Praxisorientierte Berufsvorbereitung

"Da will ich hin!"

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Ein alter VW-Käfer wurde hergerichtet und ist im Nebeneffekt auch noch symbolträchtig für die Schule.

Kaufbeuren-Neugablonz – Praxisorientierte Berufsvorbereitung hat an der Gustav-Leutelt-Schule (GLS) bereits eine lange Tradition. Damit der Übergang von der Schule ins Berufsleben möglichst erfolgreich vonstatten gehen kann, fand an der Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz kürzlich der Kick-Off der „für das Hier und Heute“ modifizierten Berufsorientierungs-Maßnahme „Da will ich hin“ statt.

Zwar gibt es auch Schüler, die sich dank guter Noten, Unterstützung der Eltern und eigener klarer Interessen allein im Dschungel der ungezählten Berufsmöglichkeiten zurechtfinden – aber Jugendlichen ohne konkrete Berufswünsche, mit Migrationshintergrund oder mit Lern- und Leistungseinschränkungen kann dieses Angebot eine wertvolle Hilfe bei der Berufsfindung sein. Aufgrund der mit dem HAMET-Test ermittelten individuellen Bedürfnisse, Neigungen und Fähigkeiten werden Mikroprojekte entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, dem Jugendamt Kaufbeu­ren, dem Schulamt, der Schulleitung, mit regionalen Betrieben als schulische Kooperationspartner sowie dem Institut für berufsbezogene Beratung und Weiterbildung (ibbw-consult GmbH) durchgeführt.

Karl Wittek vom staatlichen Schulamt erläuterte, dass Berufsorientierung in einjährigen Modulen an Mittelschulen schon seit längerem angeboten werde. Da die Module jedoch im Folgejahr von einem anderen, oft nicht dazu passenden abgelöst würden, fehle der Zusammenhang und dadurch die Nachhaltigkeit. Hier habe Neugablonz durch seine zusätzlichen Kleinprojekte, bei denen die Schüler sehen, wie etwas fertig wird, eine Vorreiterstellung. 

In diesem Schuljahr sollen 25 Schüler an je zwei Projekten teilnehmen, fachlich betreut von außerschulischen Kooperationspartnern wie zum Beispiel Kfz-Meister Günter Malek. Der erfahrene Lehrlingsausbilder will, wie er sagt, die Anforderungen des Berufs aufzeigen und Begeisterung dafür wecken. In jeweils überschaubaren Mikroprojekten vermittelt er den teilnehmenden Schülern Erfolgserlebnisse und Freude an der praktischen Arbeit. Darüber hinaus lernen sie das Ineinandergreifen von Einzelschritten kennen und gegenseitige Wertschätzung, wenn dann irgendwann dank der Zusammenarbeit ein Automotor wieder läuft. 

Beim Kooperations-Partner V-Markt kann man in den Thekenverkauf hineinschnuppern oder alles rund um Lebensmittel erfahren. Andere Projekte beschäftigen sich mit Schreinerei, Bäckerei, Fotografie, Gartenbau, Einzelhandel, Logistik. Etwa zehn Betriebe sind bereits in dieses Kooperations-Netzwerk eingebunden, weitere sind der Gustav-Leutelt-Schule willkommen. 

Die erste Auswertung des Konzepts der Mikroprojekte ergab, dass 100 Prozent der Teilnehmer anschließend in eine Ausbildung vermittelt werden konnten. Schulleiter Frank Hortig ist von diesem Konzept überzeugt: Leutelt-Schüler seien ein „gefragtes Gut“, sagt er, „wir hatten schon Wahnsinnssäckl mit Riesenproblemen, die sind mit diesen oder ähnlichen Projekten auf den richtigen Weg gekommen. Und sowas motiviert einen Pädagogen!“

von Ingrid Zasche

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