Aufbruch nach Einbruch

Zu einem Neujahrempfang hatte Dr. Susanne Schlichtner, neuer Vorstand der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, ins „Modeon“ gebeten. Zahlreiche Vertreter aus der lokalen Politik, der Ärzteschaft, sowie aus Behörden und Verwaltung waren der Einladung zu der musisch umrahmten Veranstaltung gefolgt, die neben Informationen auch Gelegenheit zum ausgiebigen Gespräch bot.

Nach der Einstimmung durch das Bläserquintett Dr. Wör-mann begrüßte Dr. Schlichtner die anwesenden Gäste, allen voran die Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Oberbürgermeister Stefan Bosse aus Kaufbeuren und seinen Stellvertreter, Landrat Johann Fleschhut. Neben vielen Kommunalpolitikern nutzen auch niedergelassene Mediziner aus der Region die Gelegenheit zum Informationsaustausch. Unter dem Motto „Kooperation und Qualität“ gab Dr. Schlichtner einen Überblick über bereits vollzogene und geplante Veränderungen im Klinikverbund. Die eingeleitete Spezialisierung solle der Verbesserung der Versorgung dienen, anderseits jedoch neben Einsparmöglichkeiten auch Wachstumspotentiale für den Klinikverbund und damit eine bessere Auslastung eröffnen. Die Kliniken böten einen Standard, wie er in Universitätskliniken zu finden sei, was dazu führe, dass Patienten von weither die Leistungen des Klinik-verbundes in Anspruch näh-men. Besonders hob Dr. Schlichtner die in Angriff ge-nommenen Baumaßnahmen hervor, insbesondere in Füs-sen, wo allein 22 Millionen Euro in einen neuen Pflegebereich investiert werden sollen. Hinzu komme dort die Erweiterung der geriatrischen Rehabilitation von jetzt 20 auf künftig 70 Bet-ten. Auf dem Weg in eine defi-zitfreie Zukunft des Klinikver-bundes erteilte Dr. Schlichtner dem Substanzverzehr eine klare Absage. Die erfolgreiche Einrichtung des Darmzentrums und der HighTech-Kardiologie in Kaufbeuren sowie die Spezi-alisierung auf chronische Wun-den in Marktoberdorf wiesen ebenso, wie beispielsweise die Kooperation mit der Klinik Memmingen in die richtige Richtung. Nach einer Kinder-tanzvorführung der Tanzschule „Palamar“ sprachen die Gesellschafter ihre Grußworte. Dass in der Vergangenheit, mit einem strukturellen Defizit von wenigstens 6 Millionen Euro (wir berichteten), keine wirklich positiven Ergebnisse erzielt wurden, dürfe keinesfalls dazu führen, dass die Mitarbeiter als die Verlustbringer des Kommunalunternehmens herhalten müssten, erklärte Bosse. Der 2006 eingeschlagene Weg der Klinik-übergreifenden Zusammenar-beit und der Arbeitsteilung zu dem es keine Alternative gäbe, müsse im Kommunalunternehmen gemeinsam weiterverfolgt werden. Auch die Nachbarkrei-se, die hier noch etwas hinter-her hinkten, hätten diese Ent-wicklungschance erkannt, und erste Ansätze der kreisübergreifenden Kooperation machten zusätzlich Hoffnung. Landrat Johann Fleschhut lobte die gute Zusammenarbeit nach dem Vorsitzwechsel im Verwaltungsrat, was sich nicht zuletzt auch durch das einstimmige Votum für Dr. Schlichtner zeige. Er sagte: „Die Zeichen stehen gut, für einen Aufbruch nach dem Ein-bruch.“

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