Gemeinderat gehen die Nachrücker aus

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Aitrangs beratender Ingenieur Bertram Mooser.

Aitrang – Nach dem Rücktritt von Eduard Nieberle (der Kreisbote berichtete) gehören bis zur Beendigung der Wahlperiode nur noch zwölf Gemeinderatsmitglieder dem Gremium an. Soll wären 14 Mitglieder. Zuvor waren schon Franz Kögel und der 2. Bürgermeister Dr. Reiner Reschke (alle Wählergemeinschaft Aitrang) zurückgetreten. Alle Listennachfolger der Wählergemeinschaft hatten als Nachrücker jedoch abgesagt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wollte Aitrangs Bürgermeister Jürgen Schweikart beim brisanten Thema Amtsniederlegung Nieberle, der dem Bürgermeister unter anderem „mangelnde Fachkompetenz “ vorgeworfen hatte, jedoch „nicht mehr nachkarten“.

Während die Reduzierung des Gemeinderates nur eine Sache von ein paar Minuten war, beanspruchte Tagesordnungspunkt drei (Erneuerung der Bahnunterführung Ziegerer) etwa eineinhalb Stunden. Denn Bertram Mooser, der Geschäftsführer von Mooser Ingenieure aus Kaufbeu­ren, präsentierte und erläuterte den aktuellen Planungsstand und konnte ein paar neue Zahlen nennen. Eine genaue Kostenrechnung steht allerdings weiterhin aus, die europaweite Ausschreibung des Projekts (Baubeginn: März 2017) läuft seit Anfang September. Das „Maßnahmenbündel“ (Bahnunterführungen Ziegerer und Taubental, Durchlass Rudratshofen und Gleisverschwenkungen) beträgt nach heutigem Stand 6,8 Millionen Euro, so Mooser.

Wie berichtet, muss die Gemeinde Aitrang bei der Bahnunterführung Ziegerer einen erheblichen Teil der Kosten tragen. Die Gemeinde rechnet jedoch mit 70 Prozent Förderung. Der endgültige Förderbescheid der Regierung von Schwaben steht allerdings noch aus. Jeder Prozentpunkt weniger Förderung, die aus einem Bayern weiten Topf kommt, würde die Gemeinde zusätzlich mit rund 20.000 Euro belasten.

Der beratende Ingenieur Mooser erklärte, dass die Bahn nach der Entwurfsplanung noch einmal die Statik, also die „Brückendicke“ (von 1,30 auf 1,50 Meter) der Ziegerer-Bahnunterführung geändert hat. Dadurch musste das Längsgefälle des Gehwegs umgeplant werden. Um den DIN-Grenzwert (maximal sechs Prozent Gefälle) und die Forderungen der Behindertenbeauftragten einzuhalten, wird der Gehweg nun eine Bordsteinhöhe von bis zu 30 Zentimeter bekommen. Ein Geländer zur Straße ist aus Kostengründen nicht vorgesehen, so Mooser. Ein Zuhörer schüttelte darüber nur den Kopf und meinte: „Da kann man nur hoffen, dass hier kein Kind mit seinem Fahrrad vom Gehweg auf die Straße stürzt“.

Bei der Umplanung von zwei auf einen Gehweg seien zudem laut Mooser Planungskosten von 22.000 Euro entstanden. Doch damit nicht genug: Weil bei den Vorabmaßnahmen, der sogenannten Spartenverlegung (Wasser, Strom, Telekom) unter den Bahnkörper ein DB-Beamter außer den üblichen Test-Bohrungen noch acht „Verwindungsmessungen“ anordnete, entstehen schon in der frühen Phase zusätzliche Kosten. Jede einzelne Messung schlägt mit 1.500 Euro zu Buche, so Mooser. Außerdem seien laut Baugrunduntersuchung 700 Tonnen kontaminiertes Erdreich beziehungsweise Schotter angefallen. Wenn dieses „Z1-Material“ nicht für Wegebau eingesetzt werden kann, laufen Entsorgungskosten von rund 10.000 Euro auf, resümierte der Experte. Welchen Anteil die Gemeinde Aitrang tragen muss, sei noch nicht geklärt.

von Ulrich Pramann

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