"Prachtstraße" für Obergünzburg

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Gleiche Farbe von Fahrbahn und Gehsteig und niedrige Bordsteinkanten sollen den Platzcharakter des „Neuen“ Alten Marktes in Obergünzburg stärken.

Obergünzburg – Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren und Kosten von rund zwei Millionen Euro für Kanal-, Wasser- und Straßenbau, inklusive Klosterweg, wurden die Arbeiten am Alten Markt nun fertiggestellt und der Platz am Freitag in einer Feierstunde für die Benutzung freigegeben.

Obergünzburg setzt dabei auf gegenseitige Rücksichtnahme und Vernunft der Verkehrsteilnehmer und will zunächst auf das Aufstellen von Verkehrsschildern für die Nutzung verzichten.

„Freibier für Anwohner“ und Blasmusik von den „Blechernen Vier“ – damit hatte Lars Leveringhaus, erster Bürgermeister von Obergünzburg, die Bürger zur feierlichen Verkehrsfreigabe für den alten Markt eingeladen. Er bedankte sich damit bei den Anwohnern für das „Ertragen“ der Baustelle. Viele Anwohner und Obergünzburger Bürger waren der Einladung gefolgt und besiedelten die Plätze vor den Cafés und dem eigens aufgebauten Zelt und suchten Schatten unter den zahlreichen Sonnenschirmen. Gleichzeitig mit der Wieder-Eröffnung des Alten Marktes begrüßte er auch die Neueröffnung des Kaffees „Ratschkathl“ am Platz.

Der Umbau des Alten Marktes war notwendig geworden, weil dringende Kanalbauarbeiten anstanden. Man nahm dies gleich als Initialzündung für weitere städtebauliche Gestaltungsmöglichkeiten an der Oberfläche. Begleitet wurde die Maßnahme vom Schwäbischen Ingenieurbüro aus Kempten, beim Festakt vertreten durch Hubert Jellen. In den Bau flossen städtebauliche Fördermittel von 375.000 Euro vom Freistaat Bayern und eine Förderung von circa 130.000 Euro vom Wasserwirtschaftsamt aus Kempten ein. Der Geschäftsführer der ausführenden Firma Kutter, Ulrich Groll, beglückwünschte den Markt zur Wiedereröffnung und freute sich ausdrücklich über einen unfallfreien Verlauf des Baus.

„Das Ziel der Arbeiten war, im Zentrum von Obergünzburg ein Stück Identität zu schaffen“, so Leveringhaus, eine offene Verkehrsfläche mit Platzcharakter mit Cafés, Gasthöfen und Arztpraxis. „Dieser Alte Markt gilt als Platz, alle Verkehrsteilnehmer auf dieser offenen Verkehrsfläche sollen gleichberechtigt teilnehmen “. Die Farbe des Belags wurde mit hellem Grau für Fahrbahn und Gehsteige bewusst gleich gewählt, um eben diesen Platzcharakter zu erhalten. Die Gehsteige und Stellplätze im Bereich Klosterweg wurden optisch etwas abgesetzt, die Bordsteinkanten aus Gründen der Barrierefreiheit absichtlich niedrig gestaltet.

Keine Verkehrsschilder

„Noch wurden keine Verkehrsschilder aufgestellt!“, mahnte der erste Bürgermeister. Der Verkehr und die Nutzung des Platzes durch Gastronomie solle zunächst in diesem Jahr beobachtet und analysiert werden und erst dann im nächsten Jahr möglicherweise durch Schilder reguliert werden. „Wenn es denn notwendig ist“, beschwört Leveringhaus die Bürger. „Wir wollen hier wechselnde Nutzungen und keine Dauerparker“. Man wolle den Versuch starten, auf die gegenseitige Rücksichtnahme und Vernunft mündiger Verkehrsteilnehmer zu setzen.

Geistlichen Schutz erhielt der Alte Markt auch durch Gebet und Segnung durch den katholischen Pfarrer Walter Böhmer. Der ebenfalls anwesende neue evangelische Pfarrer Ulrich Funk verglich in seiner Grußrede mit einem Augenzwinkern den neuen alten Markt in Obergünzburg mit anderen „Prachtstraßen“, der „Rambla“ in Barcelona oder der „Champs-Élysées“ in Paris und wünschte sich den Alten Markt als ähnlich belebten Begegnungsort für Menschen in Obergünzburg.

von Wolfgang Krusche

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