Weltcup-Auftakt für Neuner und Gössner – Neuner denkt über ihre Zukunft im Biathlon nach – Gössner könnte sich Spitzenposition erarbeiten

Medaillensammlerin Magdalena Neuner greift wieder an. Foto: Sehr

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TITUS FISCHER, Region – Jetzt geht es endlich los. Am morgigen Donnerstag beginnt die neue Weltcup-Saison für die Biathletinnen um Magdalena Neuner und Miriam Gössner. Ab 17.15 Uhr steht das Einzelrennen der Damen über 15 Kilometer im schwedischen Östersund auf dem Programm. Zu den großen Favoritinnen gehört auch in diesem Jahr Magdalena Neuner. Doch wie lange sie noch im Biathlonsport tätig sein wird, ist nicht klar. „Ich werde nicht ewig alt im Sport, weil ich schon viel erreicht habe“, sagte die Wallgauerin zuletzt. Vielleicht wird die neue Biathlon-Saison sogar schon ihre letzte. Die 24 Jahre alte Rekordweltmeisterin ließ jedenfalls offen, wie es für sie nach der Heim-WM in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März) weitergeht. „Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob ich in Nove Mesto noch dabei bin“, sagte Neuner der Bild-Zeitung: „Das heißt aber nicht, dass ich definitiv aufhöre.“ In dem tschechischen Wintersport-Ort findet 2013 die WM statt. Bei einem möglichen Rücktritt wäre die Doppel-Olympiasiegerin gerade 25 Jahre alt. „Die Leute müssen sich darauf einstellen, dass ich nicht ewig lange im Biathlon sein werde. Ich denke, dass es bei mir relativ schnell vorbei sein wird“, sagte Neuner dem NDR. „Es gibt für mich auch ein anderes Leben. Ich habe tausend andere Dinge, die ich gerne mache.“ Die Stimme der Wallgauerin ist ruhig und gefestigt: „Es gibt viele Sportler, die sagen: ,Ich habe gar nichts anderes im Leben außer Sport. Wenn ich frei habe, dann mach’ ich auch nur Sport.’ Das ist bei mir überhaupt nicht so.“ Neuner schaffte den Aufstieg zur besten Biathletin der Welt in jungen Jahren. „Ich musste in unheimlich kurzer Zeit reif werden und ziemlich viel lernen“, sagt sie heute und spricht auch über die Schattenseiten des Erfolgs. „Mich hat das so aufgeregt, dieses Goldmädel zu sein, die kleine blonde Lena, die Süße aus Wallgau.“ Um aus dieser Rolle auszubrechen, habe sie sich 2007 ihre Haare dunkel gefärbt. „Ich war damals 19, da ist man vielleicht auch noch so ein bisschen in einer Trotzphase“, sagte Neuner. Die Rücktrittsgedanken lassen die Zollbeamtin aber nicht ihren Fokus verlieren. Bei der Heim-WM hat sie den Gewinn von sechs Goldmedaillen als Kampfziel ausgegeben und will damit ihre eigene Bestmarke von fünf Titeln aus diesem Jahr im russischen Chanty-Mansijsk noch überbieten. Unter Anspannung steht sie deswegen nicht. „Ich weiß, was bei mir zu Hause in der Vitrine steht – und das ist nicht wenig. Es gibt eigentlich nichts mehr, was ich unbedingt gewinnen muss“, hatte Neuner im September gesagt. Auf den Weltcup-Winter hat sich „Gold-Lena“ fernab von der deutschen Mannschaft im heimischen Wallgau vorbereitet. Während ihre Teamkolleginnen unter anderem im finnischen Muonio trainierten, zog Neuner die Übungseinheiten mit ihrem Heim-Trainer Bernhard Kröll vor. „Ich bin sehr zufrieden und glücklich mit meinem Training. Ich glaube, dass ich auf einem guten Weg bin“, sagte sie. In den vergangenen drei Jahren wurde Neuner dreimal im Trainingslager in Muonio