Ein Scherbenhaufen

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Betroffenheit: Martha Gruß vom Aktionskreis hatte weder Unterlagen noch die Kasse übergeben bekommen.

Kaufbeuren – Martha Gruß rang förmlich nach Worten und versuchte, den anwesenden Mitgliedern vom Aktionskreis Neugablonz e. V. ihre bruchstückhaft vorhandenen Informationen zu überbringen. Als zweite Vorsitzende des Vereins stand sie nach dem Rücktritt der ersten Vorsitzenden Gabriela Schleich praktisch in der Verantwortung. Dabei ging es bei der Versammlung nicht nur um das für den Juni abgesagte Bürgerfest, sondern generell um die Zukunft des Vereins.

Dabei kamen auch einige Ungereimtheiten zur Sprache, zu denen sich Mitglieder des Vereins in einem Schreiben an Schleich geäußert und um Aufklärung gebeten hatten. Doch die erste Vorsitzende war nicht erschienen. Es war der zweiten Vorsitzenden bei der Versammlung in der vergangenen Woche anzumerken, wie schwer sie von den Ereignissen um den Verein in der letzten Zeit betroffen war. 

Doch der Reihe nach. Anfang April hatte die erste Vorsitzende zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. In der Tagesordnung ging es im Wesentlichen um einen Informationsaustausch und eine mögliche Verlegung des Bürgerfestes vom Juni auf September dieses Jahres. Doch das war zwölf Mitgliedern zu wenig. In einem gemeinsam unterzeichneten Brief mahnten sie Versäumnisse der Vergangenheit an. Darunter eine fehlende ordentliche Mitgliederversammlung für 2015 inklusive Kassenbericht und deren Prüfung ebenso wie die Entlastung der Vorstandschaft und diverse Protokolle. Sie baten um Korrektur für eine ordentliche Mitgliederversammlung – auch mit Blick auf Neuwahlen.

Rücktritt 

In ihrem Antwortschreiben vom 19. April an die Vereinsmitglieder begründet Schleich die ihr zur Last gelegten Vorwürfe mit einer mehrmonatigen Erkrankung und damit nicht möglicher Tätigkeit für den Verein. Sie kündigte einen vom Vorstand „schnellstmöglich zu benennenden Termin“ für eine ordentliche Mitgliederversammlung ebenso an wie eine Kassenprüfung anlässlich der Versammlung in der letzten Woche. Sie verwies außerdem auf ihre bisher ehrenamtlich erbrachten Aktivitäten für den Verein. Am Ende brachte sie ihre Enttäuschung vom Verhalten der Vereinsmitglieder zum Ausdruck und gab ihren Rücktritt vom Amt der Vorsitzenden mit Wirkung vom 22. April bekannt. 

Erste Entscheidungen 

„Es geht nicht um das Bürgerfest, sondern es geht um den Verein“, so Mitglied Gerhard Stolzenberger, „Der Verein kann erst etwas machen, wenn alles geregelt ist.“ Wichtig sei eine Kassenprüfung, denn sonst sei kein Zuschuss der Stadt zu erwarten. Im Übrigen trage der alte Vorstand volle Verantwortung, da bis jetzt keine Entlastung erteilt sei. Auch Günther Seydel sah dies so und unterstützte Stolzenberger bei seinem Vorschlag, zunächst ein Team zur Verstärkung von Martha Gruß zu bilden, um alle Unterlagen sowie die Kasse von Schleich zu übernehmen und zu prüfen. „Der Verein muss auf gesunde Füße gestellt werden“, so Seydel. 

Daraufhin erklärten sich fünf Mitglieder zur Unterstützung bereit. Die amtierende Vorsitzende fällte auf einstimmige Empfehlung der Versammlung die Entscheidung, den Termin für das Bürgerfest am 12. Juni abzusagen. Nach Klärung aller Ungereimtheiten und baldmöglichst mit einem neuen Vorstand wird aber angestrebt, das Bürgerfest gleichzeitig mit dem offiziellen Festtag anlässlich „70 Jahre Neugablonz“ am 11. September zusammenzulegen. „Gerade bezogen auf den Festtag in diesem Jahr sollten in Neugablonz nicht alle Lichter ausgehen“, stellte Seydel abschließend fest.

von Wolfgang Becker

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