Fast ein Heimspiel

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Die neue Klappenwand im Erdgeschoss verdankt ihre Realisierung dem Nachlass von Gottfried Zappe (USA). Gertrud Hofmann (v. li.) und Dr. Astrid Pellengahr ließen sie sich von Dr. Martin Posselt zeigen.

Kaufbeuren – In ihrer Eigenschaft als Leiterin der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern besuchten Dr. Astrid Pellengahr – vielen sicher noch in guter Erinnerung als Leiterin des Kaufbeurer Stadtmuseums – und der für zeitgenössische und Vertriebenen-Museen zuständige Dr. Wolfgang Stäbler vergangenen Donnerstag das Isergebirgs-Museum in Neugablonz.

Dessen Leiterin Eva Haupt sowie Dr. Martin Posselt und Gertrud Hofmann vom Stiftungsrat hatten um ein Beratungsgespräch gebeten. Gleichzeitig gaben sie voller Stolz die Fertigstellung des letzten Teilstücks ihres vor zwölf Jahren vorgestellten Museumskonzepts bekannt. 

Allerdings gibt es schon wieder neue Pläne für Erweiterungen und Optimierungen. „Ein Museum ist wie ein Haus – es ist nie ganz fertig“ kommentierte Gertrud Hofmann. Zunächst wurde in einer kurzen Führung der letzte Bauabschnitt vorgestellt. 

Dabei zeigte sich, dass es immer wieder auch persönliche Bezüge zu vielen der Ausstellungsobjekte gibt – zum Beispiel bei dem Kickerspiel der Holzfirma Schowanek aus dem Jahr 1935. Dessen Verpackung stammt von der Firma Rödl & Posselt, dem Unternehmen, an dem die Familie von Dr. Posselt beteiligt war. 

Nahtlos setzt sich die Abteilung 3 „Kulturraum Isergebirge“ mit prächtigen Objekten aus den Bereichen „Religiöses Leben“ und „Ver- einskultur“ fort, wo vor allem die Wander- und Sportvereine dominieren, um dann mit dem Abschnitt „Vom Völkerfrühling zur Vertreibung (1848-1948)“ in die Abteilung 4 „Politische Geschichte“ überzugehen. 

Das letzte Teilstück im Untergeschoss sowie eine zusätzliche Klappenwand „Neubeginn auch anderswo“ im Erdgeschoss wurden diesmal ohne Fördermittel der Landesstelle nur aus Spenden und drei Nachlässen finanziert. Die Zuschüsse der Landesstelle ans Isergebirgs-Museum bezifferten sich in den vergangenen zwölf Jahren dennoch insgesamt sechsstellig. 

Die Landesstelle steht den über 1350 nichtstaatlichen Museen in Bayern jedoch nicht nur pekuniär zur Seite, sondern auch mit kostenlosem fachlichen Rat zu optimaler Beleuchtung, Einrichtung von Depots, Inventarisierung und Digitalisierung, Konservierung oder Restaurierung und allen anderen Fragen des Museumsalltags. Dr. Posselt weiß das zu schätzen: „Am Anfang wären wir fast gescheitert, es gab kein Konzept und keine Linie. Ohne die Landesstelle, die uns den Kontakt zu Frau Haupt vermittelte, wäre nichts voran gegangen“. 

Eva Haupt hatte dann innerhalb von drei Monaten einen konzeptionellen Entwurf erstellt und ihn bis heute in fünf Teilabschnitten erfolgreich umgesetzt. „Hätten wir alle Bereiche auf einmal realisieren wollen, wäre vieles wahrscheinlich sehr viel schlichter ausgefallen – wie ein selbst gebasteltes Heimatmuseum halt“, so Dr. Posselt. 

Dr. Pellengahr stellte fest, dass die wahre Kunst in diesem Fall sei, schon beim ersten Teilabschnitt das Potenzial des Entwurfs erkennen zu lassen, immer das große Ganze im Kopf zu haben und die gestalterische Sprache im Laufe der Zeit nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist Eva Haupt mehr als gelungen und ein Besuch des Isergebirgs-Museums lohnt nach wie vor. Auch wer schon des Öfteren dort war, wird immer wieder Neues entdecken können.

von Ingrid Zasche

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