Stadt spart Milchgeld ein

Schulmilch kostet jetzt was

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Die Stadt streicht eine ihrer freiwilligen Sozialleistungen: ab kommendem Schuljahr wird es keine kostenfreie Schulmilch mehr geben.

Marktoberdorf – Die Gewährung kostenloser Schulmilch sei „aus der Zeit gefallen“, begründete die Stadtverwaltung ihren Vorschlag, die Sozialleistung aus dem städtischen Katalog freiwilliger Leistungen zu streichen. Mit drei Gegenstimmen beschloss der Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss, dem Ansinnen von Bürgermeister und Verwaltung zu folgen und jährlich 3.000 Euro Milchgeld einzusparen.

Seit Jahrzehnten gewährt Marktoberdorf seinen Grundschülern unter bestimmten Voraussetzungen freie Schulmilch. Im laufenden Schuljahr hatten 37 Schülerinnen und Schüler einen Antrag gestellt, im vergangenen waren es 44 gewesen. Rund 650 Schüler besuchen die städtischen Einrichtungen. Eigentlich für bedürftige Haushalte konzipiert, seien die Anträge in den letzten Jahren durchgewunken worden, erklärte Rupert Filser, Leiter der Schulverwaltung im Rathaus. 

Denn das entscheidende Kriterium, nämlich ein „geringes Einkommen“, sei nicht näher definiert und quasi nicht überprüfbar geworden. „Der Verwaltungsaufwand steht mittlerweile in keinem Verhältnis zur Leistung“, fügte Filser hinzu. 

Als „historische Angelegenheit“ stufte auch Walter Breiner (Freie Wähler) die kostenfreie Schulmilch ein. Neue Betreuungsformen, Mittagessen im Hort und staatliche Förderungen für Kinder und Familien ersetzten mittlerweile die aus der Nachkriegszeit stammende „Schulmilch“, ergänzte Filser. Und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell verwies auf die Millioneninvestition für’s Familienzentrum Sankt Magnus, die die Stadt in den kommenden Jahren stemmen müsse und die genau das Ziel habe, Familien in ihren Bedürfnissen zu unterstützen. 

Erich Nieberle (SPD) störte sich daran, die Schulmilch ersatzlos zu streichen und plädierte dafür, das eingesparte Geld in ein Programm zur gesunden Ernährung an Schulen zu stecken. Auch Christian Vavra (Grüne) warb für diesen Vorschlag. Peter Fendt (Bayernpartei) allerdings sagte, er sei froh, dass endlich ein Posten gefunden wurde, der in Zukunft eingespart werden könne.

von Angelika Hirschberg

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