Traumschiff im Bärensee

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Frau Beatrice (Biggi Salomon) mit Kapitän Paulsen (Achim Meirich), dem immer schlecht wird, sobald er das Schiff betritt.
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Gleicht geht er los, der Krieg um die besten Bordliegeplätze…
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Begeisternder Auftritt der Wertachgarde beim „Feschtakt“ zur Schiffstaufe.
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Sensationelle Nummer vom Posaunenchor des Jakob-Brucker-Gymnasiums mit Arbeitsteilung: Einer drückt die Knöpfe und bedient mit den Füßen die Posaunenzüge, die anderen blasen – und es klingt auch noch gut!
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Amüsiert sich trotz der obligatorischen Politikerschelte königlich: OB Stefan Bosse - auch hier mottogetreu verkleidet, diesmal als Kreuzfahrt-Tourist - mit Begleiterin Katja Brauner.
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Die von Milka gesponserte Lila Lore Ley (Christa Becker-Hansen) auf dem deshalb so genannten „3-L-Felsen“.
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Der zweite Auftritt der Wertachgarde spielt in Afrika, hier die „Küken“ als Elefanten, Zebras, Löwen und Giraffenkinder kurz vor ihrer ersten großen Bühnenshow.
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Auf ihrem Landausflug in Afrika treffen die Kreuzfahrtgäste auch diese (vom Musical „König der Löwen“ inspirierten) Giraffen.

Kaufbeuren – Wer, wie der grantige Aufbruch-Umbruch Hausl Jürgen Richter, ein gestörtes Verhältnis zu moderner Elektronik hat und Internetbuchungen deshalb an den halbwüchsigen Sohn delegiert, dem kann es schon passieren, dass im jugendlichen Unverstand anstelle einer Jubiläums-Kreuzfahrt gleich das ganze Schiff gekauft wird.

So gezeigt am vergangenen Freitag im Stadtsaal in der einleitenden Filmsequenz zum Auftakt der Faschingssaison 2016 von Aufbruch-Umbruch.

Da lag das Schiff nun im Bärensee. Nachdem man Achim Meirich, der vor 30 Jahren schon einmal Kapitän war (in der Fußball-A-Jugend), kurzerhand zum Kapitän der Neuerwerbung ernannt hatte, organisierte „Frau Beatrice“ (Biggi Salomon) eine Schiffstaufe mit „Feschtakt“.

Dessen Höhepunkt war nach einem begeisternden Auftritt der Wertachgarde einschließlich Minis und Küken die sensationelle Nummer des Posaunenchors vom Jakob-Brucker-Gymnasium mit Arbeitsteilung: Einer drückte die Knöpfe und bediente mit den Füßen die Posaunenzüge, die anderen bliesen – und es klang auch noch gut! Schließlich taufte Hans Schwangart als leicht verwirrter, dem Alkohol zugeneigter Pastor das Schiff auf den Namen „MS Buronia“, wobei die Champagnerflasche gleich ein großes Loch in den Bug schlug.

Das nun erforderliche „Reparaturteam“ war das nächste Highlight: mit verschiedenfarbigen, verschieden langen Plastikrohren spielten sie virtuos die Ouvertüre von Wilhelm Tell. Dann begrüßte Kapitän Meirich zunächst die an Bord kommenden Gäste – unter anderen „Ehepaar“ Scharl mit Eltern (Becker-Hansen und Schwangart) sowie Hausl Jürgen Richter mit seiner naiven Frau (Susanne Rosskopf) und Sohn – und anschließend die Prominenten auf dem „Besucherdeck“.

Das ging nahtlos in die obligatorische Politikerschelte über. Weder OB Stefan Bosse mit Forettle und Neuem Markt, mutigem Faschingskostüm und Tollhaus-Premiere, noch Bernhard Pohl – „zum Wohl“ – noch Stefan Stracke – „der kommt später und muss uns hinterherrudern, aber als MdB ist man das Rudern ja gewohnt“ – blieben ungeschoren und wurden im Lauf der über dreistündigen Vorstellung immer wieder einmal aufs Korn genommen.

Derweil war die MS-Buronia über die Bärensee-Fischtreppe in die Wertach „ausgebrochen“ und begab sich auf Weltreise. In diesem Kontext wechselten sich „Tanz, Gesang, Sketche und Live Music mit der Radlerband“ in bunter Folge ab. Wie es sich für eine verführerische Nixe gehört, lieferte die „von Milka gesponserte Lila Lore Ley“ (Christa Becker-Hansen) auf dem deshalb so genannten „3-L-Felsen“, der in wabernden Nebel gehüllt war, ihren Kommentar zur Kommunalpolitik singend ab, ebenso wie die drei Sirenen in Griechenland.

Großartig war auch der zweite Auftritt der Aufbruch-Umbruch- Trommler mit wassergefüllten Spülbecken und Küchenutensilien. Allerdings produzierten sie dabei eine ziemliche Schweinerei, die natürlich wie immer von Frauen aufgewischt werden musste. Aber in diesem Fall erhielten sie wenigstens Beifall dafür.

Wieder total vernebelt war die Geisterstunde mit zwei vom „Schwarzen Mann“ geführten tanzenden Skeletten. Die MS-Buronia fuhr auf ihrer unkonventionellen Route den Rhein entlang, steuerte Hamburg, Afrika und Griechenland an und landete auf mysteriöse Weise schließlich wieder im Bärensee. Dabei musste sie nicht nur verhältnismäßig viele Trockeneis-Nebelfelder durchqueren, auch ein veritabler Gewittersturm war abzuwettern, den ein großer Teil des 140-köpfigen Ensembles durch Finger-Schnipsen, Schläge auf verschiedene Körperstellen und gemeinsames Hüpfen akustisch glaubwürdig erzeugte – vom Tröpfeln über Pladdern bis hin zum Wolkenbruch und Donnergrollen.

Teils komische, teils mitreißende Tanzeinlagen und Akrobatik-Nummern komplettierten das Programm. Sie kamen von der Männergarde „Buronia Dreamboys“ die als Piraten auftraten (im Nebel), von Chris Meirichs Dance Solution (im Nebel) und von Anam Cara (im Nebel) mit menschlichen Pyramiden, bei denen die Spitzen bis zu den Scheinwerfern reichten. Sie veranlassten das Publikum immer wieder zum rhythmischen Mitklatschen und johlendem Beifall. Dieser steigerte sich noch, als zum großen Finale eine überdimensionale Geburtstagstorte mit Überraschungs-Füllung zur Feier des 30-jährigen Jubiläums hereingerollt wurde.

Nach insgesamt 24 Nummern, von denen hier nur einige genannt werden konnten, dankte schließlich ein fast voller Stadtsaal mit lang anhaltendem Applaus dem Aufbruch-Umbruch-Team für einen höchst gelungenen Abend und feierte auf der After-Show-Party noch lange weiter.

Weitere Aufführungen

Vorstellungen 2016 im Stadtsaal (Kostümierung erbeten):

Mittwoch, 27. Januar um 19 Uhr, Saaleinlass um 18 Uhr, ohne After-Show-Party

Freitag, 29., Samstag 30. Januar jeweils um 19.30 Uhr, Saaleinlass um 18 Uhr, mit After-Show-Party

von Ingrid Zasche

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