Zu viele Tiere, zu wenig Geld – Das Tierheim Garmisch-Partenkirchen hat seine Kapazitäten ausgeschöpft

Auch die Quarantänestation ist bis auf den letzten Platz belegt. Foto: Ilka Trautmann

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ILKA TRAUTMANN, GAP – Wir Deutschen lieben unsere Haustiere, wir verhätscheln und verwöhnen sie. Doch im Sommer bekommt dieses idyllische Bild Risse, denn jedes Jahr zur Urlaubszeit geraten die Tierheime an die Grenzen ihrer Kapazität. Die Garmisch-Partenkirchner Einrichtung ist da keine Ausnahme. Werden sonst durchschnittlich ein bis drei Tiere pro Tag abgegeben, sind es jetzt an Spitzentagen bis zu 15. Da werden im Ammertal zwei Wohnungskatzen für eine Woche sich selbst überlassen, weil die Familie „mal schnell“ in Urlaub fährt, da wird ein Hund angebunden auf einem Parkplatz an der Loisach gefunden, da landen Meerschweinchen in einem Pappkarton an einem Glascontainer. Tessy Lödermann, die Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis, könnte diese Aufzählung fortsetzen, doch das ändert nichts an den Fakten. Das Tierheim Garmisch-Partenkirchen beher- bergt zur Zeit 32 Hunde (darunter auch Pensionshunde), 120 Katzen (davon 40 Babies), 80 Kleintiere (Kaninchen, Vögel), zehn Reptilien und unzählige Fische. Über 1000 Tiere mussten in diesem Jahr bereits im Tierheim aufgenommen werden. „Wir sind an der Grenze, gleichwohl wollen wir kein Tier abweisen“, sagt Lödermann. Die Quarantänestation ist ebenfalls übervoll, in den Büroräumen sind bereits Volieren aufgestellt. Die drückende Enge im Tierheim Garmisch-Partenkirchen hat mit der Ferienzeit zu tun, aber auch mit der wirtschaftlichen Situation vieler Tierhalter, „denn viele wollen oder können sich ihr Haustier nicht mehr leisten“. Das Problem sind nicht nur die vielen Fund- und Abgabetiere, sondern auch, dass zurückgehende Spendenaufkommen. Die finanzielle Belastung für den Tierschutzverein ist groß, nur 8 Prozent der jährlichen Tierheim-Betriebskosten werden über die sog. Fundtierpauschale als freiwillige Leistung des Landkreises gedeckt. „Wir leben von unseren Pensionstieren, von Spenden und Mitgliedsbeiträgen und versuchen, über Flohmärkte und Ausstellungen Geld herein zu bekommen. Doch letztlich brauchen wir eine Erhöhung der Fundtierpauschale“, erklärt Lödermann. Denn es sind die Gemeinden, die verpflichtet sind, für die Aufnahme von Fundtieren die Kosten zu tragen. Der Tierschutzverein erfüllt mit dem Tierheim an der Breitenau diese kommunale Pflichtaufgabe, nun will Tessy Lödermann die Bürgermeister der Landkreisgemeinden davon überzeugen, dass im Interesse der Existenz des Tierheims die Fundtierpauschale erhöht werden muss. Die derzeit 20500 Euro pro Jahr reichen jedenfalls nicht mehr aus.

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