Bedürfnisse sehen, Ressourcen nutzen

Ein Konzept für die Seniorenpolitik der kommenden Jahre hat Johannes Keppeler von der Abteilung Arbeit und Soziales in der jüngsten Sitzung des Verwaltungs-, Finanz- und Stiftungsausschusses vorgelegt. Das Konzept soll künftig als Richtlinie bei themenbezogenen Entscheidungen und Fragestellungen dienen. Das besondere an dem Gesamtkonzept ist laut Keppeler, dass nicht nur die Bedürfnisse und Probleme, sondern auch verstärkt die Ressourcen der hiesigen Senioren eingeflossen sind.

Bereits im Jahr 2009 war die Verwaltung beauftragt worden, ein sogenanntes „seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ zu erarbeiten, wie es laut Sozialgesetz vorgeschrieben ist. Direkt beteiligt an der Erstellung des Konzepts waren seitdem der Seniorenbeirat unter Zuziehung von Fachleuten der Seniorenarbeit, ehrenamtlich Tätige sowie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kaufbeuren. „Uns war besonders wichtig, den Fokus unserer Analyse nicht wie beim bisherigen Altenhilfeplan nur auf den Unterstützungsbedarf der Senioren, sondern auch auf deren Potenzial zu legen“ betonte Keppeler. Denn diese seien in vielen Bereichen ehrenamtlich tätig – unter anderem der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) eröffne in diesem Bereich ganz neue Handlungsfelder. Die Wichtigkeit des Gesamtkonzepts erschließe sich indes schon aus der abschätzbaren Situation, dass der Anteil Älterer an der Gesamtbevölkerung durch den demografischen Wandel stetig steige. Wichtig sei es daher, auch bisherige „Randerscheinungen“, wie Suchterkrankungen im Alter oder die speziellen Bedürfnisse von Senioren mit Migrationshintergrund zu berücksichtigen. Im Großen und Ganzen stellte Keppeler der Stadt Kaufbeuren aber ein gutes Zeugnis aus: „Es gibt in Kaufbeuren zahlreiche Kooperationen und Netzwerke wie den Seniorenbeirat, das Seniorenbüro, Kaufbeuren aktiv und viele andere“. Auch habe die Wertachstadt eine „Vorreiterrolle“ bei der Gerontopsychiatrie. Mängel sieht die Analyse jedoch in den Bereichen Integration und Inklusion gerade im Krankenhausbereich und in Pflegeheimen. Auch die Hilfestellung und Begleitung für ältere Patienten sei dort noch verbesserungsfähig. Dies könne beispielsweise durch die Einrichtung eines „Krankenhausbegleitdienstes“ geschehen, so Keppeler. Noch in diesem Monat ist dazu eine Veranstaltung am Krankenhaus Kaufbeuren geplant. Auch die interne Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Beteiligten soll optimiert werden. Einen wichtigen Bereich bildet zudem die Unterstützung pflegender Angehöriger, denn, so Keppeler: „In den Pflegeheimen wird mittlerweile genau hingeschaut – in der häuslichen Pflege aber gibt es wenig Erkenntnisse zum Beispiel über freiheitsentziehende Maßnahmen oder ähnliches. Menschen, die einen Angehörigen zu Hause pflegen, brauchen Schulung und Unterstützung.“ Um die Schwerpunkte der Seniorenarbeit besser darstellen zu können, wurden die Themen in die sechs Handlungsfelder „Bürgerschaftliches Engagement von und für Senioren“, „Angebote für besondere Zielgruppen“, „Steuerung, Koordination, Kooperation und Vernetzung“, „Betreuung und Pflege“, „Unterstützung pflegender Angehöriger“ und „Arbeit im Alter“ eingeteilt.

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