"Eigenständige Profile bleiben"

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Am Montag wurde Bertram Knitl (2. v. re.) als neuer Schulleiter offiziell vorgestellt. Mit dabei waren Dr. Peter Hell, Abteilungsdirektor bei der Regierung von Schwaben (v. li.), Norman Weber, Gottfried Göppel, Cornelia Nieberle-Schreiegg und Hans Etzler.

Kaufbeuren – Ein festlicher Anlass mit ein wenig Wehmut – das war die offizielle Verabschiedung zweier Kaufbeurer Schulleiter am vergangenen Montag. Gottfried Göppel, bis zum vergangenen Herbst Oberhaupt der Berufsfachschule für Glas und Schmuck, und Hans Etzler als ehemaliger Leiter der Berufsschule waren von ihren neuen Wirkungsorten Lauingen und Kempten nochmal in die Wertachstadt gekommen. Begrüßung und Händeschütteln gab es da nicht nur mit vielen ehemaligen Wegbegleitern, sondern auch mit dem „Neuen“.

Bertram Knitl hat im Rahmen einer Zusammenlegung beider Bildungseinrichtungen das Amt des neuen Schulleiters inne und nutzte die Gelegenheit, sich ausführlich vorzustellen.

Eigentlich ist der 47-Jährige schon seit März in seinem neuen Amt tätig. Zuvor leitete er die Berufsschule I in Kempten im gewerblich-technischen Bereich, war parallel bis 2007 acht Jahre lang auch für die Regierung von Schwaben tätig. Seine ersten Wochen in Kaufbeuren seien ihm bislang dank der „tollen Unterstützung des Teams“ leichtgefallen.

Dass Berufsschule und Berufsfachschule (BFS) unter einer Leitung zusammengelegt wurden, liegt an einer grundsätzlichen Entscheidung von Regierungsseite. Demografischer Wandel und zunehmende Spezialisierung der einzelnen Berufsgruppen sind der Grund, dass das Konzept der Zusammenlegung in der gesamten bayerischen Region vorangetrieben wird. 

Über sinkende Schülerzahlen kann sich allerdings zumindest die Berufsfachschule für Glas und Schmuck nicht beschweren – Oberbürgermeister Stefan Bosse gab deshalb und auch aufgrund des „sehr speziellen Fachgebiets“ der BFS zu Bedenken, ob die Zusammenlegung wirklich Sinn mache. Es sei wichtig, dass die Schmuckfachschule ihr einzigartiges Profil beibehalte. 

Knitl seinerseits beruhigte: Die Zusammenführung unter einem gemeinsamen Schulleiter werde vor allem „organisatorische Vorteile“ haben, sich jedoch hinsichtlich des „besonderen künstlerischen Profils“ der Schmuckfachschule nicht negativ auswirken. Ihm gehe es jetzt vor allem darum, die vielfältigen Bereiche genau kennen zu lernen. „Für mich ist die Vielfalt an Bereichen neu“, so Knitl – zwei Berufsschulabteilungen im wirtschaftlich-technischen Bereich sowie für Ernährung und Körperpflege, die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung sowie Kinderpflege und eine Fachakademie für Sozialpädagogik sind am Berufsschulstandort vereint, dazu kommt die Schmuckfachschule. 

Fünf Schulprofile in drei Gebäuden verteilt auf Kaufbeuren und Neugablonz sowie insgesamt rund 2.400 Schüler – eine große Aufgabe, der Knitl aber zuversichtlich entgegensieht. Seine Philosophie als Schulleiter beschrieb er in seiner Rede folgendermaßen: „Es ist unsere Aufgabe als Schule, unsere jungen Bürgerinnen und Bürger bereit zu machen für die komplexe Welt, die sie bald selbst wesentlich mitgestalten“. Auch „kritische Mitwirkung am politischen Prozess“ sei wichtig und gewünscht, Vertrauen, Zuversicht und gegenseitiger Respekt „die beste Medizin gegen Angst“, so Knitl nicht zuletzt im Hinblick auf jüngste politische Entwicklungen wie den Austritt Großbritanniens aus der EU.

Für die Schüler der Bildungseinrichtungen bleiben auf der Führungsebene trotz des Weggangs von Göppel und Etzler bekannte Gesichter erhalten: Die stellvertretenden Schulleiter Norman Weber an der Schmuckfachschule sowie Amtskollegin Cornelia Nieberle-Schreiegg an der Berufsschule. Die Verabschiedeten nutzten indes die Veranstaltung, um noch einige Worte zu ihrem Ortswechsel zu sagen: Göppel erinnerte sich vor allem an den Aufbau der Städtepartnerschaft mit Jablonec nad Nisou als ein Highlight seiner Zeit in Kaufbeuren, Etzler betonte, es sei „einfach an der Zeit gewesen“, sich „noch einmal beruflich zu verändern“.

von Michaela Frisch

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