25. Berufs-Infotag des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Kaufbeuren

Guter Nachwuchs gesucht!

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Am Sparkassenstand gibt's Snacks in den Sparkassenfarben: Rudolf Wisbauer (von links), Leiter der Marien-Realschule und des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, OB Stefan Bosse, Landrat Johann Fleschhut und MdB Stephan Stracke.

Kaufbeuren – Sie wurden ganz schön umworben, die Jugendlichen und ihre Eltern, die sich am vergangenen Sonntag beim 25. Berufs-Infotag der Sparkasse bei 55 Ausbildungsbetrieben und Bildungseinrichtungen über rund 150 Berufsbilder informiert haben.

Beim 25. Berufs-Infotag des Arbeitskreises Schule/Wirtschaft (ASW) im Forum der Sparkasse gab es einiges zu sehen. Während der Bundesverband der Gablonzer Industrie mit Bausteinaufgaben das räumliche Vorstellungsvermögen testete und die Raumausstatter- und Sattlerinnung Interessierte eine Handytasche aus Kalbsleder mit geprägtem Monogramm fertigen ließ, setzte Dobler mit Spielzeuglastern und einem Kickertisch auf den menschlichen Spieltrieb, um Interessenten anzulocken. Die Bundespolizei warb mit dem pfiffigen Slogan „Heute suchen wir ausnahmsweise einmal die Guten“, womit auch auf das strenge Auswahlverfahren angespielt wurde, und die Bayrische Polizei hatte als Hingucker ein auf Hochglanz poliertes Motorrad mit Blaulicht zu ihrem Stand gestellt. 

Außerdem gab es natürlich jede Menge Werbegeschenke von Süßigkeiten über Kugelschreiber bis hin zu Kalendern und Taschen. All das dürfte mit ein Indiz für den in der Begrüßung von Schirmherrn Stephan Stracke, MdB, mehrfach angesprochenen Fachkräftemangel sein. Dem versuchen die Betriebe entgegenzuwirken, indem sie durch Schnupperpraktika oder duale Studiengänge/ Betriebsakademien frühzeitig vielversprechenden Mitarbeiternachwuchs an sich binden. Bei der Durchführung des ersten Berufs-Infotages vor 25 Jahren gab es diesen Fachkräfte- mangel bereits, und jetzt tendiert der Markt erneut dazu, während dazwischen ein Überhang an Schulabgängern zu beobachten war. 

Trotzdem sind die Anforderungen an junge Bewerber nicht gering. „Bei der Bundespolizei zum Beispiel gehört zum Auswahlverfahren ein schriftlicher und ein mündlicher sowie ein Sport-Test und eine ärztliche Untersuchung“, erzählt die junge Polizeikommissarin Kerstin Hoffmann: „Und die Bewerbungen für 2016 laufen jetzt bereits an“. Da man sich bei einer ganzen Reihe von Ausbildungswegen frühzeitig bewerben muss, kommen viele Jugendliche mit ihren Eltern bereits ein bis zwei Jahre vor ihrem Schulabschluss zum Berufs-Infotag, um festzustellen, wo ihr Stärken und Schwächen liegen, was es für Berufe gibt, die ihren Neigungen entsprechen, welche Voraussetzungen sie dafür mitbringen müssen und wie die Verdienstmöglichkeiten sind. 

Dominik (14) wird im Juli 2015 seinen „Quali“ machen und ist „an irgendwas Technischem“ interessiert. Am Stand von Leukert Präzisions- und Biegetechnik probiert er unter Anleitung eines Mitarbeiters, ob er an diesen Geräten Gefallen finden könnte. Lena (14) informiert sich im 1. Obergeschoss über soziale Berufe. Jacob (14) wird 2016 seinen Realschulabschluss machen und hat sich bereits bei Hirschvogel, Sensortechnik Wiedemann und Mayer über Berufe im Bereich Metallbau und Elektronik informiert. Tabea (14) möchte nach dem Realschulabschluss 2016 Mechatronikerin werden und erkundigt sich bei Auto Singer nach den Ausbildungswegen und Karrierechancen. Anna (18) und Laura (17), die im nächsten und übernächsten Jahr Abitur machen wollen, holen sich im Sparkassengewölbe Auskünfte über Studiengänge in Richtung Gesundheit und Soziales. Dort im Gewölbe hat „BIZ-mobil“ (die mobile Berufsinformationsstelle des Arbeitsamtes) vier PC-Inseln mit Hightech-Terminals, eingelassenen Edelstahltastaturen und versenkten Druckern aufgebaut, wo sich Jugendliche selbst testen oder jetzt noch 14 Tage lang ausführlich beraten lassen können. 

Der Berufs-Infotag war gleich beim ersten Mal „ein überwältigender Erfolg“, zitierte Mitbegründer Rudolf Wisbauer aus der Presse. Und auch beim 25. Mal war der Andrang zeitweise so groß, dass kaum von einem Stand zum nächsten zu kommen war. Zu danken ist das sicher unter anderem den 19 Betrieben, die von Anfang an dabei waren und nun mit einer Urkunde geehrt wurden. Der Dank gebührt jedoch auch der Sparkasse, die das Projekt seit 25 Jahren „personell, finanziell und räumlich“ unterstützt und den 30 Sparkassen-Mitarbeitern, die im Hintergrund im Einsatz waren. von Ingrid Zasche

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