krank und musste mit einem Handicap in die Saison starten. In den kommenden Wochen ist die sympathische Wallgauerin nicht nur bei Biathlonrennen im Fernsehen zu sehen, sondern auch in der ARD-Serie „Sturm der Liebe“. Neuner freut sich: „Ich spiele mich zum Glück selbst und muss mich da nicht groß in irgendeinen Charakter hineindenken. Ich kenne mich ja. In TV-Serien mitspielen, da habe ich gedacht, nein, niemals. Außer bei ,Sturm der Liebe’, das sehe ich mir gerne an. Mich interessiert brennend, wie es hinter den Kulissen zugeht.“ Zu sehen ist die Folge Ende des Jahres. „Ich gehe ins Hotel. Die Gäste tuscheln: ,Oh die Olympiasiegerin.’ Ich soll fragen, ob ich ein Zimmer haben kann. Sie wollen mir die Suite geben, aber ich sage: ,Nein, ein einfaches Zimmer, bitte’“, erzählt die erfolgreichste Biathletin der Geschichte. Neben Neuner gehört auch Miriam Gössner fest zum Deutschen Weltcup-Kader. Bereits im vergangenen Jahr konnte die Garmisch-Partenkirchnerin mit hervorragenden Leistungen auf sich aufmerksam machen. Zwei Podestplätze schlagen für die 21-Jährige schon im Weltcup-Einzel zu Buche und auch in dieser Saison sollen weitere hinzu kommen. Darüber hinaus hat sie in der vergangenen Saison bei den Weltmeisterschaften in der Staffel die Goldmedaille gewonnen. Gössner könnte eine ähnliche Entwicklung nehmen wie Magdalena Neuner, denn genau wie bei der Wallgauerin liegen ihre Stärken in der Loipe. Kann sie ihre Schießleistungen stabilisieren, wird Gössner zwangsläufig auf den Spitzenpositionen zu finden sein. Nach dem Auftaktrennen morgen folgt am Samstag ab 14.30 Uhr der Sprint über 7,5 Kilometer, ehe am Sonntag um 14.30 Uhr das Östersund-Wochenende mit dem Verfolgungsrennen über zehn Kilometer abgeschlossen wird. In einer Woche stehen die Rennen im tirolerischen Hochfilzen auf dem Programm. „Wenn die kalten Temperaturen anhalten, steht einem Biathlon Weltcup in Hochfilzen nichts im Weg. Wir haben allein in den letzten Tagen 6000 m³ Kunstschnee produziert. Dazu kommen zirka 3000 m³ aus dem Schneedepot des Vorjahres“, sieht IBU-Renndirektor Franz Berger die Biathlonwettbewerbe im PillerseeTal in keinster Weise in Gefahr. Der Termin, um der Internationalen Biathlon Union (IBU) endgültig grünes Licht zu geben, ist am morgigen Donnerstag. Das Biathlonstadion wird sich bei der insgesamt 18. Weltcupveranstaltung in Hochfilzen in „neuem Gewand“ präsentieren. Neben einer neuen Strekkenführung im Stadionbereich gibt es auch bauliche Änderungen. So garantiert eine Sicherheitsmauer rechts vom Schießstand bessere Arbeitsbedingungen für die Medien. Eine Geländeregulierung beim Schießstandauslauf und eine Absenkung des Strafrundengeländes von zirka 1,30 Meter ermöglichen zudem gleiche Bedingungen für alle Athleten. „Allein dafür wurden 6000 m3 Erdreich abgetragen“, so Berger. Auch Thomas Abfalter, Chef des Organisationskomitees, ist zuversichtlich: „Die bisherigen Vorbereitungen laufen planmäßig. Zirka 300 Athletinnen und Athleten aus 35 Nationen werden in Hochfilzen dabei sein. Dazu kommen 280 Trainer, Betreuer oder Funktionäre. Auch das Interesse im Kartenvorverkauf ist erfreulich. Wir hoffen trotz der Weltmeisterschaft im nahegelegenen Ruhpolding auf einen ähnlichen Fanansturm wie in den vergangenen Jahren.“

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