"Findet Dorie"

Der sprechende Fisch

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Anke Engelke kehrt als deutsche Stimme der Paletten-Doktorfisch-Dame Dorie zurück auf die Kinoleinwand.

Anke Engelke, Komikerin, Schauspielerin, Synchronsprecherin und Moderatorin, kam 1965 in Kanada zur Welt. 1971 zog die Familie nach Köln, wo Engelke bereits mit zwölf Jahren eine Kindersendung im Radio moderierte. Als Schauspielerin war sie erstmals in „Die Wochenshow“ zu sehen. Ihre acht Staffeln umfassende Reihe „Ladykracher“ gilt als erfolgreichstes deutsches Sketchformat.

Im Kino war sie zuletzt in den Filmen „Gespensterjäger“ und „Frau Müller muss weg zu sehen“. Als deutsche Stimme von Marge bei „Die Simpsons“ und als vergessliche Fisch-Dame Dorie in „Findet Nemo“ und „Findet Dorie“ sorgt Engelke für Unterhaltung. Am Premierentag des Disney-Films traf KREISBOTE-Redakteurin Sandy Kolbuch die Powerfrau in Berlin.

Dieses Mal ist Dorie die Hauptfigur im Film.

Engelke: Und zack war ich diesmal auch länger im Studio. Ich weiß gar nicht, wann ich das erste Mal den Filmtitel gehört und mich gefreut habe! Vermutlich war das in der Show von Ellen DeGeneres, die ja die Original-Dory spricht und PIXAR immer wieder lustige Botschaften geschickt hat, damit sie einen zweiten Teil machen. Dreizehn Jahre sind seit dem ersten Teil vergangen. Vor drei Jahren kam „Findet Nemo“ noch einmal als 3D-Version ins Kino. Da ahnten wir bereits, dass es eine Fortsetzung geben könnte. Als ich erfahren haben, dass der Film „Findet Dorie“ heißt, war klar, dass bedeutet mehr Tage im Synchronstudio!! Die Synchronarbeit halte ich immer noch für die anstrengenste Arbeit im Portfolio eines Schauspielers.

Tatsächlich?

Engelke: Absolut. Es ist so schwer, weil man drei Sachen kombinieren muss: Man muss sich die kurzen Satzfetzen merken, was für einen Schauspieler jetzt allerdings erstmal nicht schwer ist. Dann muss man genau auf die Lippen der Figuren schauen, der Text muss ja darauf passen. Da konnte ich unserer deutschen Drehbuchautorin und Regisseurin Katrin Fröhlich komplett vertrauen: der Sinn des englischsprachigen Originalhumors geht in der Übersetzung nicht verloren. Und zu guter Letzt muss man natürlich noch schauspielern. Zusammen ist das eine ziemlich große Herausforderung. Ich habe schon als Kind im Synchronstudio gestanden und das Ganze spielerisch gelernt. Trotzdem halte ich es immer noch für die Königsdisziplin.

Ist es sinnvoll, Stimmungsschwankungen für die Aufnahmen zu bündeln?

Engelke: In dem Film gibt es zwei Stellen, bei denen ich beim ersten Schauen heulen musste. Katrin hat das genutzt und mich in dieser Stimmung synchronisieren lassen. Das hilft natürlich, Szenen zu bündeln, die eine ähnliche Stimmungsfarbe haben und sich auf die Stimmung einzulassen. Wir hatten einige Tage Zeit für die Aufnahmen und haben die anstrengenden Schrei- und Walischszenen ans Ende der Aufnahmetage gelegt.

Was schätzen Sie an der Synchronarbeit?

Engelke: Synchronarbeit ist bei aller Anstrengung eine Luxussituation. Anders als beim Film gibt es ja weder Vorbereitung- noch Nachbereitungszeit, kein Textlernen, keine Kostümproben. Jetzt bin ich für ein Paar Tage auf Promotiontour für den Film, aber das ist doch eher Kür. Arbeitszeit ist nun auch mal Lebenszeit, ich bin also ziemlich privilegiert, wenn ich mich nur noch für Projekte entscheide, die ich mit Lust und Engagement machen will. Ich habe schon einigen Mist gemacht und daraus gelernt: Jetzt suche ich mir die Rosinen raus und genieße es, meine Freude zu teilen. „Findet Dorie“ ist eine Rosine.

Vielen Dank für das Gespräch.

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