Ein Jägerleben

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Würdigten das Engagement von Alois Altmann (2. v. li.): Jagdberater Christian Löwenmuth (li.), Peter Kessler und MdL Angelika Schorer.

Marktoberdorf – 25 Jahre lang war er das Gesicht der Jägervereinigung Marktoberdorf, nahm er noch einmal offiziell Abschied von seinem Amt: Alois Altmann. Doch auch wenn er es ab sofort ruhiger angehen lässt – der 78-jährige wird dem Verein mit all seiner Fachkenntnis und guten Kontakten im Landkreis Ostallgäu als Botschafter des Hegerings Wertachtal und Mitglied des Jagdbeirates weiter erhalten bleiben.

Von „seinen“ Jägern wurde er zudem kürzlich im Rahmen des Hubertustages einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt und ist auch in seinem eigenen Revier nahe Lengenwang weiter aktiv in Sachen Bejagung und Wildhege.

Genug zu tun gibt es auch weiterhin für den rüstigen Senior, der trotzdem die Gelegenheit nutzte, anlässlich seiner Amtsübergabe an den 54-jährigen Peter Kessler auf so manche Anekdote und den Wandel des jagdlichen Lebens in den vergangenen Jahrzehnten zurück zu blicken. Ein Lächeln zauberte er damit nicht nur ins Gesicht der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU), die – auch stellvertretend für Landrätin Maria Rita Zinnecker – eigens zur Ehrung Altmanns ins Blöcktacher Gasthaus zum Schwanen gekommen war. Aber auch weitere enge Weggefährten Altmanns waren anwesend, so zum Beispiel Christian Löwenmuth, Jagdberater für den mittleren Landkreis Ostallgäu.

14 Jahre lang arbeitete er mit Altmann zusammen, ein echtes „Dreamteam“ sei man gewesen, so Löwenmuth, habe zum Beispiel im Jahr 2006 den Landesjägertag ins Modeon geholt – ein Unterfangen, das damals wegen der andernorts üblicherweise sehr hohen Kosten von vielen für „unmöglich“ gehalten wurde. Doch am Ende kostete das Event den Landesjägerverband mit rund 7000 Euro nur ein Zehntel der üblichen Kosten – dank guter Kontakte und großen Engagements aller Beteiligten. Auch als vor einigen Jahren der Biber wieder Einzug hielt in die bayerischen Landschaften, wusste Altmann gleich, was aus seiner Sicht zu tun war. Beim damaligen Landrat Johann Fleschhut setzte er sich dafür ein, dass die vor allem von Landwirten geforderte Dezimierung der Nagetiere nicht durch Abschüsse der Jäger gelöst werden könne.

Auch bei anderen naturschutzrelevanten Fragen wie zum Beispiel der Schaffung des Landschaftspflegeverbands der „Moorallianz“ im Ostallgäu war Altmann stets als Berater zur Stelle. Der Ehrenvorsitzende weiß aber auch, dass die Entwicklung der Jagd im Landkreis nicht immer nur eine reine Erfolgsgeschichte war – viel zu kontrovers wird die Rolle des Jägers in der heutigen Gesellschaft bewertet, wichtigstes Anliegen sei daher weiterhin, die positive Kommunikation mit Landwirten, Waldbesitzern und Politik zu halten und zu verbessern und auch der Bevölkerung, vor allem Kindergartenkinder und Schüler, aktuelle Themen zu Jagd und Wildhege nahe zu bringen. „Jeder Jäger ist heutzutage immer wieder vor tiefgreifende Entscheidungen gestellt. Dieses Ehrenamt hat nichts damit zu tun, einfach eine bestimmte Anzahl Wild pro Saison abzuschießen, sondern beinhaltet moralische Verantwortung und Weitblick hinsichtlich den Interessen der Tiere, des Naturschutzes, aber natürlich auch der Forst- und Landwirtschaft“, so Altmann, der selbst seit 1969 Mitglied in der Jägervereinigung Marktoberdorf ist und auch seiner Ehefrau für die „große Unterstützung“ in dieser gesamten Zeit dankt.

Bei seinem Nachfolger Peter Kessler macht er sich keine Sorgen, dass der Vorsitz im Verein im oben genannten Sinne weitergeführt wird: Der 54-Jährige hat seit sechs Jahren sein eigenes Revier bei Ronsberg in der Hegegemeinschaft Günztal, das er zusammen mit Bracke „Dora“ durchstreift und ist, so Kessler selbst, unter Altmanns Führung in sein jetziges Amt „hineingewachsen“. Er ist außerdem Naturschutzwart, Löffelkrautbeauftragter des Landkreises und Gründungsmitglied der „Agenda 21 Wildes Bayern“.

von Michaela Frisch

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