Wer gewinnt? Captain America vs. Iron Man

Kinokritik: "The First Avenger: Civil War"

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Superhelden im Ausnahmezustand.

In regelmäßigen Abschnitten etabliert Disney neue Comichelden des Marvel-Universums auf der Kinoleinwand, um sie in späteren Abenteuern miteinander zu vereinen. In „The First Avenger: Civil War“ kommt es zur Spaltung des unangefochtenen Avenger-Teams, was zur Bedrohung der Bevölkerung werden könnte.

Inhalt 

Nach den Ereignissen von „Avenger: Age of Ultron“ hat Captain America (Chris Evans) die Leitung der Avengers übernommen. Er und sein Team kämpfen weiterhin für den Erhalt des Friedens, während Tony Stark (Robert Downey Jr.) alias Iron Man sich um die Finanzierung der Missionen kümmert. Als es bei einer Mission erneut zu Kollateralschäden kommt, werden die Avengers unter die Kontrolle des UN-Rats gestellt. Unter dem politischen Druck droht das Superheldenteam auseinanderzubrechen. 

Während Captain America die eigenmächtige Entscheidungsfreiheit der Avengers aufrecht erhalten will, setzt sich Tony Stark für die staatliche Kontrolle des Teams ein. Baron Zemo (Daniel Brühl) weiß die Situation für sich zu nutzen, um die Helden mit seinen im Untergrund schlummernden Nazikräften zu schwächen. 

Rezension 

Basierend auf der Marvel-Comicreihe um Captain America, vereinen die Brüder Anthony und Joe Russo in ihrem neuen Superhelden-Abenteuer erneut die Avengers in einem packenden Abenteuer. Doch diesmal müssen die Helden nicht gegen einen übermenschlichen Feind antreten, sondern bekämpfen sich gegenseitig. Captain America, Iron Man, Hawk­eye (Jeremy Renner), Winter Soldier (Sebastian Stan), Scarlett Witch (Elizabeth Olsen), Black Widow (Scarlett Johansson) und Falcon (Anthony Mackie) befinden sich im Ausnahmezustand. Geteilt in zwei gegnerische Parteien, scheint ein Kampf auf Leben und Tod unausweichlich. 

Die altbekannten Comichelden fügen sich erneut zusammen. Geschickt werden ebenfalls bekannte Helden aus dem Marvel-Universum für das neueste Filmabenteuer rekrutiert. Ant-Man (Paul Rudd) und Spiderman (Tom Holland) fügen sich fließend in den Reihen der Avengers ein. Und auch die Etablierung des bisher unbekannten Black Panthers (Chadwick Boseman) erfolgt souverän und mit spannenden Ausblicken auf weitere Filme der Reihe. In der neuen Comicverfilmung werden Kämpfe ausgefochten, Auseinandersetzungen bis aufs Blut geführt, zahlreiche Autos geschrottet und Gebäude bis auf die Grundmauern zerstört. 

Das Actionlevel ist bis aufs äußerste gespannt und Kampfszenen um ein vielfaches beschleunigt, wodurch der Film schon in den ersten Minuten ordentlich an Fahrt aufnimmt. Spannungsarme Längen sucht man vergebens. Stattdessen findet man sich in einem minutiös getimten Actionkracher wieder, der all das liefert, was man als Marvel-Fan erwartet. Die Figuren sind prägnant, die Dialoge spritzig und die Stuntszenen gigantisch. Ob sich die Helden in schwindelerregender Höhe an Helikopter klammern, sich in die Tiefe stürzen oder mit technischen Gimmicks gegen ihren Feind zu Wehr setzen, die Einstellungen sind perfekt. 

Dass der Dreh an Originalschauplätzen für die Regisseure sowohl für den Erzählton des Films, als auch für den visuellen Stil von elementarer Bedeutung war, merkt man dem Look an. Die übermenschlichen Helden erfahren durch die realen Kulissen, die mit Hilfe von Greenscreen und späteren Animationen erweitert wurden, eine spürbare Bodenständigkeit. Die reale Welt wird funktionell mit den Animationen zu einem gelungenen Gesamtkonzept vereint, das die Fans des Genres begeistern wird. 

Trotz der fantastischen Elemente schlägt der Film aber auch ernste Töne an. Freundschaft, die innere Zerrissenheit um die Verpflichtung gegenüber der Teamkollegen und der Bevölkerung, sowie die Verarbeitung der Vergangenheit stehen im Zentrum. Die Motivationen der einzelnen Helden erfahren eine genaue Betrachtung, die für den Zuschauer nachvollziehbar aufbereitet wurde. Aufgrund der Emotionalität erfahren die Helden eine größere Glaubwürdigkeit, als im vorangegangenen Film. 

Dass sich die Helden selbst nicht in jedem Moment ernst nehmen, bedingt den genre­typischen Humor, der bei „Avenger: Age of Ultron“ zu kurz kam. Trotz der Vielzahl von Charakteren verliert man nie den Überblick, was den Leistungen der Darsteller zu verdanken ist. Während der Cast um Chris Evans und Robert Downey Jr. sich bereits ausreichend in das Herz der Fans spielen konnte, bringen Paul Rudd und Chadwick Boseman neuen Wind in das Franchise. Tom Holland als hyperaktiver und sprücheklopfender Spiderman erweist sich als genialer Schachzug, da er seiner Comicvorlage mehr als gerecht wird. 

„The First Avenger: Civil War“ ist ein mehr als gelungener Actionkracher, der mit starken Figuren, gigantischen Effekten und einem unschlagbaren Humor daherkommt. Angereichert mit komplexen Themen rund um Rachegelüste, Vergangenheitsbewältigung und den Vorzügen und Nachteilen einer wahren Freundschaft, verleihen die Filmemacher dem Superhelden-Abenteuer eine emotionale Tiefe, die überrascht und begeistert.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: Captain America: Civil War 

Land: USA 2016 

FSK: 12 

Regisseur: Anthony und Joe Russo Darsteller: Chris Evans, Sebastian Stan, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Daniel Brühl u.a.

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