"Auf nach Kemnat – fertig – los!"

Während für viele Kinder mit dem Ferienbeginn eine manchmal auch ungeliebte lange Fahrt mit dem Auto verbunden ist, haben die Daheimgebliebenen aus unserer Region eine gute Chance, „elternfreie Tage“ in abenteuerlicher Atmosphäre zu verleben. Vorausgesetzt, mit ein bisschen Glück ergattert man einen der begehrten Plätze bei der alljährlichen Stadtranderholung. In diesem Jahr fand die vom Stadtjugendring Kaufbeuren (SJR) durchgeführte Veranstaltung bereits zum 39. Male statt, diesmal unter dem Motto: „Auf nach Kemnat – fertig – los!“

Ein verregneter Start in der ersten Woche tat der Sache keinen Abbruch: Rund 550 Kinder im Alter zwischen sieben und vierzehn Jahren unter Begleitung von 60 Betreuern waren in ihrem Tatendrang nicht zu bremsen. Fast wettstreitmäßig wurden die 99 Hütten erstellt. Dabei war es nicht von Bedeutung, ob die Bretter schief und mit krummen Nägeln befestigt wurden. Viel mehr stand der Gedanke im Vordergrund, gemeinsam etwas erreicht zu haben. Und der Sport als Motto bietet sich da natürlich an. „Teamwork und Fairness stehen bei allen Aktivitäten hier im Vordergrund“, so Michael Böhm, der Geschäftsführer des SJR. Besuch aus dem Rathaus Oberbürgermeister Stefan Bosse konnte sich mit seinen Mitarbeitern Siegfried Knaak und Alfred Riermeier im Beisein von Peter Heel als Vorsitzendem des Vereins bei einem Besuch persönlich von der guten Stimmung der Teilnehmer überzeugen. „Eine tolle Sache“, so Bosse, „aber leider konnten wir nicht alle Wünsche erfüllen. Dann hätten wir 1500 Plätze gebraucht.“ Bei einem Rundgang durch die 15 Hüttendörfer, von denen jedes für eine Sportart steht, wurde er von einem „Reporter-Team“ des Lagers für die zu erstellende Zeitung befragt. Bosse besichtigte auch die mobile Rettungsstation der DLRG, umgetauft in „Sportklinik Kemnat“. Das Team hilft nicht nur bei kleinen Blessuren sondern ermöglicht durch seine Aufsicht auch die Nutzung des in „Schwimmstadion“ umgetauften Löschteichs der Feuerwehr. „Nicht nur virtuelle Welt am PC“ Dem Organisator Böhm geht es in erster Linie darum, den Kindern „Live-Erlebnisse“ zu bieten. „Wir wollen ihnen klar machen, dass es, neben der virtuellen Welt am PC, viel Spaß in der Gemeinschaft gibt“, so Böhm. Gerade der Sport biete sich natürlich an, aber es müsse nicht immer Fußball oder Eishockey sein, Kraftsport und Denksport seien durchaus Alternativen. Rollenspiele im Wald gehören ebenfalls dazu. Im Übrigen kann jedes Kind frei entscheiden, an welcher Aktivität es teilnehmen möchte. Ein täglich erstellter Programmablauf gibt Hinweise auf alle Veranstaltungen. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Bei richtig schlechtem Wetter werden die Bewohner der einzelnen Hüttendörfer von ihren Betreuern komplett durch die eigens dafür geplanten Alternativprogramme wie Basteln, Spielen und Filmschau geführt. Ordnung und Disziplin Wer glaubt, in den Hütten herrsche Chaos und Unordnung, sieht sich beim Gang durch die Dörfer nicht bestätigt. Jeder versucht, nach Möglichkeit den vorhandenen Platz effektiv in Abstimmung mit seinen „Mitbewohnern“ zu nutzen. Und wer erleben durfte, wie diszipliniert alle beim Mittagessen in den Warteschlangen geduldig anstehen und sich anschließend einen Platz suchen, der wird an das völlig andere Verhalten vieler Erwachsener am Buffet bei Veranstaltungen erinnert. Breite Unterstützung Ohne eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung wäre dies alles jedoch nicht möglich. Manche Helfer sind schon seit Jahrzehnten ehrenamtlich dabei und opfern ihre Freizeit. Auch die Sponsoren für Mater-ial und Gerät dürfen nicht unerwähnt bleiben, allein 400 Holzpaletten und 800 Pfähle werden verbaut. Und die Patienten der forensischen Abteilung des Krankenhauses leisten mit ihrer Arbeit beim Bau von Gemeinschaftsgebäuden einen Beitrag zum guten Gelingen der Stadtranderholung. Zweite Woche ausgebucht Über den Teilnahmerekord freut sich Böhm sehr und weist darauf hin, dass auch die zweite Woche erstmalig ausgebucht sei. Es gibt aber durchaus Alternativen. Für die Jugendlichen, die keinen Platz bei der Stadtranderholung mehr bekommen haben, werden vielfältige Möglichkeiten im Programm des Stadtjugendringes (www. sjrkf.de) unter Veranstaltungen/Ferienprogramm angeboten.

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