Bauausschuss ringt sich zur Ausschreibung eines Wettbewerbs durch

Wer baut den schönsten KiGa?

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Die Erweiterung des Familienzentrums St. Magnus soll im Rahmen eines Architekturwettbewerbs ausgelobt werden.

Marktoberdorf – Das Familienzentrum St. Magnus platzt aus allen Nähten. Dort, wie im angrenzenden Adalbert-Stifter-Kindergarten, müssen Kindergruppen in Container ausgelagert werden, um dem Bedarf gerecht zu werden.

Deshalb hatte der Stadtrat bereits im Juli Bauamt und Stadtspitze beauftragt, „vorrangig vor allen Straßenbauprojekten“ eine Lösung für die Kinder zu forcieren. Die Mitglieder des Bauausschusses ermächtigten vergangene Woche dann auch einstimmig die Bauverwaltung der Stadt, die notwendigen Schritte für einen Architekturwettbewerb „Familienzentrum“ einzuleiten. Ein Verfahren, das die Stadt rund 55000 Euro kosten wird. Zuvor hatte es viele skeptische Nachfragen vonseiten der Stadträte gegeben, ob „erneut ein Wettbewerb“ in Marktoberdorf nötig sei. 

Nach den einschlägigen Erfahrungen der letzten Jahre – Franz Barnsteiner (FW) nannte aktuell das Projekt Busbahnhof – seien sie in der Kreisstadt doch „gebrannte Kinder“. Stadtbaumeister Ralf Baur aber machte die Notwendigkeit eines Architektenwettbewerbs deutlich: Bei einer überschlägig geschätzten Bausumme für die Erweiterung des Familienzentrums von 3,5 Millionen Euro käme man um eine EU-weite Ausschreibung des Bauvorhabens nicht herum. „Wollen wir zuschussfähig sein, ist das öffentliche Pflicht“, sagte Baur. Folge einer solchen Ausschreibung wäre es aber, aus mehreren hundert Angeboten von Architekturbüros auswählen zu müssen. 

Eine schwierige Aufgabe, vor der selbst der erfahrene Architekt Baur zurückschreckte. Er schlug dagegen vor, einige vorab ausgesuchte 20 bis 30 Planungsbüros zu einem europaweiten Wettbewerb einzuladen. „Unsere hausinterne Prüfung lässt nur den Schluss zu, solch ein Verfahren zur Ausschreibung eines Wettbewerbs einzuleiten“, empfahl Baur letztendlich den Ausschussmitgliedern. Ein Wettbewerb böte die größere Sicherheit, Umsetzbarkeit und Baukosten eines Entwurfs abzuschätzen, erklärte Baur weiter, der sich selbst als „Überzeugungstäter“ in Sachen Architekturwettbewerbe bezeichnete. Vorbehalte spürbar Doch Vorbehalte blieben im Ausschuss spürbar. 

Erich Nieberle (SPD) forderte die größtmögliche Einbindung des Stadtrats in Entscheidungen, und „zwar von Anfang an“, vom Auslobungstext bis zur tatsächlichen Bauvergabe. Hier sicherte der Leiter des Stadtbauamts zu, die Spielräume des Verfahrens zu nutzen, Kostenschätzungen zu prüfen und auch zweite, dritte oder vierte Sieger eines Wettbewerbs mit dem Bauprojekt betrauen zu können. Vorteil eines Wettbewerbs sei es aber auch, sagte Baur, sich die Kreativität der Planer nutzbar zu machen. Aus diesem Grund sprach sich dann auch die Mehrheit der Räte für eine großzügige Fassung des Auslobungstextes aus. 

Neben einer Erweiterung und Sanierung der Kindergärten im „Moos“ solle auch der Gedanke an einen Abbruch und Neubau gestattet sein. Ralf Baur nahm diese Forderung in die weitere Planung mit auf. Die Betreuung des Wettbewerbs wird nun extern an ein Büro mit dem wirtschaftlichsten Angebot vergeben. von Angelika Hirschberg

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