Auch ohne Lärmschutzwall

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte der Stadtentwicklungs- und Umwelt- ausschuss der Stadt Marktoberdorf eine umfangreiche Tagesordnung zu bewältigen: Neben Änderungen in mehreren Bebauungs- und Flächennutzungsplänen standen auch der Vorentwurf für das „Sportgelände Geisenried“ sowie die Grundsatzentscheidung über die Errichtung von zwei Stadtbuslinien zur Diskussion. Breiten Raum nahm die Vorstellung der drei Varianten für die 1. Änderung zum Bebauungsplan 50 „Leuterschach–Ronried“ durch das Büro für Stadtplanung Sieber ein. Wichtigste Erkenntnis hierbei für alle Ausschussmitglieder: Der ehemals vorgesehene Lärm- schutzwall für das Neubaugebiet mit seiner „teilenden Wirkung“ im Ort ist nicht mehr erforderlich.

Im ersten Tagesordnungspunkt stellte Hubert Sieber vom Planungsbüro drei Varianten vor, die alle gegenüber dem ursprünglichen Entwurf klare Vorteile aufzuweisen hatten: eine um bis zu acht Prozent geringere Verkehrsfläche durch schmalere Straßen im Erschließungsgebiet sowie der Wegfall eines Lärmschutzwalles durch sogenannten „Flüsterasphalt“ und eine Mischbebauung von Wohn- und Geschäftshäusern entlang der Kreisstraße. Alle Alternativen boten zudem den Vorteil, der variablen Kombination miteinander. Auf Vorschlag von Bürgermeister Werner Himmer entschied sich der Ausschuss für die Kombination von zwei Varianten, welche die vorhandene Geländeerhebung sinnvoll einbezog und einen Dorfplatz als Einheit zwischen bestehender Gemeindehalle und geplantem Feuerwehrgebäude vorsah. Zu den Themen „Standortkonzept von Freiflächensolaranlagen“ und „Solaranlage der Gemeinde Balteratsried“ erläuterte Stadtplaner Gerhard Abt die im Rahmen der öffentlichen Beteiligung eingegangenen Stellungnahmen. Der Ausschuss folgte mehrheitlich den Empfehlungen für die Einarbeitung der Anmerkungen. Für den Vorentwurf „Sportgelände Geisenried“ wurde nach Aussprache über Zufahrt, Radwegverlauf, Winterbetrieb und Aufwand eine vorgezogene öffentliche Beteiligung mit dem Ziel der Erstellung eines Bebauungsplanes empfohlen. Eine lebhafte Diskussion entstand beim Tagesordnungspunkt über den „Aufbau von zwei Stadtbuslinien“. Grundlage des von Stadtbaumeister Peter Münsch vorgestellten Entwurfes war ein der Öffent- lichkeit bekanntes Verkehrsentwicklungskonzept, welches als zentrales Problem den Verkehr im Kernstadtbereich benannt und als Lösung unter anderem den Aufbau von Stadtbuslinien vorgeschlagen hatte. Nach mehreren Gesprächen mit der Regionalbus Augsburgs GmbH (RBA) war der Vorschlag mit zwei Routen (Nord/Süd) erarbeitet worden, der ein Zusammentreffen beider Linien am Busbahnhof jede halbe Stunde ermöglichen würde. Münsch warb für diese Idee, zumal für 2010 noch Fördergelder des Freistaates in Höhe von 80000 Euro für die Anschaffung der erforderlichen zwei City-Busse mit 13 Sitz‑ und acht Stehplätzen sowie zwei Rollstuhlplätzen in Anspruch genommen werden könnten. Während die Befürworter eine lange überfällige Entscheidung für den öffentlichen Nahverkehr und eine Verpflichtung der Stadt trotz jährlicher Kosten in Höhe von etwa 200000 Euro sahen, setzten sich die Gegner mit einer knappen Mehrheit durch und sahen zur Zeit grundsätzlich keinen Bedarf an City-Bussen. Das Stadtratsgremium verständigte sich allerdings darauf, in einer Haushaltsbefragung die Akzeptanz der Bürger für eine Stadtbuslinie auszuloten.

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