Ab 20. Oktober im Kino

Kinotipp: "Bridget Jones' Baby"

+
Das Baby kommt: Mark (C. Firth), Briget (R. Zellweger) und Jake (P. Dempsey) geraten in freudige Panik.

1996 verzauberte Helen Fielding mit ihrem Roman „Bridget Jones' Diary”, der drei Jahre später in Deutschland unter dem Titel „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück” erschien, eine breite Leserschaft. Die dreißigjährige, übergewichtige Titelfigur schlich sich mit ihren Problemen, die jede Frau kennt, in die Herzen der Leser. Schauspielerin Renée Zellweger verlieh der zur Kultblondine etablierten Bridget Jones 2001 in der gleichnamigen Verfilmung sowie in der Fortsetzung von 2004 ein Gesicht. Zwölf Jahre haben die Fans ausgeharrt, um nun endlich mitzuerleben, wie Bridget Jones ihr großes Glück findet.

Inhalt

Neun Jahre sind im Leben von Bridget Jones vergangen. Ihre einst glückliche Beziehung mit Mark Darcy (Colin Firth) ist an den Tücken des Alltags zerbrochen. Seither hat sich die Single-Frau beruflich zur Produzentin einer Nachrichtensendung gemausert. Beruflich angekommen, aber privat am Tiefpunkt angelangt, feiert Bridget mal wieder ihren Geburtstag alleine. Doch diesmal steckt sie nicht den Kopf in den Sand und badet sich in Selbstmitleid. 

An ihrem 43. Geburtstag entschließt sie sich dazu, endlich aus ihrem gewohnten Trott auszubrechen. Gemeinsam mit ihrer Freundin und Arbeitskollegin Miranda (Sarah Solemani) reist Bridget zu einem Festival, wo sie schon kurz nach ihrer Ankunft unfreiwillig auf sich aufmerksam macht. Mit ihrer Zufallsbekanntschaft Jake (Patrick Dempsey) lässt sie sich zu einem One-Night-Stand hinreißen. Kurz darauf tritt auch Mark wieder in ihr Leben und beide erleben eine romantische Nacht miteinander. 

Die Folgen lassen nicht lange auf sich warten. Bridget wird völlig unverhofft schwanger. Aber wer ist der Vater: Jack oder Mark? Um dies herauszufinden, bleiben Bridget genau neun Monate Schwangerschaft voller Übelkeit, hormonellem Chaos und einigen verzwickten Situationen, die sie auf ihre gewohnte Art und Weise zu meistern versucht.

Rezension

Zwölf Jahre mussten die Fans auf die Fortsetzung der „Bridget Jones“-Reihe warten, da das Projekt sich wegen mehrerer Drehbuchfassungen immer wieder nach hinten verschob. Erst nachdem Helen Fielding und Regisseurin Sharon Maguire gemeinsam das Runder in die Hand nahmen, wurden die Pläne konkret. Anders als erwartet basiert die dritte Verfilmung nicht auf dem 2014 veröffentlichten Roman „Verrückt nach ihm”, sondern ist zwischen Roman zwei und drei angesiedelt. 

In den ersten zwanzig Filmminuten verliert sich die Handlung zunächst in banalen Situationen, die den Flair der zwei vorangegangenen Filme vermissen lässt. In einer raschen Abfolge wird der Zuschauer darüber informiert, was in den vergangenen Jahren im Leben von Bridget Jones passierte. Die Trennung von Mark Darcy, sowie ein tragischer Zwischenfall im Freundeskreis, werden als Momentaufnahmen bebildert. Doch dann findet man sich innerhalb eines kurzen Moments in eben jenem Chaos wieder, das so unverkennbar für das Leben der Kultblondine steht. Kaum auf einem Festival angekommen, fällt die sichtlich gealterte Bridget overdressed in eine Schlammpfütze. Aus dieser durchaus peinlichen Situation wird sie jedoch von dem charmanten Jake gerettet. Patrick Dempsey, bekannt aus der Serie „Grey´s Anatomy“, übernimmt den Part in der ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung. Diese Rolle erfüllte zuvor Hugh Grant, der nach den ersten zwei Filmen nicht mehr für weitere Drehaufnahmen zur Verfügung stand. 

Auch wenn sich die Harmonie zwischen den drei Hauptfiguren erst einstellen muss, entsteht im Laufe des Films eine befriedigende Symbiose. Die ist vor allem den Schauspielern Colin Firth und Patrick Dempsey zu verdanken, die zwei konträre Männertypen verkörpern, die von ihrer Art und ihrem Charakter nicht unterschiedlicher sein könnten. Beide Männer buhlen um das Herz von Bridget, die sich für einen von beiden zu entscheiden versucht. Die Schwangerschaft der Titelfigur ist mit allerlei Wehwehchen und Problemen gepflastert, was immer wieder urkomisch in Szene gesetzt wird. Da neben den zwei Hauptfiguren auch die bekannten Nebendarsteller der vorangegangenen Filme zusammengekommen sind, gibt es einige nette Verweise auf bereits Gesehenes. 

Die Höhepunkte feiert der Film aber dennoch immer dann, wenn Bridget mit Volldampf im Fettnapf landet oder sich zwischen den zwei potenziellen Vätern ihres Kindes hin- und hergerissen fühlt. Insgesamt ist „Bridget Jones' Baby“ ist eine kurzweilige und amüsante Fortsetzung, bei der die Fans am Ende ein Tränchen vergießen dürfen. 

von Sandy Kolbuch

Meistgelesene Artikel

"Wir sind die Coolsten"

Stefanie Kloß (*1984) gründete 1998 ihre erste Band, aus der einige Jahre später SILBERMOND hervorging. Seit mehr als 12 Jahren rockt sie gemeinsam …
"Wir sind die Coolsten"

Sauerei am Fieselstadion

Kaufbeuren – Der Fieselplatz in Neugablonz, Austragungsstätte unzähliger und hitziger Partien, rückt Jahr für Jahr nach Beendigung des offiziellen …
Sauerei am Fieselstadion

Bürgermeister wartet auf Anruf

Buchloe – Noch wartet Bürgermeister Josef Schweinberger auf den Anruf für eine Terminvereinbarung mit dem Vorstand des Gewerbevereins. In der …
Bürgermeister wartet auf Anruf

Kommentare