Vorfreude auf die Passion 2010

„Wir haben das Budget für die Passion 2010 beschlossen und gedeckelt, aber wir gehen mit den Zahlen nicht an die Öffentlichkeit“, diese Aussage von 1. Bürgermeister Arno Nunn sorgte bei der Bürgerversammlung am 31. Juli für großen Unmut unter den Oberammergauern. Sie wurden auf eine Infoveranstaltung im Herbst vertröstet, die jetzt im Ammergauer Haus stattfand. Das Interesse der Mitwirkenden bei den nächsten Passionsspielen war enorm und vor einem vollem Haus gingen Passionsspielleiter Christian Stückl und 1. Bürgermeister Arno Nunn ins Detail.

Mit 28 Jahren inszenierte Stückl 1990 seine ersten Passionsspiele, jetzt macht er sich zum dritten Mal an diese Aufgabe, seine Begeisterung untermauerte er mit der Aussage: „Ich freue mich total auf die Passion 2010.“ Was wird er verändern, was macht er Neues? Diese Fragen interessierten die Oberammergauer. Gleich zu Beginn seiner umfangreichen Ausführungen beschäftigte sich Stückl mit diesem Thema. „2000 haben wir große Schritte gemacht, viel Neues wird es auch 2010 geben. Jede Generation hat den Text überarbeitet, diesen Anspruch sehe ich als Oberammergauer Tradition. Text, Musik, Lebende Bilder, Bühnenbild, Kostüme, alles muss weiterentwickelt werden. Stillstand würde Rückschritt bedeuten, also gehen wir neu ran“, so Stückl. Als das wichtigste, wirtschaftliche Ereignis bezeichnete er die Passion, aber auch als ein starkes soziales Element im Ort. Stückl stellte auch klar, dass Vorhandenes in zwei Jahren zur Verwendung kommt. „Ihr braucht´s koa Angst ham, dass ois nei gmacht werd“, damit spielte er auch auf den vorgegebenen Kostenrahmen an, man will sich streng an das Budget halten. Mit dem wurden die Oberammergauer ständig auf der Riesenleinwand konfrontiert. Auf 31,87 Millionen Euro setzte der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung das Gesamtbudget für die Passion 2010 fest. Mit 22,7 Millionen Euro fallen allein 71 Prozent für Honorarzahlungen an; 3,3 Millionen Euro stehen Christian Stückl für die Inszenierung zur Verfügung. Die weiteren Eckpfeiler sind Buch- und Bildprodukte 1,6 Millionen Euro, Verwaltung 1,9 Millionen Euro, bauliche Maßnahmen 830000 Euro, Ausstellung 500000 Euro, Reservere 500000 Euro und Sonstiges 330000 Euro. Stückl nannte zu den einzelnen Posten auch Details, was in diesen Beträgen enthalten ist, dann schwenkte er zum aktuellen Passionsgeschäft über. Rund 1800 Frauen und Männer haben sich zur Mitwirkung bereiterklärt, dazu kommen noch etwa 450 Kinder. Eine wahre Flut, die auf die Passionsbühne drängt. Zu einer größeren Volksszene wird Stückl den Gang nach Jerusalem ausarbeiten; aufstellen könnte er auch eine ganze Legion von Römern. 200 Oberammergauer spekulieren auf diesen begehrten Posten, 65 werden gebraucht. „Manche werden mich nach der Mitwirkungseinteilung nicht mehr anschauen“, so Stückl. Sein Vorschlag für viele enttäuschte Römeraspiranten: „Wir stellen Römer als Einlasser an die Tore.“ Und wer altersmäßig aus dem Kreis der Römer ausgeschieden ist, der würde gerne Pilatusdiener machen, aber da braucht man nur eine Hand voll. Bei der Spielerwahl am 18. April 2009 werden nicht nur die Namen der Hauptdarsteller genannt, dann steht auch fest, für welche Aufgabe alle Mitwirkenden vorgesehen sind. In punkto Hauptdarsteller ließ der Spielleiter noch nichts raus, seine Aussage: „Ich weiß noch nicht, wer welche Rolle spielt.“ Kräftig zur Sache geht es ab April 2009 im Passionstheater, rund 40 Leute sind dann im Einsatz wie etwa beim Kulissenbau, im technischen Bereich oder der Schneiderei. Zur Einstimmung auf die Passion machen sich im Herbst Hauptdarsteller und Chormitglieder auf nach Israel, am 1. Dezember beginnen die Proben für die Hauptdarsteller, im März 2010 wird für den Bildband fotografiert und am 15. Mai hebt sich der Vorhang zur Premiere. Nach soviel Passion ging zum Schluss der Infoveranstaltung 1. Bürgermeister Arno Nunn nochmals auf das Budget ein, dazu der Gemeindechef: „Wir müssen die Kosten genau im Auge behalten. Außerdem soll der Bürger über das finanzielle Bescheid wissen. Wir haben das Budget solide und realistisch geplant, letztlich hängt aber alles davon ab, wie der Verkauf läuft. Zur derzeitigen Weltmarktsituation darf man nicht in Panik verfallen, man muss optimistisch ein.“ Nunn schloß mit den Worten: „Die Passion wird immer mit Geld in Verbindung gebracht, die Leute hier im Ort stehen mit Begeisterung zur Passion, sie machen es nicht wegen dem Geld, sie leben für das Spiel, was wir 500000 Besuchern bieten, kommt alles aus dem Ort, das ist unser gewaltiges Alleinstellungsmerkmal.“

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