Schüler der Frenzelschule machen auf Kindersoldaten aufmerksam

Über 500 "Rote Hände"

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Eine Projektgruppe der Frenzelschule hat 511 „Rote Hände“ in Kaufbeuren gesammelt.

Kaufbeuren – „Stell dir vor, es ist Krieg und dein Kind ist Soldat“ – um Politiker immer wieder auf die schreckliche Situation der weltweit geschätzt rund 250.000 Kindersoldaten aufmerksam zu machen, wurde die „Aktion Rote Hand“ ins Leben gerufen.

Auch die Private Wirtschaftsschule Frenzel aus Kaufbeuren nimmt daran teil (wir berichteten). Kürzlich konnten über ein halbes Tausend „Rote Hände“ als Protestsymbole an die Vizepräsidentin des Menschenrechtsausschusses des Europäischen Parlaments Barbara Lochbihler übergeben werden. 

Diese Dokumente sind das Ergebnis einer einjährigen Sammelarbeit, die die Jugendlichen auf verschiedenen schulinternen und öffentlichen Veranstaltungen durchgeführt hatten, wie Lehrerin Dr. Susanne Schedl berichtet. Sie bedankte sich bei der Übergabe in den Räumen der Kaufbeurer Frenzelschule bei den 14 Schülerinnen und Schülern für den ausdauernden und engagierten Einsatz. 

Die Erarbeitung der durchaus komplexen politischen, ökonomischen und sozialen Lage, in der sich die Kindersoldaten befinden, habe die Klasse weitgehend ohne Hilfestellungen gemeistert. Belastend seien die Erkenntnisse über die psychischen und physischen Auswirkungen gewesen. 

Die Ausdauer der Projektgruppe aber sei nicht zuletzt durch das durchaus überwiegend positive Feedback der Kaufbeurer Bevölkerung gestärkt worden, wenngleich auch viele „trotz allem lieber weggesehen oder die Aktion als sinnlos bezeichnet“ hätten. Schedl verwies unter anderem auf internationale Erfolge im Bereich der Sanktionen der Verantwortlichen und der Stärkung der Kinderrechte, mahnte aber auch den zunehmenden Waffenexport Deutschlands hinsichtlich der „kleinen und leichten Waffen“ an. 

Nicht zuletzt stellte Schedl heraus, dass Projektarbeit in Schulen immens wichtig sei, um Schüler selbstverantwortlich tätig werden zu lassen, denn das Erlernen von Engagement, Verantwortlichkeit, Politikbewusstsein und bewusster Kritikfähigkeit sei die eigentliche Aufgabe von Schulen, eine Vorbereitung auf das spätere Leben.

Im Rahmen der „Aktion Rote Hand“ werden weltweit personalisierte rote Handabdrücke gesammelt und an namhafte Politikerinnen und Politiker übergeben, um damit immer wieder auf die verzweifelte Lage der Kindersoldaten zu verweisen. Getragen wird diese Protestaktion von zahlreichen renommierten Verbänden und Vereinigungen wie UNICEF, Amnesty International, World Vision, Plan, Aktion Weißes Friedensband, terre des hommes, Jugendrotkreuz, Kindernothilfe und Caritas. Weltweit wurden bislang 415.291 solcher Unterlagen gesammelt, 175.602 davon allein in Deutschland.

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