Videokunst-Preis wird erstmals vergeben

"Und sie fliegen doch"

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Der handgezeichnete Stop-Motion-Film „So far“ von Lydia Kaminski wurde mit dem Buronale-Videokunstpreis 2016 ausgezeichnet. Er basiert auf den Erfahrungen von Migranten an ihrem ersten Tag in Wien.

Kaufbeuren – Neue Perspektiven und Ausblicke auf eine kunterbunt bewegte Welt – das bietet die filmzeitkaufbeuren mit ihrer 9. Ausgabe. Insgesamt 88 Filme, mal lustig, skurril, berührend, anregend oder tiefgehend, warten auf ein neugieriges Publikum mit Mut zum anderen Sehen. Einen wichtigen Platz nimmt diesmal die Videokunst ein: Die filmzeit-Crew rund um Roman Harasymiw und Birgit Kern-Harasymiw hat mit Unterstützung der Stadt Kaufbeuren heuer erstmals den Videokunst-Preis „Buronale“ ins Leben gerufen.

Bereits eine Woche vor Festivalbeginn eröffnet am 22. September im Stadtmuseum Kaufbeuren die Ausstellung „Ende und Anfang“ mit der ersten Buronale-Videokunst-Preisträgerin Lydia Kaminski und dem Künstler Philipp Neumann aus Saarbrücken. In der Jury der filmzeit vertreten ist diesmal unter anderem die prominente Schauspielerin Jutta Speidel.

Videokunst-Preis erstmals vergeben

Wird es eine weitere filmzeit geben? Diese Frage stellte sich im vergangenen Jahr, als klar wurde, dass der wachsende Erfolg des Kaufbeurer Filmfestivals mit rein ehrenamtlicher Arbeit kaum mehr zu stemmen ist. Doch die filmzeit sterben lassen? Das kam nicht in Frage für die Organisatoren, die sich weiterhin auf die Suche nach Sponsoren gemacht haben. Und insgesamt 600 Einreichungen in diesem Jahr geben den Organisatoren recht. Eine kleine zusätzliche Finanzspritze zum bisherigen Zuschuss gab es unter anderem von der Stadt Kaufbeuren – und wurde für die erstmalige Auslobung des Buronale-Videokunst-Preises verwendet. 

Vergeben wird dieser heuer an die Künstlerin Lydia Kaminski aus Saarbrücken mit ihrem handgezeichneten Stop-Motion-Film „So Far“. In der Ausstellung „Ende und Anfang“ im Stadtmuseum Kaufbeuren werden neben „So Far“ weitere Arbeiten des Künstlerpaares Lydia Kaminski und Philipp Neumann zu sehen sein. Die Ausstellung wird im Stadtmuseum vom 22. September bis zum Ende der filmzeit am 9. Oktober gezeigt. „Wir freuen uns, dass wir in den vergangenen zwei Jahren mit unterschiedlichen Akteuren der Kaufbeurer Kulturszene immer enger zusammen gewachsen sind und heuer das Stadtmuseum mit Leiterin Petra Weber gewinnen konnten“, so Birgit Kern-Harasymiw. Eine „Win-win-Situation“ auch für Petra Weber, die sich anlässlich der Videokunst-Ausstellung auf viele neue Besucher im Stadtmuseum freut.

Der spannende Mix an Genres ist ein Markenzeichen der filmzeitkaufbeuren, die in Filmblöcken von 60 bis 100 Minuten Länge bis zu acht Kurzfilme zeigt und dabei wie gehabt Spielfilme, Experimental- und Animationsfilme sowie Dokumentationen miteinander kombiniert. Das Programm startet am 3. Oktober im Corona KinoPlex und wird im Kaufbeurer Stadttheater mit Party und Livemusik am Samstagabend sowie der obligatorischen „Weißwurstdämmerung“ und Fachsimpeleien vor der Preisverleihung am Sonntagmittag abgerundet.

