Baubeginn rückt näher

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Landkreis/Kaufbeuren – Der Baubeginn an der Landwirtschaftsschule im Grünen Zentrum rückt näher. Entsprechend wurden die Pläne in der jüngsten Sitzung des Kreistages nochmal vorgestellt. Eine Nachnutzung des alten Gebäudes soll „zeitgerecht geplant“ werden, es wird jedoch noch bis 2018 von der Landwirtschaftsschule genutzt.

Thomas Stöckle, Leiter des kommunalen Bauamtes, stellte zu Beginn die Fakten vor. Demnach hatte der Kreistag bereits im Jahre 2012 die Errichtung des Grünen Zentrums in Kaufbeuren beschlossen. Im vergangenen Jahr habe man die Entwurfsplanung begonnen, ein erster Entwurf war noch im Herbst vorgestellt worden (wir berichteten). Die Gesamtkosten für die Schulen sind mit 8,96 Millionen Euro geplant, die Förderung betrage vier Millionen. Auf etwa 3.600 Quadratmetern werden laut Stöckle 90 Schüler in speziellen Räumen unterrichtet.

Das beauftragte Architektenbüro Nagler arbeitet seit Langem mit dem Schwerpunkt Holzbau und habe dafür bereits in verschiedenen Wettbewerben Auszeichnungen erhalten, so Stöckle. Das Gebäude soll als Passivhaus in Holzbetonverbundbauweise ausgeführt werden mit einem gemeinsamen, großzügigen Eingangsbereich für Schulgebäude und geplantes Landwirtschaftsamt. Der Zugang sei barrierefrei gehalten. Als Besonderheit seien die umfangreichen technischen Ausstattungen zu sehen. „Hier sind die besonderen Ausbildungsanforderungen der Benutzer zu berücksichtigen, also einerseits Großküchentechnik und andererseits Schulküche im Zwischengebäude, sowie eine Wäscherei im Schulhaus“, so Stöckle.

Das zweigeschossige Gebäude soll im Erdgeschoss die handwerklichen Räume und im ersten Stockwerk die altbewährten Klassenräume beherbergen. Die Stahlbetondecken bieten perfekten Schallschutz, besonders wichtig im Klassenzimmerbereich, die Haustechnik wird teilweise sichtbar zwischen die Deckenbalken eingebaut.

Um kostengünstig zu bleiben, habe man auf einen Keller verzichtet, so Architekt Dr. Thomas Nagler. Das Blechdach soll als Stegfalzdach ausgeführt werden, eine Photovoltaikanlage (PV) sei nicht unmittelbar vorgesehen, aber möglich. „Nach außen wird das Gebäude durch umlaufende Bänder gegliedert und erhält kräftige Vordächer“, so der Architekt. Die Bänder seien aus Holz, werden aber optisch den Kanten einer Blechfassade nachempfunden. Als gute Nachricht konnte Nagler dem Kreistag mitteilen, dass sich aus dem ersten Ausschreibungspaket bereits eine Reserve von etwa 600.000 Euro ergeben hätte, mit der man als Puffer in den nächsten Abschnitt gehen könne.

Landrätin Maria Rita Zinnecker bestätigte als besondere Herausforderungen bei dem Projekt die Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern und dem staatlichen Bauamt.

Auf Nachfrage aus dem Kreistag bestätigte Zinnecker nochmals die Zusage einer Beteiligung von 1,5 Millionen aus Kaufbeuren. Josef Müller (CSU) forderte, beim Bau Fichtenholz aus dem Allgäu zu verwenden. Die Landrätin wies darauf hin, dass unter Hinweis auf die EU-weiten Vergaberichtlinien das so nicht gefordert, wohl aber realisiert werden könne. Josef Schweinberger (CSU), beschwor den Einsatz einer PV-Anlage auf dem Dach mit Speichermöglichkeiten oder zumindest Voraussetzungen für eine Nachrüstbarkeit zu schaffen. Laut Zinnecker werde auf dem Dach des daneben geplanten Landwirtschaftsamtes eine PV-Anlage für den Eigenverbrauch von Amt und Schulen vorgesehen. Eine weitere PV-Anlage könne dann nur der Einspeisung dienen.

Clara Knestel (Bündnis 90/Die Grünen) bedauerte den zukünftigen Wegzug der alten Landwirtschaftsschule aus der Stadtmitte Kaufbeurens. Dem widersprach Hans Weber (Freie Wähler) wegen der Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes und der angestrengten Parkplatzsituation der alten Landwirtschaftsschule und meinte scherzhaft: „Da müsste der Milchpreis schon deutlich steigen, um die vielen Strafzettel wegen Falsch­parkens zu kompensieren.“

von Wolfgang Krusche

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