"Männertag": Ab Donnerstag im Kino

Wechselhafte Rollen

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Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch sprach mit Tom Beck über Serien, Musik und seinen neuen Film.

Der deutsche Schauspieler und Sänger Thomas Helmut Beck (*26. Februar 1978), genannt Tom, absolvierte nach seinem Abitur in Nürnberg, eine Schauspielausbildung in München. Er wirkte in zahlreichen Theater-, Musical- und Fernsehproduktionen mit. Von 2008 bis 2013 spielte er in der Action-Serie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ an der Seite von Erdogan Atalay. Im März 2011 veröffentlichte Beck, der mehrere Instrumente spielt, seine erste Single mit dem Titel „Sexy“.

Es folgten vier Alben inklusive Singleauskopplungen. Seit 2013 war Beck unter anderen in den Komödien „Schlussmacher“, „Vaterfreuden“ und „Alles ist Liebe“ sowie in dem Fernsehfilm „Meine allerschlimmste Freundin“ zu sehen. Am 8. September startet Holger Haases Drama-Komödie „Männertag“ in den deutschen Kinos: Tom Beck geht zusammen mit Milan Peschel, Axel Stein und Oliver Wnuk auf Sauftour, um ihrer Freundschaft neu zu beleben. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf Tom Beck in Berlin und sprach mit ihm über seine Karriere.

2013 bist du aus der Serie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ ausgestiegen. Ist dir die Entscheidung leicht oder schwer gefallen?

Beck: Mir ist es schwergefallen, weil man bei fünfeinhalb Jahren Zusammenarbeit mit dem Team zu einer großen Familie zusammenwächst. Die Arbeit hat einen geprägt und den Komfort gibt man nicht so gerne auf. Ich habe mich aber auch darauf gefreut, etwas anderes zu machen.

Bist du ausgestiegen, um dich deiner Musik widmen zu können oder gab es zu diesem Zeitpunkt schon Angebote für andere Filmprojekte?

Beck: Ich hatte nichts konkretes im Kopf, hatte aber schon frühzeitig vorgefühlt. Meist bekommt man als Seriendarsteller einen Stempel aufgedrückt und muss anschließend warten, bis sich neue Projekte ergeben. Bei mir was das glücklicherweise nicht der Fall, ansonsten wäre mir die Entscheidung, aus der Serie auszusteigen, nicht so leicht gefallen.

Wann kam das Angebot zu „Männertag“?

Beck: 2013 habe ich „Vaterfreuden“ gedreht und direkt im Anschluss begannen bei der gleichen Produktionsfirma die Dreharbeiten zu „Irre sind männlich“. Während der Dreharbeiten wurden die Produzenten auf mich aufmerksam und fragten mich, ob ich Lust auf ein anderes Projekt hatte. 2013 wurden die ersten Ideen für „Männertag“ gesammelt, 2014 gab es die erste Drehbuchfassung und 2015 wurde der Film gedreht.

Der Film wirkt wie eine Klassenfahrt mit schwarz-humorigen Untertönen...

Beck: Der Trailer vermittelt einen guten Eindruck von dem Film. Es ist definitiv keine platte Männerkomödie. Es werden auch tiefere Themen behandelt. Meine Figur steht gerade kurz vor einem harten Drogenentzug und nutzt den letzten Tag in Freiheit, um sich noch einmal zuzudröhnen. Axel Stein spielt Klaus-Maria, einen Autor, der aufgrund seiner Vaterrolle nicht zum schreiben kommt. Und Oliver Wnuk ist Peter, der seinen Freunden offenbaren will, dass er sich als Frau fühlt.

Deine Rolle des Chris hat ja einen Serienstempel aufgedrückt bekommen. In Deutschland bekommt man diesen Stempel scheinbar schneller aufgedrückt als in Amerika, wo mit einer Serienrolle meist die Karriere erst beginnt.

Beck: In Amerika ist das Pay-TV weiter ausgebaut, als bei uns. Die Leute, die sich das leisten können, kommen in den Genuss von Serien. Die Geschichten sind daher qualitativ besser und die Darsteller laufen nicht Gefahr, einen Stempel aufgedrückt zu bekommen. Es ist eher ein deutsches Phänomen, dass kategorisiert und in Schubladen gedacht wird. Der deutsche Anspruch ist nicht von der Hand zu weisen, wobei man auch die leichte Unterhaltung zulassen sollte.

Viele Schauspieler sagen, dass eine Komödie schwerer zu spielen sei, als ein Drama. Wie ist das bei dir?

Beck: Das ist interessant. Es sind ja zwei verschiedene Genres, aber deswegen spielt man ja nicht anders. Eine Komödie kann ich dadurch bedienen, dass ich die Figur überspitze und in etwas surreales verwandle. Aber eine Komödie funktioniert ja auch, wenn man die Figur ernst nimmt. Lustig wird es ja erst, wenn man die Figur in einem Konflikt erlebt. Ich finde, man muss sich immer erst in den Ton des Films hineinfühlen um herauszufinden, was benötigt wird.

Fühlst du dich mehr als Schauspieler oder als Musiker?

Beck: Ich komme von der Musik und mag daher auch Komödien, weil die viel mit Rhythmus zu tun haben. Ich gehe aber nicht auf die Bühne oder an ein Set und frage mich, was ich gerade bin – Schauspieler oder Musiker. Ich bediene beides. Ich habe Musical studiert und hatte Musik-, Gesangs- und Tanzunterricht. Außer Tanz sind es wirklich Leidenschaften.

Tanz gehört also nicht zu deinen Leidenschaften?

Beck: Es war auch schön. Aber ich habe vorher immer Fußball gespielt und da war Ballett erst einmal eine Überwindung. Für die Körperspannung war der Unterricht super und ich möchte ihn nicht missen wollen. Es hat aber lange gedauert, bis ich diese weichen Figuren ernsthaft annehmen konnte.

Was wäre, wenn ein Angebot für einen Musical- oder Tanzfilm kommen würde?

Beck: Sehr gerne. Das wäre mal wieder eine Herausforderung, weil ich lange nicht mehr getanzt habe.

Du spielst Gitarre, Klavier, Schlagzeug und Akkordeon?

Beck: Ich hatte mal ein Jahr lang Schlagzeugunterricht. Wenn ich jetzt aber sage, dass ich Schlagzeug spiele, lacht sich mein Drummer tot. Ich könnte vielleicht gerade mal ein Lied bei einem Schützenfest begleiten. Für mehr als 20 Ohrenpaare sind meine Künste auf dem Schlagzeug wirklich nicht geeignet. Ich habe Tasteninstrumente gelernt. Ob es jetzt Klavier, Orgel, Akkordeon oder Melodica ist, ist egal.

Schreibst du deine Songs selbst?

Beck: Einen einzigen Song auf meinen Alben habe ich nicht selbst geschrieben. Der Rest stammt von mir. Ich schreibe aber nicht immer alleine. Ich suche mir immer einen oder zwei Schreiber und arbeite mit ihnen gemeinsam. Ich habe vor, viel mehr alleine zu schreiben. Wenn man mit anderen zusammen arbeitet, gibt es auch mehr als nur eine Meinung. Ich bin glücklich mit dem, was ich bisher gemacht habe.

Du hast auch schon an Spielshows im Fernsehen teilgenommen.

Beck: Ja, ich habe zweimal bei „Schlag den Star“ teilgenommen und einmal bei „Grill den Henssler“. Die Sender kamen jeweils auf mich zu. Ich habe nicht angerufen und mich beworben (lacht). Ich liebe es, sich sportlich zu messen.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

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