Beirat vergibt Geld an anstehende Projekte

20000 Euro für Integration

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In diesen Räumlichkeiten im Städtischen Jugendzentrum findet jeden Montag die „Asyl Teestube“ statt, wo sich Asylbewerber – momentan sind es etwa 80 Besucher – austauschen können.

Kaufbeuren – „Andere Städte können nur staunen, wie viel Geld wir für Integrationsprojekte zur Verfügung haben,“ merkten Alfred Riermeier von der Geschäftsstelle Integration und Oberbürgermeister Stefan Bosse bei der letzten Sitzung des Integrationsbeirats an.

Auf 20000 Euro beläuft sich die Summe, die im kommenden Jahr für solche Projekte aufgewendet werden können. Dieses Geld wurde nun im Rahmen einer Abstimmung verteilt. 

410 Euro hatte der Beirat noch für dieses Jahr als Restbudget übrig. Dieses wird nun nach einstimmiger Abstimmung für das Neujahrsfest „Tannenbaum Maskenball“ – Silvesterkinderfest 2014 am 28. Dezember verwendet. Der Verein der Deutschen aus Russland möchte mit diesem Fest den Kindern aller Kulturen die Tradition der russischen Silvesterfeier vertraut machen. 

Wie Riermeier zu Beginn betonte, liegt der Schwerpunkt der Integrationsarbeit auf dem interreligiösen Dialog, der Entwicklung von gemeinsamen Veranstaltungen, der Verbesserung der Bildungsangebote und auf dem Miteinander, nicht Gegeneinander. Unter diesen Aspekten wurden die finanziellen Mittel an die 20 eingereichten Projektanträge für das Jahr 2015 vergeben. 

Ein Viertel des Budgets, also 5000 Euro, gehen an das Festival der Vielfalt, das auch dieses Jahr zum elften Mal wieder großen Anklang fand. 2015 soll die Veranstaltung ebenso mit Ausstellungen, Vorträge, Festen, Gottesdiensten, Fußballspielen und vielem mehr gefeiert werden. 

1500 Euro wurden unter der Auflage einer detaillierten Kostenaufstellung an das Projekt „1955-2015 – Damals Arbeitsverträge – heute lebendige Integration“ zur 60-Jahrfeier der italienischen Gastarbeiter vergeben. Der Verein ACLI Kaufbeuren e. V. organisiert eine Fotoausstellung sowie einen italienischen Folkloreabend im Stadtsaal. 

Integrativer Charakter ist ein Muss 

Drei der fünf Projektanträge des Vereins der Deutschen aus Russland wurden abgelehnt, da laut Walter Nocker (CSU), Integrationsbeauftragter der Stadt, „der integrative Charakter“ fehle. So etwa bei deren Projekt „Klavierunterricht – Musik gemeinsam erleben“, für 7800 Euro beantragt wurden. Die Kosten entstünden durch die Anschaffung eines Klaviers, doch dies könne nicht vom Integrationsbeirat finanziert werden, da dies nicht den Regeln zur Stärkung der Integration diene, so Riermeier. Dennoch gingen 1780 Euro an den Verein für deren Sommerfest und zum Großteil an das Projekt „Handarbeit – Stricken, Häkeln, Nähen“. 

Der Box Club Kaufbeuren bekam 500 Euro zugesprochen, unter der Auflage den Tag der offenen Tür zum Thema „Sport gegen Gewalt und Rechtsextremismus“ im Zeichen der Integration zu stellen. Auf Nockers Vorschlag solle man überlegen, diese Veranstaltung im Rahmen des Festivals der Vielfalt stattfinden zu lassen. 

Die beiden muslimischen Vereine „Türkisch-Islamischer Verein Kaufbeuren e. V.“ und „Kaufbeurer Integrations- und Bildungsverein e. V. “ bekamen für ihre Kulturfeste 1500 beziehungsweise 700 Euro zugesprochen, wobei auf den integrativen Gedanken und auf die Einbeziehung weiterer Gruppen zu achten sei, so der Beirat. Letzterer Verein ging beim Projekt Wissenswettbewerb für Schüler leer aus, da dieser nicht in Kaufbeuren stattfindet. Sei dies jedoch in den kommenden Jahren einmal der Fall, könne man laut Riermeier neu darüber entscheiden. 

7700 Euro gingen insgesamt an den Arbeitskreis Asyl der Evangelischen Dreifaltigkeitskirche für dessen fünf Projekte wie „Integrativer Kulturaustausch mit Nadel und Faden“, „Asyl Teestube“ – hierhin gehen 1200 Euro, was für die Miete verwendet wird – und „Nix wie raus hier“. Bei diesem soll der Schwerpunkt auf Unternehmungen in der Umgebung für Flüchtlingskinder zusammen mit einheimischen Kindern liegen. 

500 Euro fließen in das Internationale Kinderfest 2015 des Vereins Türkischer Elternbeiräte und Umgebung e. V.. Insgesamt wurden rund 19000 Euro vergeben, sodass es noch einen Puffer von etwa 1000 Euro für spontane Projekte gibt. 

Fraktionsübergreifend beantragten einige Mitglieder des Integrationsbeirats sowie Stadträte nach der Sitzung beim Stiftungsausschuss eine einmalige Budgeterhöhung für das Jahr 2015 um 5000 Euro. Schwerpunktmäßig soll dieses Geld der Projekte für die Asylbewerber zugute kommen. von Martina Staudinger

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