Alternative mit Nordtangente und Bahnstopp?

Hohe Frequenz: Der Durchgangsverkehr in der Gemeinde stellt eine große Belastung für die Bewohner dar. Foto: Becker

„In der Neugablonzer Bürgerversammlung möchte ich den Schwerpunkt auf die Dinge legen, die uns hier bewegen“, so die einleitenden Worte von Oberbürgermeister Stefan Bosse. Er griff dabei als Erstes eine „Baustelle“ im wahrsten Sinne des Wortes auf: die gesperrte „Josefsthaler Brücke“ zwischen Neugablonz und Leinau. In einer umfangreichen Stellungnahme erläuterte er ausführlich die Entwicklung der ursprünglich per Bundesgesetz der Stadt aufgezwungenen Brücke. Bosse versprach eine Prüfung mit Blick auf den unnötigen Sanierungsbeginn und langfristig eine Wiederherstellung des alten Zustands, wenn sich keine andere Lösung anbiete. Er stellte eine bisher unbekannte Variante vor.

Die Brücke gehörte ursprünglich der Deutschen Bahn AG. In den neunziger Jahren war die Überführung per Gesetz von der Bahn an die Stadt übereignet worden. Der OB umriss noch einmal die Entstehung der jetzigen Situation bis zur Sperrung (wir berichteten). Ein schneller Abriss scheiterte an den technischen Möglichkeiten. Nach einer Vorlaufzeit für die Bahn ist dies erst ab August dieses Jahres möglich. Eine mögliche Lösung zeichnet sich dadurch ab, dass die im Norden der Stadt angrenzende Nachbargemeinde Pforzen schon länger an einer Umgehungsstraße interessiert ist. Bei einer mittlerweile auf 9.000 Fahrzeuge pro Tag angestiegenen Belastung (siehe nebenstehenden Artikel) durch den Durchgangsverkehr mit hohem Anteil an Schwerverkehr ist das verständlich. Und mit einem gemeinsamen Vorgehen könnte eine gute Lösung für beide Seiten gefunden werden. Kommt Nordtangente? Es würde sich anbieten, eine Trasse beginnend auf der Kreisstraße OAL 6 nördlich von Neugablonz und südlich von Pforzen so zu führen, dass diese zwischen Pforzen und Leinau auf die B 16 stoßen würde (siehe Grafik). Dadurch entstünde eine direkte Verbindung zwischen B 16 und B 12 außerhalb jeglicher Ortsteile und Wohngebiete, die als Bundesstraße rangieren könnte. Für den Landkreis und die Stadt böte dies den Vorteil, dass der Bund den größten Teil der Kosten für den Bau der neuen Straße und Brücke übernehmen würde. Doch auch der Bund hat ein hohes Interesse an solch einer Tangente. Die B 16 könnte ab der Einmündung nach Süden über Kaufbeuren hinaus bis Marktoberdorf abgestuft werden. Damit entfiele die Verantwortung für die Straßenbaulast. Das in wenigen Wochen erwartete Ergebnis einer Analyse über die Verkehrsentlastung soll weitere Erkenntnisse liefern. Danach wird das weitere Vorgehen durch den Landrat, den Bürgermeister von Pforzen und den Kaufbeurer OB abgestimmt. Bis zu einer möglichen Realisierung könnte eine neue Josefsthaler Brücke als Übergangslösung einspurig mit Ampelregelung gebaut werden und später als reine Radfahrer- und Fußgängerbrücke dienen. „Im Zweifel wird die Josefsthaler Brücke wieder so gebaut, wie sie war“, so OB Bosse abschließend. Wieder Bahnhaltestelle? Eine weitere Aufwertung könnte langfristig als „Zukunftstraum“ realisiert werden: Die bereits früher einmal existierende „Haltestelle Leinau“ der Bahn nördlich der gesperrten Brücke könnte durchaus für den Regionalbahnverkehr wieder errichtet werden, und mit einem P+R-Parkplatz an der jedoch nicht zwingend erforderlichen neuen Trasse angebunden werden. Damit hätten Neugablonz, Leinau, Pforzen und auch Irsee mit dem Bildungszentrum eine direkte räumliche Anbindung an die Bahn. Diese ist durchaus nicht abgeneigt, sieht innerhalb der nächsten zehn Jahre aber keinen finanziellen Spielraum für die Verwirklichung. Dennoch will der OB dieses Ziel im Auge behalten. „Eine solche Lösung hätte einen Riesencharme“, meint der Rathauschef.

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