Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Franz Schmid wird 90 Jahre alt

Unternehmer, Politiker, Mäzen

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Franz Schmid in seiner privaten Antoniuskapelle. Hier bewahrt der Jubilar ein Stück Familiengeschichte: seine Mutter gelobte einst, eine Madonnenfigur zu stiften, sollte der Sohn aus Krieg und Gefangenschaft zurückkehren. Franz Schmid hat das Gelöbnis seiner Mutter wahr gemacht.

Marktoberdorf – Heute, am 1. März, feiert der Marktoberdorfer Altbürgermeister Franz Schmid seinen 90. Geburtstag. Die Stadt hat dem Kunstfreund und stets engagierten Bürger einiges zu verdanken - trotzdem ist Schmid bescheiden geblieben. Und so wünscht die Stadt "ihrem" Franz Schmid alles Gute.

„Glorifizieren Sie ja nicht!“ So lautete die strenge Aufforderung von einem, der Marktoberdorfs Geschichte prägte. Man könnte auch sagen, dass ihm Marktoberdorf seine kulturellen Glanzlichter verdankt, die weit über das Ostallgäu hinaus strahlen. Dass Marktoberdorf dank ihm heute gerne als „Kulturstadt“ apostrophiert wird, zumindest als „Geheimtipp“. Dass sich hier einer nie gescheut hat, Herausforderungen in Politik und Unternehmen anzugehen. Aber wir wollen an dieser Stelle ja keinesfalls übertreiben! Die Rede ist von Franz Schmid, Erster Bürgermeister von 1978 bis 1990, außerdem Unternehmer, Kunstmäzen und Ehrenbürger der Kreisstadt. Heute, am 1. März, feiert Franz Schmid seinen 90. Geburtstag. 

Wo sonst könnte er diesen Festtag mit Familie und Freunden begehen, wenn nicht im Modeon, in der Veranstaltungsstätte, die wie kein anderes Projekt sein „Kind“ gewesen war, das er gegen viele Widerstände durchgeboxt hatte und zu einer Bühne ausbauen ließ, die im Allgäu ihresgleichen sucht. Verschmitzt meint der Musikliebhaber Schmid dazu heute im Gespräch mit dem Kreisboten: „Ich wollte eben einen anständigen „Freischütz“ in meiner Stadt erleben dürfen.“ Dass nicht nur Webers romantische Oper, sondern viele kulturelle Projekte und Institutionen durch Franz Schmid in Marktoberdorf Einzug fanden, lag auch am Kunst- und Eigensinn des Rathauschefs: 1984 eröffnete die Bayerische Musikakademie in Marktoberdorf ihre Pforten, nicht ohne, dass Schmid im Hintergrund die Fäden gezogen hatte. Ostallgäuer Kunstausstellung, Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis der Stadt Marktoberdorf, Unterstützung von Stadtbücherei, Musikschule und Carl-Orff-Chor …und natürlich, das 1989 eingeweihte Künstlerhaus in der Kemptener Straße. Unermüdlich hat Franz Schmid am kulturellen Profil der Stadt gefeilt. Und tut dies bis heute. Denn auch mit 90 Jahren hat er den Vorsitz im Stiftungsrat der Kunst- und Kulturstiftung Dr. Geiger-Haus inne und ist in die Programmplanung und Weiterentwicklung des Künstlerhauses fest eingebunden. „Große Aufgaben haben mich mein Leben lang gereizt“, sagt Franz Schmid vergnügt und man merkt: damit ist noch lange nicht Schluss. Widerstände begriff der Politiker und Mäzen, der mit 19 Jahren in den Krieg gezogen und mit 24 schwer erkrankt heimgekehrt war, ohnehin nur als Herausforderung. Oft denke er an den 1. März 1944 zurück. Es war sein 20. Geburtstag gewesen und der Tag, an dem er in russische Kriegsgefangenschaft geraten war. Schicksalsschläge und Schicksals- fügungen wechselten sich in seinem langen Leben ab. Auch als Unternehmer, Ziegeleibesitzer und „leidenschaftlicher Ziegler“ hätte es viele schwierige Entscheidungen und schmerzhafte Erfahrungen gegeben, so Schmid. Ja, und die wahren Glücksmomente? „Der großen Liebe begegnet zu sein“, antwortet der Jubilar und ein Lächeln huscht über sein Gesicht. 

Hoch hinaus hatte Franz Schmid auch als leidenschaftlicher Bergsteiger immer gewollt. Doch hohe Berge hätte ihm sein Arzt verboten, meint Schmid und bedauert, dass „bei 2000 Meter jetzt Schluss sein müsse“. Immerhin schwimme er jeden Tag eine halbe Stunde. „Das hält mich vital“, schmunzelt der Marktoberdorfer, der sich vor dem anstehenden Geburtstagsrummel nicht fürchtet. Zufrieden sei er mit seiner Gesundheit allemal, und ist dabei – wie übrigens auch dieser Beitrag – ganz bescheiden geblieben. von Angelika Hirschberg

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