"Die Zeit steht niemals still" 

+
Vorstandssprecher Dr. Hermann Starnecker stimmt die Vertreter auf die zukünftige Entwicklung der Bank ein.

Marktoberdorf – „Die Zeit steht niemals still“, zitierte Dr. Hermann Starnecker in der Vertreterversammlung der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu im Modeon Marktoberdorf den Gründungsvater der Volksbanken, Hermann Schulze-Delitzsch. Damit deutete der Vorstandssprecher die zukünftige Anpassung der Geschäftsmodelle durch verändertes Kundenverhalten an.

Rund 200 Vertreter waren der Einladung ihrer Bank gefolgt und ließen sich über aktuelle Themen sowie die Geschäftszahlen des Jahres 2015 informieren. Ein zentrales Thema war – wie schon im Vorjahr – die Niedrigzinspolitik der EZB sowie die zunehmenden Regularien. Die Mitgliedervertreter entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat und stimmten der Dividendenzahlung zu, die für 2015 bei 4,0 Prozent und damit noch immer deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegt. 

Aufsichtsratsvorsitzender Karl Ludwig Bihler eröffnete die Veranstaltung und führte als Versammlungsleiter durch den Abend, an dem sich anfangs Landrätin Rita Maria Zinnecker und Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in Grußworten an die Vertreter wandten. Die Landrätin hob „Vertrauen, Präsenz und Kompetenz“ als die drei wesentlichen Säulen der VR Bank hervor und bescheinigte ihr, „großen Anteil an der Verwirklichung der Ziele im Ostallgäu“ zu haben. Der Bürgermeister attestierte der VR Bank den „Ruf des Soliden“ und bezeichnete sie als einen „Eckpfeiler der heimischen Wirtschaft“. 

Verändertes Kundenverhalten 

Unter dem Titel „Unsere Bank heute“ stimmte der Vorstandssprecher die anwesenden Vertreter auf die zukünftigen Entwicklungen der Bank ein. Veränderungen habe es schon immer gegeben, doch noch nie habe es so viele Entwicklungen und Trends wie heute gegeben. Zudem belaste die Nullzinsphase die Zinsspanne und auch die zunehmenden Regularien machten der Bank zu schaffen. Nach den Grundsätzen von Schulze-Delitzsch gelte es, sein „Tun und Lassen den Forderungen der Gegenwart anzupassen“, um in einer bestimmten Zeitepoche bestehen zu können. Es bedeute für die Bank eine große Herausforderung, wenn es etwa um das veränderte Kundenverhalten gehe. 

„Die Digitalisierung verändert die Welt“, so Starnecker und verglich dies seinerzeit mit der Einführung der Dampfmaschine. Das habe deutliche Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle. Auf einen Kundenkontakt in einer Geschäftsstelle kämen mittlerweile 500 Kontakte über elektronische Medien wie Internet, Smartphone, SB-Stationen oder Servicecenter. Das bedeute zukünftig stärkere „Vernetzung“ – mit Kunden und Partnern und auch im Umgang mit Informationen. Konsequenzen sind unter anderem der Ausbau in neue Technologien und Kostenminimierungen in Teilbereichen. Dazu gehört auch die Abschaffung von Berichtsversammlungen, die keinen Sinn mehr machten. Dafür werde es im September erstmals einen sogenannten „VR-Tag“ am Festspielhaus in Füssen mit vielen Informationsmöglichkeiten geben. 

"Süßes Gift" 

Im Rahmen internationaler Vernetzung bezeichnete der Bankvorstand EZB-Präsident Mario Draghi mit seiner Niedrigzinspolitik als „Feindbild in der Bankenlandschaft“ und kritisierte die immer stärker eingeschränkte Entscheidungsfreiheit sowie den Zwang zu Anlagen, welche die Bank normal nicht machen würde. Ähnlich sah dies Ekhard Ulmer als Revisor des Genossenschaftsverbandes, der die Niedrigzinspolitik „süßes Gift“ nannte, was „Investitionen auslöst, deren Rentabilität infrage gestellt ist“. 

Positives 

Besonders erfreut zeigte sich Starnecker über die Auszeichnungen durch das renommierte Finanzmagazin Focus Money im vergangenen Jahr: für beste Beratung im Privatkunden- und Firmenkundenbereich. Auch Vorstandskollege Xaver Schelle machte im „Geschäftsbericht des Vorstands” mit den kürzlich veröffentlichten Zahlen deutlich, dass trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen die Bilanzzahlen gut ausgefallen waren (wir berichteten). 

Abschließend wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet, der Jahresabschluss 2015 festgestellt sowie der Ergebnisverwendung über eine Dividende von vier Prozent und entsprechenden Rücklagen zugestimmt – jeweils einstimmig. Ebenfalls einstimmig aufgenommen wurde der Vorschlag, den Aufsichtsrat nach dem altersbedingten Ausscheiden von Ludwig Köpf auf 14 Personen zu reduzieren.

von Wolfgang Becker

Meistgelesene Artikel

"Wir sind die Coolsten"

Stefanie Kloß (*1984) gründete 1998 ihre erste Band, aus der einige Jahre später SILBERMOND hervorging. Seit mehr als 12 Jahren rockt sie gemeinsam …
"Wir sind die Coolsten"

Bürgermeister wartet auf Anruf

Buchloe – Noch wartet Bürgermeister Josef Schweinberger auf den Anruf für eine Terminvereinbarung mit dem Vorstand des Gewerbevereins. In der …
Bürgermeister wartet auf Anruf

Dose für den Notfall

Marktoberdorf – Im Cafe „Greinwald“ stellte der Sozialverband VdK Kreisverband Kaufbeuren-Ostallgäu mit der sogenannten „SOS-Rettungsdose“ kürzlich …
Dose für den Notfall

Kommentare