Warmer Regen für die Blaue Blume

+
Zum Schluss gab’s Rosen: Gerhard Schmid (Vorsitzender Freundeskreis Blaue Blume, v. li.), Staatssekretär Franz Josef Pschierer, Catherine Gordeladze, Landrätin Rita Maria Zinnecker, OB Stefan Bosse, Wolfgang Vater (Einrichtungsleiter der Blauen Blume) und Dr. Albert Putzhammer (Ärztlicher Direktor des BKH Kaufbeuren).

Kaufbeuren – Trotz der nicht zu unterschätzenden Konkurrenz von „Freiflug“ war der Stadtsaal recht ordentlich gefüllt: Der „Freundeskreis Blaue Blume“ hatte zum 11. Benefiz-Gala-Konzert zugunsten der Blauen Blume Schwaben geladen.

In Grußworten unterstrichen Landrätin Rita Maria Zinnecker und Staatssekretär Franz Josef Pschierer die Bedeutung der Einrichtung für die Region. Pschierer, der mit seiner Frau Marlies gekommen war, erklärte, bis vor einem halben Jahr die Blaue Blume überhaupt nicht gekannt zu haben. Inzwischen jedoch sei auch er ungeheuer dankbar, die Einrichtung für seine 78-jährige Mutter in Anspruch nehmen zu können.

Schirmherr OB Stefan Bosse, in Begleitung von Katja Brauner und seiner jüngeren Tochter Linda, hatte auf ein Grußwort verzichtet und meinte launig, dann dürfe der Staatssekretär halt länger reden. Allen Grußworten und auch der Moderation von Gerhard Schmid, dem Vorsitzenden des Freundeskreises, war am Schluss die Aufforderung ans Publikum gemeinsam, nach dem Konzert doch kräftig für die Blaue Blume zu spenden.

Die „Blaue Blume Schwaben e. V.“ versteht sich als „Zentrum für seelische Gesundheit im Alter“ und bietet frühzeitige Hilfe, sich selbst zu organisieren, eine Kultur des Alters zu entwickeln, das Selbstbewusstsein zu steigern, Einsamkeit zu überwinden, Gedächtnistrainings und vieles mehr. Außerdem gibt es dort auch – in Zusammenarbeit mit den Bezirkskliniken Schwaben, Krankenkassen, Haus- und Fachärzten sowie ambulanten sozialpflegerischen Diensten – für Menschen ab 50 ambulante Therapieangebote bei gerontopsychiatrischen Erkrankungen.

Neben der Unterstützung durch den Freundeskreis ist die „Blaue Blume“ für besondere Anschaffungen stark auf Spenden angewiesen. Daher wird seit zehn Jahren jährlich ein Benefizkonzert veranstaltet, dessen Initiatorin und Hauptsponsorin Dr. Susanne Kunkel von der Apotheke am Mühlbachpark ist.

2016 stellte sich die Pianistin Catherine Gordeladze bereits zum vierten Mal in den Dienst der guten Sache. Die deutsch-georgische Pianistin wurde schon mit sechs Jahren in ihrer Heimatstadt Tiflis als Wunderkind gefeiert. Mittlerweile gilt sie als eine der bemerkenswertesten Musikerinnen der jungen Generation, tritt gemeinsam mit Stars wie David Garrett auf und hat eine Dozentur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main inne.

Am Vorabend war sie noch in Hamburg aufgetreten, nun brillierte sie mit klassischer Klaviermusik im Stadtsaal und riss das Publikum zu frenetischem Beifall hin. Ihre Finger tanzten wie schwerelos und doch mit kristallklarem Anschlag über die Tasten und erweckten virtuos die Stücke von Louis Moreau Gottschalk, Fréderic Chopin und Carl Czerny zu einem ganz eigenen Leben. Immer wieder vermittelte ein stillvergnügtes Lächeln den Eindruck, dass sie selbst an der von ihr gespielten Musik nicht weniger Freude hatte als die Zuhörer.

Der in Kaufbeuren wohlbekannte Bassist Tiny Schmauch – von Dr. Beinborn einmal als „Mr. Allgäu-Jazz himself“ vorgestellt – brachte nach der Pause mit seinem Allgäuer „Octetto di Jazz“ („mit ober- und außerbayerischen Einsprengseln“) ganz andere Töne zu Gehör. Neben Wolfgang Beinborn an Trompete und Flügelhorn hatte er den Gitarristen Pit Decker, die Pianistin Masako Sakai, den Posaunisten Sandor Somogyi, die Saxophonisten Barbara Ehlich und Lothar Ringmayer sowie den Schlagzeuger Andi Fuchs zu einem Oktett vereint. Zusammen und in den beim Jazz üblichen diversen Soli heimsten sie ebenfalls immer wieder begeisterten Applaus ein.

Hochzufrieden stellte Wolfgang Vater, Einrichtungsleiter der „Blaue Blume Schwaben e. V.“ nach dem Konzert fest, dass es an diesem Abend nur Gewinner gegeben habe: Die Blaue Blume kann sich über einen reichen Spendensegen freuen, und dem Publikum bleibt die Erinnerung an einen genussreichen Abend, gepaart mit dem angenehmen Bewusstsein, damit auch noch etwas Gutes getan zu haben.

von Ingrid Zasche

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister wartet auf Anruf

Buchloe – Noch wartet Bürgermeister Josef Schweinberger auf den Anruf für eine Terminvereinbarung mit dem Vorstand des Gewerbevereins. In der …
Bürgermeister wartet auf Anruf

Dose für den Notfall

Marktoberdorf – Im Cafe „Greinwald“ stellte der Sozialverband VdK Kreisverband Kaufbeuren-Ostallgäu mit der sogenannten „SOS-Rettungsdose“ kürzlich …
Dose für den Notfall

Sauerei am Fieselstadion

Kaufbeuren – Der Fieselplatz in Neugablonz, Austragungsstätte unzähliger und hitziger Partien, rückt Jahr für Jahr nach Beendigung des offiziellen …
Sauerei am Fieselstadion

Kommentare