Es ist Zeit für den Dialog – Pastoral-Reform: Bischof trifft sich mit Murnauer Pfarrgemeinderäten

Der Augsburger Diözesanbischof, Konrad Zdarsa (re.) im Gespräch mit Pfarrgemeinderat Theodor Dohmen aus Grafenaschau. Foto: Bitala

Viel, und vor allem Negatives war in den vergangenen Monaten über die Reformpläne des Augsburger Diözesanbischofs Konrad Zdarsa zu hören. Im Rahmen der ‚Pastoralen Raumplanung 2025‘ will die Bistumsleitung, so hieß es, bislang weitgehend selbstständige Pfarrgemeinden zur Zentralpfarrei zusammenfassen, Pfarrgemeinderäte abschaffen und Wortgottesdienste verbieten.

Nach einem Pontifikal-Gottesdienst in der Murnauer St. Nikolaus-Kirche traf sich Konrad Zdarsa mit 100 Pfarrgemeinderäten aus den Gemeinden Murnau, Aidling-Riegsee, Eschen- lohe, Grafenaschau und Seehausen, um Bedenken anzusprechen und Missverständ- nisse auszuräumen. Auf drei Hauptthemen konzentrieren sich die Sorgen der Katholiken in der Diözese Augsburg: Da ist zum einen die Verschmelzung bislang selbststän- diger Pfarrgemeinden, die weit über bislang bestehende Pfarrverbände hinausgeht. Eine Unsicherheit dabei ist, ob dadurch in den Dörfern gewachsene Traditionen verloren gehen werden. Angelika Guglhör aus der Pfarrei Seehausen fordert: „Unsere lebendigen Pfarrgemeinden dürfen nicht zu reinen Verwaltungsgemeinschaften werden.“ Bischof Zdarsa sieht diese Gefahr nicht. In Murnau betont er, dass bei der Reform die Eigenheiten der Dorfgemeinschaften erhalten bleiben und sich gegenseitig stärken könnten: „Eine besondere Maiandacht in der Gemeinde ‚A‘ beispielsweise bleibt natürlich erhalten, wird sogar zum Anziehungspunkt für alle Gläubigen der Pfarrei. Das ist wünschenswert.“ Das Zusammenlegen von Pfarrgemeinden zu einer Pfarrei bedingt, dass einzelne Pfarrgemeinderäte aufgelöst, durch einen gemeinsamen Pfarrge- meinderat ersetzt werden; da ist der Bischof mit Blick auf die Arbeitsbelastung seiner Priester unnachgiebig: „Wir haben heu- te Pfarrverbände mit fünf, sechs und mehr eigenständigen Pfarrgemeinderäten. Ein Pfarrer kann unmöglich an allen Sitzungen dieser Gremien teilnehmen. Um den Aufwand erträg- lich zu machen, bilden wir einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat.“ Das heißt aber nicht, so Zdarsa, dass es in den Dörfern keine Laien-Gremien mehr geben wird: „Es werden sich Seelsorge-Räte bilden, die das kirchliche Leben in den Gemeinden organisieren. Vertreter dieser Seelsorge-Räte bekommen Sitz und Stimme im ‚großen‘ Pfarrgemeinderat.“ Zum Thema ‚Wortgottesdienst‘ verspricht Bischof Zdarsa: „Da wird nichts verboten.“ Im Mittelpunkt steht unzweifelhaft die Eucharistie-Feier; Bischof Zdarsa: „Ein Priester kann am Sonntag nicht mehr als drei Gottesdienste zelebrieren, mehr gibt das Kirchenrecht auch nicht her. Da wird es in Zukunft eine gemeinsame Messe geben, zu der die Gläubigen aller Gemeindeteile zusammenkommen.“ Bischof Zdarsa sieht aber trotzdem die Notwendigkeit der von Laien gehaltenen Wortgottesdienste: „Diese Wortgottesdienste dürfen nicht die Regel sein, sie müssen die Ausnahme blieben.“ Etwa wenn im Winter der Weg zu weit und wetterbedingt zu gefährlich wird, und vor allem dort, wo viele ältere und behinderte Menschen leben. Bischof Konrad Zdarsa ist sich sicher, dass es bis zu der vollständigen Umsetzung der „Pastoralen Raumplanung 2025“ noch ein langer Weg sein wird, und viele Diskussionen mit den Gläubigen bedarf: „Aber, jetzt ist die Zeit des Dialogs gekommen.“

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