„Die Moore im Allgäu sind speziell und einzigartig"

Die faszinierende Welt der Moore

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Nahmen an der Gesprächsrunde in der Filmburg Marktoberdorf teil: Landrat Anton Klotz (v. li.), Ethelbert Babel, Sonja Keck-Herreiner, Landrätin Rita Maria Zinnecker, Walter Sirch und Gwendolin Dettweiler, Regionalmanagerin der Allgäuer Moorallianz.

Allgäu – Das Allgäu ist um vier attraktive Moorwelten reicher geworden: in Seeg, Pfronten und den beiden benachbarten Gemeinden Oy-Mittelberg und Durach. Jede Moorwelt für sich hat etwas Besonderes zu bieten und lädt Naturinteressierte, Familien und Kinder zu Erkundungen ein.

Mit viel Liebe zum Detail werden Besucher an die Geheimnisse der Moore herangeführt, das Naturschauspiel wird sichtbar gemacht und auch die eine oder andere mystische Sage erzählt. Offiziell eröffnet sind die Moorwelten seit den Eröffnungsfeierlichkeiten am Freitag vergangener Woche. 

Vormittags wurde am neuen Moorbahnhof Seeg von den Kindern der Grundschule Seeg Luftballons mit gefalteten Origami-Figuren, nach dem Vorbild der Infoschilder der Seeger Moorwelt, in die Lüfte geschickt. Bürgermeister Markus Berktold bedankte sich für die gelungene Arbeit der Allgäuer Moorallianz und betonte: „Wir sind stolz, den ersten Moorbahnhof im Allgäu zu haben!“ 

In Oy-Mittelberg am Schwarzenberger Weiher erklärte Waldemar Ruf vom Blindenbund Allgäu den Schülern der Grund- und Mittelschule Oy mit Hilfe des dort aufgestellten Landschaftsmodells des Künstlers Robert Liebenstein wie Nichtsehende die Landschaft erleben. Die beiden Bürgermeister des gemeindeübergreifenden Moorgebiets um Oy-Mittelberg und Durach, Theodor Haslach und Gerhard Hock, hoben die Bedeutung der Moore nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch als aktiven Hochwasserschutz für die Anwohner hervor. 

Am Nachmittag gab es die zentrale Eröffnungsfeier in der Filmburg Marktoberdorf. Zu Beginn wurde der Film „Moorwelten Allgäu“ gezeigt. Die Kurzdokumentation zeigte wunderschöne Im- pressionen aus allen vier neuen Gebieten. Gefilmt hatten Schüler des Gymnasiums Marktoberdorf unter der Leitung ihres Lehrers Thorsten Krebs. Mit ganz besonderen Aufnahmen beeindruckten sie das Publikum und hatten in Profimanier sogar aktuelle Bilder von den Eröffnungen am Vormittag eingebaut. 

Die anschließende Gesprächsrunde mit vielen Infos moderierte Ethelbert Babl, Leader-Manager des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten (AELF) und sprach dabei mit der Ostallgäuer Landrätin Rita Maria Zinnecker, Vorsitzende des Zweckverbands Allgäuer Moorallianz, dem Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, stellvertretender Vorsitzender Zweck- verband Allgäuer Moorallianz, Sonja Keck-Herreiner, AELF Kempten, und Walter Sirch, Moorerlebnisführer und Kabarettist. Die Diskussion der vier Sprecher gab Einblick in die vielen Aspekte der Moorallianz. 

„Die Moore im Allgäu sind speziell und einzigartig – dennoch sind viele der Besonderheiten klein und unscheinbar. Die Allgäuer Moorallianz möchte mit den Moorwelten Allgäu Gästen und Einheimischen diese Welt nahebringen – nach dem Motto ,nur was der Mensch kennt und schätzt, schützt er auch’, erklärte Zinnecker. So schaffe man ein attraktives Naturerlebnisangebot, das spielerisch und ohne erhobenen Zeigefinger Lust auf Erleben mache. 

So gibt es in den Moorwelten Vogelbeobachtungsstellen, interaktive Pflanzenbestimmungsschlüssel, eine Torfstichsimulation und vieles mehr. In jedem Gebiet führen gut ausgeschilderte Rad- und Wanderwege zu den Erlebnisorten. Naturschutz habe dabei immer oberste Priorität, so Zinnecker. 

Mit ihrem Konzept ist die Allgäuer Moorallianz einer der fünf Sieger im größten deutschlandweiten Naturschutzwettbewerb chance.natur. „Sie trägt dazu bei, unsere Heimat für die nächsten Generationen lebenswert zu gestalten“, fügte Anton Klotz, stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands hinzu. Die Moorwelten seien dabei ein Aspekt, aber auch die Landschaftspflege und die Renaturierung von Mooren seien wesentliche Bestandteile. Zum Abschluss zeigte die Theaterschule mobilé das Stück „Der Moorgaukler“.

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