Kaufbeuren bekommt eine „Heilig-Kreuz“- und eine „Wolkenstraße“

Neue Straßennamen

Kaufbeuren – Im Mai hatte der Kaufbeurer Stadtrat beschlossen, die Kurat-Frank-Straße umzubenennen. Zu eng erschien den Räten die Verbindung zwischen deren Namensgeber, dem katholischen Geistlichen Christian Frank, und dem Gedankengut des NS-Regimes.

Wie die Verbindungsstraße zwischen Äußerer Buchleuthenstraße und Bahnhof künftig heißen soll und wie bei Straßenbenennungen auch an anderer Stelle künftig verfahren wird, war Thema in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. 

Dominikus-Ringeisen-Straße, Henriette-Bär-Straße oder Anna-Zettl-Straße – die Liste der alternativen Namensvorschläge für die Kurat-Frank-Straße war lang. Den meisten gemeinsam war, dass sie sich auf Personen beziehen, die im Nationalsozialismus Widerstand geleistet haben. 

Allerdings hatte der Stadtrat sich während der Diskussion vor einigen Monaten dafür ausgesprochen, neue Straßen grundsätzlich nicht mehr nach Personen zu benennen (wir berichteten). Deshalb folgte das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung, den Namen „Heilig-Kreuz-Straße“ zum Beschluss dem Stadtrat vorzulegen. Die Idee stammt von Seiten des Stadtarchivs. 

Bezug genommen werden soll damit auf die Friedhofskirche Heilig Kreuz, die seit 1825 besteht und somit „das älteste Gebäude in diesem Rayon“ darstelle. Bis zur Erschließung dieses Gebietes in den 1930er Jahren habe das Gebäude zudem zusammen mit dem Friedhof „den dortigen landschafts- architektonischen Akzent“ gesetzt. 

Weil für die Anwohner und Betriebe der Kurat-Frank-Straße mit der Umbenennung Maßnahmen wie Änderungen in Papieren und eine Ummeldung verbunden ist, möchte die Verwaltung die Veröffentlichung und das Inkrafttreten der Namensänderung auf das kommende Jahr verschieben. Die neue Erschließungsstraße, die im Rahmen eines Bebauungsplans langfristig das Gebiet zwischen Kurat-Frank-Straße und Bahnlinie an die Äußere Buchleuthenstraße anbinden soll, soll künftig „Roßau“ heißen. 

Ebenfalls zur Sprache kamen die Namen für die Straßen, die am Baugebiet Fliegerhorstsiedlung entstehen. Bislang waren alle Hausnummern der Apfeltranger Straße zugeordnet. Bereits im Frühjahr war von der Bauherrin Delta Liegenschaftsverwaltung (München) ein Wettbewerb unter den Mietern der Siedlung ausgelobt, bei dem die Anwohner selbst Vorschläge für Straßennamen machen konnten. Bei der Beratung der Verwaltung und der Bauherrin wurde ebenfalls der Grundsatz angelegt, auf Personennamen zu verzichten. 

Dem Bauausschuss zum Beschluss legte die Verwaltung nun folgende Namen für drei Erschließungsstraßen vor: „Hartanger“, „Am Flugfeld“ und „Wolkenstraße“. Eine vierte Erschließungsstraße wird den Namen „Hans-Schmied-Straße“ tragen, da sie nur die Verlängerung einer bereits bestehenden Straße mit diesem Namen ist. Der Beschluss fiel einstimmig aus.

von Michaela Frisch

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