"Baustelle Kulturelle Bildung"

Prof. Dr. Wolfgang Zacharias, stellvertretender Vorsitzender der Landesverei- nigung kulturelle Bildung Bayern e.V. Foto: privat

„Baustelle Kulturelle Bildung“ lautete das Thema des diesjährigen Bildungsforums in der vhs Kaufbeuren, zu dem „Bildung- aktiv“, die Kaufbeurer Initiative von „Lernen vor Ort“, kürzlich eingeladen hatte. „Kaufbeuren soll ein spannender Ort zum Leben sein“, so Oberbürgermeister Stefan Bosse, der in seiner Begrüßung die Bedeutung von Bildung und Bildungsangeboten für die Stadt als Wirtschaftsstandort hervorhob.

Mit dem Zitat „Digital ist kein Schnupfen – es vergeht nicht wieder“ stellte der Hauptredner Prof. Wolfgang Zacharias, stellvertretender Vorsitzender der Landesvereinigung kulturelle Bildung Bayern e. V, fest, „dass unser abendländisches Kulturerbe auf die moderne Welt trifft und sich die beiden Welten auch auseinandersetzen müssen“. Für Zacharias umfassen die Worte „Kulturelle Bildung“ als zentraler Begriff nicht nur Bereiche wie Theater, Orchester oder Dichtung, sondern auch die Erscheinungen der Alltagskultur wie HipHop, Breakdance oder Modestile der Jugend. Zacharias erklärte, dass es keine finale Definition für kulturelle Bildung gebe, diese aber den weiten Bogen von der frühkindlichen Bildung bis zur Erwachsenenbildung spanne. „Man kann Rahmen oder Organisationsformen definieren, aber wie der Einzelne Kultur für sich auslegt, bleibt ihm überlassen und damit rein subjektiv“, so Zacharias. Das wiederum sei die Stärke der Kunst. „Wir sind bezüglich der kulturellen Bildung auf einer Baustelle“, so der Professor. Kultur sei nichts Festes, sondern permanent in Bewegung. Nach der UN-Kinderrechtskonvention sei das Recht auf Teilhabe an Kultur ein grundlegendes Menschenrecht. Nach Zacharias sind bei der kulturellen Bildung, wie auch bei Bildung und Lernen insgesamt, „Begeisterung und Freiwilligkeit“ der Teilnehmenden von entscheidender Bedeutung. Ob beim eigenen kreativen Schaffen oder als Zuschauer: „Kulturelle Bildung ist sowohl Ziel pädagogischen Handelns als auch dessen Methode“. Die Diskutanten des anschließenden Podiumsgesprächs unter der Moderation von Dr. Hannelore Kunz-Ott betonten, dass es im Bereich kulturelle Bildung zwar einzelnes Zusammenwirken gäbe – wie beispiels- weise zwischen der Musikschule und der Sophie-La-Roche Realschule – es jedoch notwendig sei, sich Zeit für einen Überblick der kulturellen Angebote und Akteure in der Stadt zu nehmen, um dann gemeinsam die Kooperationsfelder zu bestimmen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen. Dazu sei es aber auch wichtig, dass für der finanzielle Mitteleinsatz für kulturelle Bildung bei Akteuren und Institutionen nicht nur unter „Marketing-Aspekten“ betrachtet wird, sondern tatsächlich die Bildung der Teilnehmenden verstärkt in den Fokus rücken müsse. „Jeder Institution muss darüber hinaus klar sein, dass die Entscheidung für kulturelle Bildung auch sie selbst verändert.“ In den anschließenden „Baustellengesprächen“ zum Thema gingen die Teilnehmer in acht verschiedenen Gruppen der Frage nach, welche Kooperationen im Bereich der kulturellen Bildung bestehen und welche wünschenswert wären. Die entsprechenden Aussagen der Vertreter und Vertreterinnen der Kindertagesstätten, der Jugendarbeit und Schulen, der Erwachsenen- und Familienbil- dung, sowie aus der Senioren- und Integrationsarbeit und den Vereinen und Verbänden werden jetzt innerhalb der Gesamtdokumentation des Bildungsfo- rums vom „Team Lernen vor Ort“ ausgewertet und auf dem Internetportal www.kaufbeuren-aktiv.de veröffentlicht.

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