Pauli-Medaille der Bayerischen Gebirgsschützen verliehen bekommen. Seit einigen Jahren haben sie sich weitgehend von der Bühne verabschiedet: „Wir treten manchmal noch bei Geburtstagen oder bei Hochzeiten auf – aber keine Großveranstaltungen mehr“, erzählen sie. In Murnau sind sie noch einmal zu hören: Beim Adventssingen der Gebirgsschützenkompanie in der Pfarrkirche St. Nikolaus am Sonntag, 6. Dezember.

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