Programm und Highlights

Von Montag bis Freitag, 3. bis 7. Oktober, ist die filmzeit im Corona KinoPlex zu Gast. Sie startet um 15 Uhr mit einer Parade des Käfer-Clubs Allgäu e.V – passend zum Roadmovie „Brezelkäfer Diaries“, der das Festival außerhalb des Wettbewerbs einläutet. Danach werden erstmals internationale Kunstfilme, die zur ersten „Buronale“ eingereicht wurde, und der preisgekrönte Dokumentarfilm „Girls don’t fly“ von Monika Grassl gezeigt. Der Streifen, der laut Birgit Kern-Harasymiw zu den besonders sehenswerten Beiträgen gehört, erzählt die Geschichte von jungen Frauen aus Ghana, die sprichwörtlich ganz weit nach oben wollen und einen gemeinsamen Traum haben: Sie wollen fliegen. Internationale Filmbeiträge stehen am Dienstag auf dem Programm, gefolgt von Filmen des Hauptwettbewerbs, der kinderfilmzeit und den Schulveranstaltungen.

Am Freitagabend zieht das Festival wieder feierlich ins filmzeit-Wochenende im Stadttheater, mit Filmen, Candy-Girls, Juroren und Livemusik auf der filmzeitparty am Samstag. Dieses Mal zu hören gibt es unter anderem den italienischen Sänger und Gitarristen Rosario Vizzini. Sonntagmittag präsentiert die Jury mit Schauspielerin Jutta Speidel, Regisseurin Dagmar Hirtz, Filmwissenschaftlerin Tanja C. Krainhöfer und der Filmjournalistin Marga Boehle ihre Preisträger für Jury- und Innovationspreis. Die ausgezeichneten Filme, inklusive der Publikumspreise, werden im Anschluss gezeigt. Beendet wird das Festival abends im Corona KinoPlex mit der zweiten Aufführung der Allgäu-Premiere des neuen Films von Hans Steinbichler mit Rosalie Thomass in der Hauptrolle: Eine unerhörte Frau. Am Sonntag, den 9. Oktober kürt eine hochkarätige Jury, unter anderem mit Schauspielerin Jutta Speidel, die Preisträger.

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Hotel am Turm hält die filmzeitkaufbeuren heuer ein exklusives Wochenend-Angebot bereit. Dieses beinhaltet zwei Übernachtungen von Freitag auf Sonntag, zwei Dauerkarten für das Festivalwochenende im Stadttheater und einen Sektempfang an der filmzeitbar. Wer nur ausgewählte Filme des Festivals sehen will, dem sei ein Spaziergang auf der gut erhaltenen, mittelalterlichen Stadtmauer und der Besuch der Videokunstausstellung im Stadtmuseum zu empfehlen. Darüber hinaus laden Cafés und Restaurants zu kulinarischen Festivalpausen ein.

von Michaela Frisch


Programmübersicht

Im Corona KinoPlex:

• Montag, 3. Oktober

15 Uhr: Parade des Käfer-Clubs Allgäu e.V. auf dem Heinz-Rühmann Platz vor dem Corona KinoPlex, im Anschluss ab 16 Uhr : „Brezelkäfer Diaries“, ein Film mit zwei Abenteurern, die in einem 1952er Brezelkäfer mit 30 PS von Alaska bis Argentinien fahren

17.30 Uhr Buronale Videokunst: zwölf internationale Kunstfilme

19.30 Uhr: „Girls don’t fly“, ein mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm über Frauen in Ghana und ihren Traum vom Fliegen

• Dienstag, 4. Oktober

ab 19.30 Uhr: „filmzeit international“, 13 Filme mit englischen oder deutschen

Untertiteln

• Mittwoch/Donnerstag, 5./6. Oktober

ab 19 Uhr: Filmblöcke I - IV des Hauptwettbewerbs

• Freitag, 7. Oktober

vormittags: geschlossene Schulvorstellungen (Anmeldung erforderlich)

16 Uhr: kinderfilmzeit

Im Stadttheater:

• Freitag, 7. Oktober

abends: filmzeitextra

• Samstag, 8. Oktober

ab 10 Uhr ganztägig: Filmblöcke I - V des Hauptwettbewerbs

ab 22 Uhr: filmzeitparty mit Livemusik

• Sonntag, 9. Oktober

ab 10 Uhr: Weißwurstdämmerung

ab 12 Uhr: Preisverleihung der Jury

Im Stadtmuseum:

• Donnerstag, 22. September bis Sonntag, 9. Oktober

Ausstellung „Ende und Anfang“ mit der „Buronale“-Videokunstpreisträgerin Lydia Kaminski und dem Künstler Philipp Neumann

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