"Aurelia" ist endlich da

„'Aurelia' fühle dich hier wohl“, hieß Dr. Stefan Fischer, Leiter des Stadtarchivs Kaufbeuren, die neue Bronzestatue des Bildhauers Raimondo Puccinelli willkommen.

2008 habe Puccinellis Tochter Rodi die Statue „Aurelia“ der Stadt Kaufbeuren geschenkt. Aus dem 660 Kilometer entfernten Borken-Gemen im Westmünsterland wurde sie jetzt geholt und wird derzeit „behütet und bewahrt“ im Stadtarchiv, wie Oberbürgermeister Stefan Bosse vergangene Woche bei der feierlichen Übergabe berichtete. Bosse versprach, dass „wir einen besonderen Platz finden werden“. Damit ist Kaufbeuren jetzt im Besitz einer zweiten Statue Puccinellis. Bereits seine „Schwebende“ ziert die Ludwigstraße. Abgeholt wurde die Bronzestatue bei Hans-Jörg Modlmayr, ein vertrauter Kenner und Liebhaber der Werke von Puccinelli. Er überbrachte neben Grüßen von Rodi Puccinelli einige persönliche Worte der Künstlertochter. Es sei insbesondere „meine Mutter gewesen, die darauf drängte, dass die Stadt Kaufbeuren unverzüglich mehr bekäme von dem Werk ihres Mannes und sie bat mich, etwas Passendes auszusuchen“. Diese Bitte habe ihre Mutter kurz vor ihrem Tod im September 2008 geäußert. Modlmayr selbst berichtete von der ersten Puccinelli Ausstellung in Deutschland. Am 14. Januar 1976 fand diese im Kunsthaus der Stadt Bocholt statt. Das Problem war nur, dass das Zollamt die Ausstellung nur für je sechs Monate an einem Ort versicherte. „Und so knüpfte ich an alte und nicht so alte Kontakte an.“ Unter anderem rief Modlmayr auch in Kaufbeuren bei Charlotte Kramm an, die den Kulturring empfahl. So kam Puccinelli, der 1904 in San Franzisko als Sohn italienischer Amerika-Auswanderer geboren wurde, nach Kaufbeuren. Später stellte er noch einmal im Studio von Hans Dobler aus und seine Frau Esther präsentierte 1992 ihre Wandteppiche. Den Bildhauer, der in seinem Herzen immer Toskaner war, verschlug es 1927 auch dorthin. Puccinelli bezeichnete sich selbst als Arbeiter, der sich sogar in die Marmorbrüche der Toskana begab, um sich sein Material zu suchen. Stets sollen seine Figuren als vierdimensionale Gebilde wahrgenommen werden, denn „es braucht auch Zeit – man muss auch um eine Skulptur herumgehen“, verdeutlichte Modlmayr.

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