Keine Verschönerungsmaßnahme

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Sie kommen gut voran: die Bauarbeiten am Jörglweg waren Thema einer Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt.

Marktoberdorf – Es sei wichtig und gut, die Bürger über anstehende Baumaßnahmen im persönlichen Gespräch zu informieren, stellte ein Mann aus Marktoberdorf fest, als sich die Veranstaltung schon dem Ende zuneigte. Mit der Einladung zu einer zweiten Bürgerinformation zum Thema „Ausbau Jörglweg“ hatte die Stadt durchaus gezeigt, dass sie diese Pflicht und die Anliegen der Bürger ernst nehme.

Rund zweieinhalb Stunden stellten sich Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, Stadtbaumeister Ralf Baur sowie die Beteiligten aus der Bauverwaltung den Fragen der Anwohner. Dabei ist die Baustelle entlang des Jörglwegs von der Einmündung Ruderatshofener Straße bis zur Schwabenstraße bereits in vollem Gange. Im Zuge der Baumaßnahme soll dann in einem zweiten Schritt der östliche Teil des Jörglwegs bis zur Märzstraße zur Einbahnstraße umgebaut und die Kreuzung Schwabenstraße/Jörglweg der Verkehrssicherheit angepasst werden. Bauende ist aktuell für Mitte August geplant. 

Die Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr, vor allem für Radfahrer und Fußgänger, nannte die Stadtspitze mehrfach als Grund für die aktuelle Baumaßnahme. „Der Ausbau des Jörglwegs ist keine Verschönerungsmaßnahme“, stellte Hell klar. „Wir investieren in die Funktion und Sicherheit der Straße.“ Alfred Immerz, Leiter der Polizeiinspektion Marktoberdorf, bezeichnete die bisherige Kreuzung Schwabenstraße/Jörglweg als Unfallschwerpunkt. In den letzten vier Jahren hätte es an dieser Stelle 18 Unfälle mit 13 Verletzten gegeben. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Kreuzung durch die geplanten baulichen Maßnahmen deutlich entschärft wird“, sagte Immerz in die Runde. 

Farblich abgesetzte Radwegestreifen, eine Querungshilfe, ein Stopp-Schild und eine leichte Krümmung im Verlauf des Jörglwegs, die ein ungebremstes Über-die-Kreuzung-Schießen verhindern, sollen in Zukunft dazu beitragen, die Unfallzahlen am Knotenpunkt zu senken. Spiegel oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30, wie Anwohner vorschlugen, seien hingegen nicht ausreichend, erklärte Immerz. 

Ob echte Überzeugung gelang? Denn eins ist sicher, am Ausbau des Jörglwegs müssen sich auch die Anlieger beteiligen. Die Stadt selbst hat rund 1,2 Millionen Euro für das Projekt eingeplant, auf die Bürger entlang des Jörglwegs kommen 100.000 Euro (östlicher Jörglweg) und 110.000 Euro (westlicher Jörglweg) zu, die sie laut Straßenausbaubeitragssatzung gemeinsam stemmen müssen. Das gab Helmut Schick in der Veranstaltung bekannt, der für die Stadt das Thema Beitragswesen bearbeitet.

Da es sich allerdings um große Wohneinheiten, wie beispielsweise die ehemalige Fendt-Siedlung handelt, treffe es den Einzelnen nicht gar so hart wie befürchtet, sagte Schick. Die erhobene Gebühr verteile sich auf viele Schultern. Im westlichen Jörglweg müssen die Anlieger mit gut 100 Euro Beitragsgebühr rechnen. Auch für den östlichen Teil, der gesondert abgerechnet wird, versprach Bauamtsleiter Baur: „Die Rechnung wird nicht allzu üppig.“ Keiner müsse deswegen sein Häuschen verkaufen. 

Die Anwohner, die am Jörglweg zwischen Märzstraße und Kaufbeurer Straße wohnen, schauten aber auch am Ende noch unglücklich drein. „Wir sind die Gelackmeierten“, sagte eine Frau. Denn auch sie zahlen für den Ausbau am Jörglweg mit, obwohl auf ihrem Straßenabschnitt alles beim Alten bleibt. Die Bagger rollen nur bis zur Querung der Märzstraße. Hell warb um Verständnis, wies jedoch darauf hin, dass an jedem Stück Gehweg in Marktoberdorf die einzelnen Anwohner mitgezahlt hätten. 

Wer sich bereits vorab bei der Stadt über seinen persönlichen Anteil informieren möchte, der kann unter Tel. 08342/4008-83 einen Termin vereinbaren. Die gültige Ausbaubeitragssatzung kann online unter www.marktoberdorf.de/rathaus/ortsrecht eingesehen werden.

von Angelika Hirschberg

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