"Wir haben eine super Mannschaft" – Der Ex-Riesserseer Nick Latta zum WM-Mammut-Programm und den eigenen Ansporn

Nick Latta spielte früher beim SCR und ist jetzt in Nordamerika aktiv. Foto: Sehr

Im Vorfeld der U20-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen tauchte immer die Frage auf, ob Bundesnachwuchstrainer Ernst Höfner auch Spieler des SC Riessersee nominieren würde. Er tat es nicht, aber mit Nick Latta ist ein ehemaliger Spieler der Weiß-Blauen dabei. Der 18Jährige der das Trikot mit der Nr. 12 trägt, spielt seit Sommer 2010 in Nordamerika bei Sarnia Sting in der Ontario Hockey League. Zuvor stürmte er zwei Jahre für den SC Riesseree in der Deutschen Nachwuchs Liga. Titus Fischer hat sich mit ihm unterhalten.

Nick Latta, wie sind Sie bisher mit dem Verlauf der Weltmeisterschaften zufrieden? Nick Latta: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben eine super Mannschaft, die bisher tolle Leistungen gezeigt hat. Im Eröffnungsspiel haben wir uns etwas schwer getan, aber man hat auch im Verlaufe des Turniers gesehen, dass die Weißrussen eine sehr gute Mannschaft haben. Wie sind Sie mit der eigenen Leistung bisher zufrieden? Latta: Ich denke, dass die bisher ganz okay war. Gegen die Österreicher hatte ich ein paar Chancen, die ich hätte nutzen sollen, aber es ist trotzdem ganz okay. Gegen Slowenien haben Sie ihr erstes Tor des Turniers geschossen, nachdem Sie gegen Weißrussland schon den Treffer zum entscheidenden 2:1 vorbereitet hatten. Latta: Das ist natürlich toll, wenn man am entscheidenden Treffer beteiligt ist im Eröffnungsspiel. Das war ein Tor in Unterzahl. Sind Sie ein Unterzahlspezialist? Latta: Ja, das kann man so sagen, ich spiele bei meiner Mannschaft Sarnia Sting sehr viel in Unterzahl und das ist auch der Grund, warum ich das auch in der Nationalmannschaft mache. Man muss in einer Mannschaft immer die Kräfte aufteilen. Wie ist das bei Weltmeisterschaften, schaut man sich da auch die Spiele der anderen Mannschaften an, wenn man frei hat? Latta: Ich bisher nicht bewusst. Wenn man ein Spiel hat, dann bekommt man von der Begegnung, die zuvor läuft etwas mit, wenn man sich warm macht, aber dass man sich ein komplettes Spiel anschaut, das war bislang nicht der Fall. Wie es aussieht, kommt es am Samstagabend um 19.30 Uhr zu einem echten Endspiel zwischen Deutschland und Norwegen. Latta: Es sieht ganz danach aus. Das wäre natürlich sehr spannend, wenn es jedes Team vor dem Spiel noch schaffen kann. Wie geht man mit dem Druck um, das Ziel Aufstieg war ja schon lange vor dem Turnier in Garmisch-Partenkirchen propagiert worden. Latta: Wir haben immer gesagt, wir denken von Spiel zu Spiel und so haben wir das bisher ganz gut durchgezogen. Im Eröffnungsspiel war der Druck schon groß, weil man nicht weiß, wie gut die anderen Mannschaften sind, aber wir hatten ja einen guten Start ins Turnier, das war wichtig. Es ist ein Mammut-Programm das Sie absolvieren. Fünf WM-Spiele in sieben Tagen. Wie schwer ist es, zwischen den Begegnungen zu regenerieren? Latta: Wir versuchen viel zu schlafen, viel zu Dehnen und auch auf dem Hometrainer Rad zu fahren. Dazu sind die Trainingseinheiten nicht so intensiv und Eisbäder wichtig. Bei den Deutschland-Spielen waren immer viele Zuschauer da, wie wichtig ist das denn für das Team? Latta: Das ist ganz wichtig. Die Fans sind super, die puschen uns nach vorne. Man gewinnt ja nicht für sich, sondern auch für die Fans und das Land. Für Sie ist es die zweite U20-Weltmeisterschaft. Vor einem Jahr sind sie mit Deutschland abgestiegen. Welche Erinnerungen haben Sie an das Turnier in Buffalo und den Niagara Falls? Latta: Damals war ich der Jüngste und wurde als 13. Stürmer mitgenommen. Als sich dann Norman Hauner die Hand gebrochen hat, schlug meine Stunde, so war ich bei vier WM-Spielen mit dabei. Das war ein super Erlebnis für mich und hat riesen Spaß gemacht. Schade war dann, dass wir am Ende den Klassenerhalt nicht geschafft haben. Aber umso größer ist der Ansporn, nun den direkten Wiederaufstieg zu realisieren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spielern sind Sie auch bei der kommenden U 20-Weltmeisterschaft noch spielberechtigt, weil Sie erst vor zwei Monaten 18 Jahre alt geworden sind. Ist das dann noch mehr Motivation dabei? Latta: Ja, das kann schon sein, ich will auf jeden Fall noch eine WM in der Top-Division spielen, aber zuerst wollen wir alle gemeinsam hier in Garmisch-Partenkirchen aufsteigen. Wenn Sie beiden Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in den USA und nun in Deutschland vergleichen, welche Deutsche Mannschaft ist stärker? Latta: Das ist schwer zu sagen. Wir hatten zuletzt auch einen guten Endjahrgang, aber viele 1992er sind sehr gut und auch die 1993er die nun dabei sind, sind stark. Jetzt spielen Sie in Nordamerika bei Sarnia Sting in der Ontario Hockey League. Kann man das Niveau bei diesen Weltmeisterschaften mit dem in der Liga vergleichen? Latta: Nein, das Niveau in der Liga ist klar höher. In Kanada ist die Eisfläche kleiner, das macht einen sehr großen Unterschied. Es geht dort alles viel schneller. Man hat nicht viel Zeit eine Entscheidung zu treffen, das muss alles ganz schnell gehen, sonst ist der Puck weg. Hier auf der großen Eisfläche bei den Weltmeisterschaften hat man manchmal zu viel Zeit zum überlegen, das ist dann ungewöhnlich und manchmal auch nicht so gut, beispielsweise gegen Österreich war das so, da hätte ich das ein oder andere Tor noch machen können. Viele der aktuellen U20-Nationalspieler sind in Nordamerika unter Vertrag. Trifft man sich da ab und zu und hat man Kontakt mit den Nationalmannschaftskollegen? Latta: Wir haben Kontakt untereinander. Meistens telefonieren wir per Skype. Wenn man dann gegeneinander spielt, ist das immer etwas Besonderes. Da will dann jeder noch mehr gewinnen. Nach dem Spiel aber quatschen wir meistens ein wenig miteinander. Blicken wir noch einmal auf Ihre Zeit beim SC Riesseree in der Deutschen Nachwuchs Liga zurück. Welche Erinnerungen haben Sie? Latta: Nur gute. Die beiden Jahre hier in Garmisch-Partenkirchen waren sehr wichtig für meine Entwicklung. Ich habe hier sehr viel gelernt und hatte mit Ron Chyzowski einen super Trainer.

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