Geschwindigkeitsmessanlagen sollen an Tempolimits erinnern

Zuckerbrot statt Peitsche

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Mehrere Geschwindigkeitsmessanlagen (wie hier in Kempten) sollen die Autofahrer in Marktoberdorf und in einigen Ortsteilen in Zukunft an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit erinnern.

Marktoberdorf – Die Stadt will Temposündern zu Leibe rücken – jedoch nicht mit der Brechstange, sondern mit einer Methode, die sich bereits vielerorts bewährt hat: Geschwindigkeitsmessanlagen an mehreren Ortsein- und Ausfahrten in Marktoberdorf und Umgebung sollen Schnellfahrer in Zukunft an die bestehenden Tempolimits erinnern.

Auf Wunsch mehrerer Balteradsrieder Anwohner beantragte die CSU die „Aufstellung von Geschwindigkeitsmessanlagen in allen Ortsteilen mit hohem Durchgangsverkehr“, so Eduard Gapp, Sprecher der CSU-Fraktion im Stadtrat. Da die Kosten – gerade für mobile Messanlagen – in den vergangenen Jahren deutlich gesunken seien, sei der Zeitpunkt für eine Beschaffung günstig. So forderte die CSU die Beschaffung von zunächst mindestens drei mobilen Messanlagen. Aber auch „feste Anlagen machen an manchen Orten sicherlich Sinn“, so Gapp weiter. 

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell begrüßte den Antrag der CSU. Die Erfahrungen anderer Orte mit den Anlagen, vor allem im nördlichen Ostallgäu, seien sehr positiv. Allerdings brachte Hell den Einwand vor, dass mobile Geschwindigkeitsmessanlagen mit zusätzlicher Arbeit für die Versetzung verbunden seien und überdies durch ihren „Baustellencharakter“ auch nicht zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen würden. 

Fest installierte Messanlagen bieten laut Hell eine „schnelle, leicht zu installierende“ Maßnahme mit „Sofortwirkung“. Die elektronischen Schilder könnten Baumaßnahmen zur Entschleunigung des Verkehrs zwar nicht ersetzen, so Hells Reaktion auf den Einwand von Stadtrat Christian Vavra, jedoch handle es sich bei den betroffenen Stellen vorwiegend um Standorte an Bundes-, Kreis- und Stadtstraßen, wo die Stadt keinen Einfluss auf die Beschleunigung bei der Umsetzung von nötigen Baumaßnahmen nehmen könne. 

Die Messanlangen gibt es in verschiedenen Varianten. Häufig wird die gemessene Geschwindigkeit zusätzlich in den Farben grün und rot angezeigt oder durch einen lachenden oder traurigen Smiley signalisiert, ob der Fahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit eingehalten hat. Der psychologische Effekt solcher Anlagen auf das Fahrverhalten sei nicht zu unterschätzen. Laut Stadtrat Werner Moll können dies auch Erfahrungswerte aus der Gemeinde Biessenhofen bestätigen, in der die Geschwindigkeitsmessanlagen bereits seit Jahren im Einsatz sind. 

Verdeckte Messungen hätten gezeigt, dass die Autofahrer deutlich schneller fahren würden, sobald die Geräte abgedeckt seien. Daher beschloss der Stadtrat mit einer deutlichen Mehrheit, zunächst an Ortseinfahrten mit „augenscheinlich besonders großem Bedarf“ fest installierte Geschwindigkeitsmessanlagen aufstellen zu lassen und zusätzlich mehrere mobile Messanlagen mit Datenspeicher zu beschaffen. Zeige die Maßnahme Wirkung, sollen die Anlagen auch an weiteren Ortseinfahrten aufgestellt werden. 

An folgenden Ortseinfahrten werden die Geschwindigkeitsmessanlagen aufgestellt: 

Ronried: Ortseingang Süd, Geisenried: Kreisstraße Ortseingang West, Balteratsried: Ortseingang Süd, Rieder: beide Ortseingänge an der B16 und Bertoldshofen: beide Ortseingänge an der B472 sowie Ortseingang Nord an der Kreisstraße. von Sabrina Hartmann

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