"Hohe Priorität"

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Barrierefreiheit? Fehlanzeige am Kaufbeurer Bahnhof. Doch das soll sich einem Schreiben des bayerischen Innenministers zufolge in absehbarer Zeit ändern.

Kaufbeuren – „Kaufbeuren gehört in der bayernweiten Betrachtung zu den größeren Regionalbahnhöfen, deren barrierefreien Ausbau grundsätzlich eine hohe Priorität zukommt“, so lautet die erfreuliche Botschaft von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der damit ein Schreiben des Allgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU) beantwortet.

Stracke macht sich seit geraumer Zeit für den zeitgemäßen und barrierefreien Ausbau des Bahnhofs in Kaufbeuren stark. Dass der arg in die Jahre gekommen ist und hier nun dringender Handlungsbedarf besteht, ist unübersehbar.

Einen ersten wichtigen Schritt zur Verbesserung der Situation am Kaufbeurer Bahnhof sieht Stracke im barrierefreien Ausbau der Verkehrsstation. „Nicht nur Menschen mit Handicap, sondern auch Familien mit Kinderwägen und Reisende mit Gepäck bemängeln die vielfachen Hürden am Kaufbeurer Bahnhof. Aufzüge und Rampen, der schwellenlose Einstieg in die Bahn, klar ausgeschilderte Wege – die Liste der zu erfüllenden Aufgaben wäre lang“, sagt Stracke in einer Pressemitteilung.

Um die Mängel am Kaufbeurer Bahnhof abzustellen, hat er in den vergangenen Monaten mehrfach Gespräche mit der Bahn geführt und zuletzt – neben den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern Klaus-Dieter Josel – auch den Bayerischen Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, Joachim Herrmann, auf die Missstände hingewiesen.

Dessen Antwort gibt nun zum ersten Mal Anlass zu Optimismus. Zwar liefert das „Bayern-Paket 2013 bis 2018“ keine weiteren Spielräume für nachrückende Maßnahmen, jedoch haben im Ministerium die konzeptionellen Überlegungen für den Zeitraum ab 2019 bereits begonnen. Hier ist auch eine Priorisierung nach den von Stracke genannten Kriterien Ein-/Aussteigerzahlen, verkehrliche Knotenfunktion, besonderer Bedarf und räumliche Verteilung vorgesehen. Ob ein Nachfolgeprogramm ab 2019 aufgelegt werde, hänge allerdings, so der Minister, entscheidend von den zur Verfügung gestellten Mitteln ab. Dazu laufen weitere Verhandlungen und Abstimmungen mit der Deutschen Bahn. Erste konkrete Aussagen zum Nachfolgeprogramm des Bayern-Pakets stellt Herrmann bereits für den Herbst dieses Jahres in Aussicht.

Damit sind die Chancen für Kaufbeuren deutlich gestiegen. „Ich werde jetzt gewiss nicht locker lassen und auch weiter hartnäckig für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs kämpfen“, kündigt in diesem Zusammenhang Stracke an. Der Freistaat habe dem barrierefreien Ausbau in Bayern eine hohe Priorität eingeräumt. Nun müsse er auch die dazu notwendigen Mittel bereitstellen. Der Bundestagsabgeordnete erklärt dazu abschließend: „Mehr als 4.500 Ein- und Ausstiege jeden Tag – Tendenz steigend – sind ein deutliches Signal für die Bedeutung Kaufbeurens als Wirtschaftszentrum in der Region und als attraktives und beliebtes Reiseziel in der Tourismusregion Allgäu.“

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